Kolbermoor – Mit zwei Siegen im Play-off-Halbfinale am heutigen Freitag und am Sonntag wollen Kolbermoors Bundesliga-Tischtennis-Damen das Tor zum Endspiel und damit zur deutschen Meisterschaft aufstoßen. Der Gegner im Halbfinale: Serienmeister ttc berlin eastside.
„Die Ausgangslage, erstmals deutscher Meister zu werden, war noch nie so gut wie heuer. Ich habe ein gutes Gefühl“, meint Kolbermoors stellvertretender Abteilungsleiter Günther Lodes. Auf dem Papier ist die Lage wirklich gut, denn allem Anschein nach muss das Berliner Quartett ersatzgeschwächt antreten. Fehlen wird den Hauptstädterinnen auf alle Fälle Xiaona Shan. Ob Petrissa Solja, die ja bei der Weltmeisterschaft in Halmstad vertreten war, mit dabei ist, ist noch nicht bekannt. Deshalb scheint es auch nicht unangebracht zu sein, wenn Trainer Michael Fuchs von einem „Fifty-fifty-Spiel“ spricht. Kolbermoors Damen haben ja auch gegen Anröchte drei Spiele gebraucht, um in dieses Halbfinale zu gelangen.
Die Berlinerinnen geben zwar die Favoritenrolle ganz klar an Kolbermoor ab und führen dies unter anderem auf die Verpflichtung von Liu Jia zurück. Die Statistik spricht gegen Kolbermoor. Seit der Aufstiegssaison 2012/2013 stand man sich in 15 Duellen gegenüber. Bis auf das Unentschieden am 30. April vergangenen Jahres ging man immer als Verlierer von der Platte. Zweimal verlor man mit 0:6, wobei dies zuletzt am 13. Januar 2017 in eigener Halle passierte. Am Besten schlug man sich auswärts, denn abgesehen vom 5:5-Unentschieden gingen zwei Duelle knapp mit 4:6 aus Kolbermoorer Sicht verloren. Da schnupperte man also ganz schön ran an den Serienmeister! Die Bilanz insgesamt fällt aber mit 1:25 Punkten recht deutlich aus.
Auch die Einzelstatistik ist nicht gerade sehr positiv: Wie die endgültige Aufstellung beider Mannschaften, Kolbermoors Damen fahren zu Fünft zum Vorrundenzweiten, genau aussehen wird, ist noch offen. Katharina Michajlova verlor zum Beispiel das letzte Spiel gegen Shiho Matsudaira mit 1:3 Sätzen. Sabine Winter sammelte gegen die Ungarin Georgina Pota, die zuletzt auch bei der WM in Halmstad mit von der Partie war, auch erst einen Sieg in insgesamt sieben Duellen.
Dennoch haben sich die Kolbermoorer Spielerinnen heute einiges vorgenommen. „Wir müssen uns auf harte Kämpfe einstellen. Aber wenn wir deutscher Meister werden wollen, dann müssen wir uns jetzt beweisen“, so Günther Lodes. Dies gilt natürlich auch für den Sonntag, an dem die zweite Begegnung bereits um 11 Uhr beginnt. „Am Sonntag ist Muttertag. Wir wollten, dass viele Zuschauer kommen, um uns zu unterstützen. Sie sollen dann aber auch noch die Möglichkeit haben, am Nachmittag etwas mit ihren Familien zu unternehmen“, sagt Lodes bezüglich der frühen Anfangszeit.eg