Rosenheim – Als bestes Beispiel dient die vergangene Woche: Gegen Bayreuth konnte man ein leidenschaftlich erkämpftes und hochverdientes Unentschieden erzielen. Wenige Tage später gegen den FV Illertissen lag man bereits zur Halbzeit mit 0:3 zurück. Immerhin schaffte man zwar beinahe den Turnaround, doch am Ende hieß es 2:3 aus Sicht der Rosenheimer und das Bangen um den Klassenerhalt hält noch weiter an. Am heutigen Samstag – Anpfiff ist 17 Uhr – gastiert der FC Memmingen zu einer hochbrisanten Partie an der Jahnstraße.
Für beide Teams geht es um viel. Während Rosenheim sich endlich aus dem Abstiegsrennen verabschieden möchte, geht es für den FC Memmingen an diesem Wochenende ums blanke Überleben. Die Allgäuer, Gründungsmitglied der Regionalliga Bayern und bis dato auch noch nie in argen Abstiegsnöten, liegen derzeit auf Rang 18 – einem direkten Abstiegsplatz. Zwei Punkte hinter der SpVgg Bayreuth, die den letzten Relegationsplatz innehat. Bedeutet, dass der FCM bei einer Niederlage in Rosenheim und einem gleichzeitigen Sieg der Konkurrenz aus Bayreuth in Schalding-Heining nächste Saison in der Bayernliga antreten müsste. Das will Neu – Coach Stephan Baierl natürlich mit aller Macht verhindern. Im Sturm drückt die Memminger seit dem Abgang der beiden Torjäger Schimmer und Geldhauser der Schuh. Bester Torjäger ist derzeit Muriz Salemovic mit acht Treffern.
Um das nackte Überleben
Auch den Sechzigern fällt es seit dem Winter nicht mehr so leicht, Tore zu erzielen. Beste Angreifer sind Danijel Majdancevic mit 12 Treffern, gefolgt von Korbinian Linner mit fünf und Markus Einsiedler mit vier. „Wir müssen nun endlich mal über die gesamte Spielzeit eine konstant gute Leistung abrufen. Wenn wir das am Samstag schaffen, stehen die Chancen auf einen Heimdreier ganz gut. Wir wissen natürlich, dass Memmingen noch mehr als wir selbst ums nackte Überleben in der Liga kämpfen muss. Sie werden alles reinwerfen, was ihnen zur Verfügung steht und sprichwörtlich kratzen und beißen. Darauf müssen und werden wir uns einstellen“, so Tobias Strobl, Trainer von 1860 Rosenheim, vor dem Spiel.
Andreas Köstner, Co-Trainer des FC Memmingen, sagt: „Für beide Mannschaften ist es das wohl wichtigste Spiel der Saison. Rosenheim hätte vor Wochen auch nicht gedacht, das sie noch so kämpfen müssen, um die Klasse zu halten. Wir sind es die ganze Rückrunde gewohnt und wissen, dass nur ein Dreier uns hilft.“
Im letzten Heimspiel der Saison kehrt bei den Sechzigern der zuletzt gesperrte Philipp Maier wieder ins Team zurück, auch Markus Einsiedler steht wieder zur Verfügung. Hinter den Einsätzen von Michael Zant (Muskelverletzung) und Robert Köhler (Erkrankung) steht jedoch ein großes Fragezeichen, mit ihnen ist eher nicht zu rechnen. Ansonsten sind alle Mann an Bord.
Die Sechziger wollen dem scheidenden Trainergespann Strobl und Mayer im letzten Heimspiel den Abschied bereiten, den sie verdient haben. Beide haben der 60er-Truppe eine bemerkenswerte Spielphilosophie eingehaucht – mit Technik, Laufbereitschaft und viel Leidenschaft. Sollte man diese Tugenden wieder über die komplette Spielzeit auf den Platz bringen, kann der TSV am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt feiern. mpo/re