Herr Fuchs, die Saison schlossen Sie heuer auf dem dritten Platz ab. Wie fällt ihre bisherige Bilanz aus?
Wir wären natürlich gerne direkt ins Play-off-Halbfinale eingezogen. Aber in Anbetracht von Kristin Langs Schwangerschaft und Sabine Winters Verletzungen zu Beginn der Saison ist der dritte Platz jetzt auch kein Beinbruch. Hier kommt uns halt das System dieser Saison mit Play-offs entgegen, da wir auch als Drittplatzierter immer noch die Möglichkeit auf den Titel haben.
Welche Begegnung war aus Ihrer Sicht ein Highlight und welches Spiel würden Sie am liebsten vergessen?
Ein Highlight war meiner Meinung nach – auch wenn es letztendlich „nur“ zu einem 5:5-Unentschieden gereicht hat – das Spiel in der Rückrunde gegen Böblingen, als uns unsere Ersatzspielerin Iana Zhmudenko das Unentschieden rettete. Vergessen würde ich gerne das letzte Spiel in der Rückrunde gegen Bingen, das wir 3:6 verloren haben.
Wie groß war Ihre Enttäuschung, als sie am vergangenen Montag erfuhren, dass Berlin das Nachholspiel gegen den TuS Bad Driburg mit 6:2 gewann und ihr Team noch auf den dritten Platz verdrängte?
Wir hätten uns das Viertelfinale, wie gesagt, schon gerne gespart. Das müssen wir jetzt hinnehmen. Wenn wir deutscher Meister werden wollen, müssen wir auch Anröchte schlagen.
Wie haben Ihre Spielerinnen dieses Ergebnis aufgenommen?
Für Sabine Winter, die letzte Woche bei den Slovenien Open verletzungsbedingt aufgeben musste, wäre eine längere Pause natürlich besser gewesen.
Sie haben zu Saisonbeginn Jia Liu verpflichtet, die allerdings erst in den Play-off-Spielen zum Einsatz kommen wird. Hatten Sie in der Zeit, in der sie nicht zum Einsatz kam, Kontakt zu ihr?
Wir haben regelmäßig Kontakt mit ihr. Sie interessiert sich für die Spiele der Mannschaft und ist auch immer auf dem Laufenden.
Bei einem Einsatz Ihrer Nummer eins rutscht Sabine Winter in das zweite Paarkreuz. Folglich müssten Sie ja für keinen Gegner zu schlagen sein?
Sabine Winter im hinteren Paarkreuz ist für jede Gegnerin nicht einfach zu schlagen. Aber trotzdem ist es kein Selbstläufer. Sowohl Bingen ist in letzter Zeit im hinteren Paarkreuz sehr stark und auch Berlin kann hinten starke Leute aufstellen.
Unter der Voraussetzung, dass Sie in das Endspiel kommen: Wen würden Sie sich wünschen oder welcher Gegner wäre realistisch?
Da wir gegen Berlin im Halbfinale spielen würden, ist es realistisch, dass wir auf Bingen treffen würden. Sie haben eine durchweg gute Mannschaft und fallen im hinteren Paarkreuz am wenigsten ab. Gerade deshalb wünschen wir uns natürlich, dass wir uns für die letzte Niederlage revanchieren und dieses Jahr den Titel nach Kolbermoor holen können.
Interview: Gerhard Erlich