Hinzu kamen noch unschöne Begleitumstände. Dass das Gegentor drei Minuten vor Schluss fiel, mussten die Sechziger so hinnehmen – dass allerdings in der 90. Minute noch Ludwig Räuber mit Gelb-Rot und Philipp Maier mit Knallrot vom Feld mussten, hat zumindest für das nächste, in Sachen Klassenerhalt eminent wichtige Spiel in Bayreuth böse Nachwirkungen. Trainer Tobias Strobl hatte die Niederlage jedenfalls richtig mitgenommen und so ließ er auch die Pressekonferenz sausen.
Eher überraschend hatte Strobl seinen Kapitän Matthias Heiß als zentralen Stürmer gebracht. Der eigentliche Abwehrchef tat sich schwer in der Offensive, hatte aber mit die beiden besten Chancen der Sechziger zur Führung. Im ersten Durchgang wurde sein Schuss nach Flanke von Max Höhensteiger gerade noch von einem Verteidiger abgeblockt, kurz nach dem Wechsel setzte er einen Kopfball nach schöner Flanke aus drei Metern am Tor vorbei.
So schwer, wie sich Heiß vorne tat, machten es sich die Gastgeber im Spielaufbau. Etliche Fehlpässe sorgten für noch mehr Verunsicherung, zudem kam, dass Seligenporten nicht wie ein Tabellenvorletzter auftrat und forsch aufspielte. Vor dem Wechsel hatten die Gäste die besseren Chancen und spielten auch den besseren Fußball. Glück hatten die Rosenheimer in der 22. Minute, als zunächst Georg Lenz auf der Linie rettete, Seligenporten in der Folge einen Foulelfmeter zugesprochen bekam, Mario Götzendörfer den Ball aber an die Querlatte donnerte.
Nach der Pause hatte 1860 seine stärkste Phase – auch, weil Robert Köhler endlich brauchbare Bälle bekam. Im Zwei-Minuten-Takt marschierte der rechte Außenbahnspieler los und sorgte für gefährliche Strafraumszenen. „Da hat 1860 gedrückt und uns Probleme bereitet. Wir haben dann umgestellt und gerade die frischen Spieler haben für die Entscheidung in diesem Spiel gesorgt“, meinte Gäste-Coach Roger Prinzen.
Einwechselspieler traf
In der Tat war es mit Fotios Katidis ein Einwechselspieler, der das Siegtor der Klosterer erzielte. Dabei machte er den Robben spiegelverkehrt, zog von links in die Mitte und dann mit rechts aufs lange Eck – via Innenpfosten schlug die Kugel unhaltbar für Torwart Mario Stockenreiter bei dessen Comeback ein. Noch bitterer wurde es für 1860 dann in der Nachspielzeit, als zunächst Räuber wegen Foulspiels die Ampelkarte sah und Maier, dessen sehenswerter 30-Meter-Schuss zuvor noch klasse vom Torwart pariert wurde, dem Schiedsrichter die Meinung geigte und direkt den roten Karton unter die Nase gehalten bekam. Wohl auch deshalb herrschte im Anschluss Rat- und Sprachlosigkeit.
TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Lenz, Räuber, Zant, Köhler, Basta, Maier, Höhensteiger (ab 46. Weber), Mayerl, Heiß (ab 72. Einsiedler), Majdancevic (ab 81. Linner).
Schiedsrichter: Achmüller (SV Würding).
Zuschauer: 230.
Tor: 0:1 Katidis (87.).
Besonderheiten: Gelb-Rote Karte für Räuber (91.), Rote Karte für Maier wegen Schiedsrichter-Beleidigung (91.).