Der Rosenheimer Martin Tomczyk startet in die WEC-Saison

Einmal rund um die Welt

von Redaktion

Intensive, lange, akribische Vorbereitungen und eine detaillierte Entwicklungsarbeit sind abgeschlossen. Nun geht es auf die Rennstrecke – mit vollem Einsatz und neuer Herausforderung. Ex-DTM-Champion Martin Tomczyk aus Rosenheim beginnt seine Jagd um den Weltmeisterschaftstitel.

World Endurance Championship – kurz WEC, so nennt sich die neue Herausforderung, der sich Martin Tomczyk stellt. Im belgischen Spa Francorchamps beginnt an diesem Wochenende das Abenteuer, auf das sich der Rosenheimer gemeinsam mit seinen Teamkollegen von BMW einlässt.

Die Destinationen haben so Namen wie Fuji, Silverstone, Sebring oder Shanghai. Doch zweifellos ist für Tomczyk eine Veranstaltung der einzig wahre Mythos im Kalender. „Definitiver Höhepunkt ist natürlich das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das legendärste Langstreckenrennen der Welt. Dort antreten und um den Sieg fahren zu können, ist sensationell. Das wird natürlich auch unser Ziel sein.“

In der sogenannten Supersaison der WEC, die sich erstmals über einen Zeitraum von knapp 14 Monaten erstreckt, wird Tomczyk gleich zweimal in den Genuss dieses legendären Rennens kommen können. In dieser Zeit steht für den erfahrenen Piloten, der 2011 die DTM gewonnen hat und im vergangenen Jahr zahlreiche Erfolge in den USA einfuhr, wieder einmal eine Lernphase mit vielen neuen Eindrücken an. Dabei hat er mit dem WEC-Saisonstart an diesem Wochenende eine solche Phase des Lernens gerade erst abgeschlossen.

„BMW kommt an die Strecke, um Rennen zu gewinnen.“

Martin Tomczyk

„Es ist schön, nach der langen Testphase von rund einem Jahr jetzt ins Renngeschehen einzugreifen. Die Entwicklung des BMW M8 GT war eine große Herausforderung, die mir wahnsinnig Spaß gemacht hat. Dennoch ist es jetzt schön, gegen die anderen Fahrer endlich Rennen zu fahren. Von der Zielstellung in Sachen Performance wissen wir, dass wir noch Potenzial im Auto haben. Wir wissen aber auch, dass die Hersteller, die gegen uns antreten, extrem stark sind. Aber: Wer BMW kennt, weiß, dass BMW an die Strecke kommt, um Rennen zu gewinnen.“

Motiviert und erfolgshungrig ist Tomczyk nach wie vor – oder besser: mehr denn je. Inzwischen hat er die ideale Balance zwischen Arbeit im professionellem Motorsport und seiner Familie mit Frau Christina und seinen zwei Kindern perfektioniert – und zwar in einer Weise, dass alle großen Spaß daran haben. „Es muss einfach alles zusammen passen. Wenn du so lange im Motorsport aktiv bist, brauchst du einen Ausgleich. Den bekomme ich hier zu Hause bei meiner Familie – und wir sind ja alle recht intensiv mit dem Motorsport verbunden. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich, seitdem ich die DTM verlassen habe, wieder richtig Spaß und Freude an dem habe, was ich mache. Genau das muss so sein, um den Sport auch zu 100 Prozent ausüben zu können.“

Am Wochenende ist der Fokus auf Spa Francorchamps gerichtet, die entspannten Tage im bayerischen Oberland sind erst einmal passé. Der Sound von PS-starken Motoren, die Spannung und der Kampf um jeden Zentimeter auf der Strecke dominieren das Geschehen, ebenso wie das Abenteuer, das letzte Tausendstel einer Sekunde zu finden. Gerade auf der Strecke in den Ardennen, wo auch die Formel 1 ihre Helden hervorgebracht hat, ist das eine der besonderen Herausforderungen.

„Spa ist eine sensationelle Strecke. Ich glaube, jeder Motorsportler den man fragt, sagt, dass dies eine der schönsten Rennstrecken ist, die es weltweit gibt. Es gibt meiner Ansicht nach keine bessere Strecke, um die WEC zu starten. Und: Ich glaube, sie liegt unserem BMW M8 GT. Jetzt müssen wir schauen, wo wir uns einreihen.“ re

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