Die Lage in den oberen Fussball-Amateurklassen vor dem Endspurt

Rette sich, wer kann – aber wie?

von Redaktion

Von 1860 Rosenheim bis zur SG Reichertsheim-Ramsau – von der Regionalliga bis zur Bezirksliga kämpfen mehr als ein halbes Dutzend heimischer Mannschaften gegen den Abstieg. In der höchsten bayerischen Amateurklasse steht heute (14.05 Uhr) der letzte Spieltag an, von der Bayernliga bis zur Bezirksliga am nächsten Wochenende. Die Dramatik könnte kaum größer sein.

Regionalliga: Ein Punkt in Burghausen, und der TSV 1860 Rosenheim wäre am letzten Spieltag endlich aller Abstiegssorgen ledig. Denn dass die SpVgg Bayreuth ausgerechnet gegen Meister 1860 München elf Tore aufholt, ist schier unmöglich – so sehr können sich die „Löwen“ gar nicht für den Aufstiegskrimi gegen Saarbrücken (24. und 27. Mai) schonen. Für Seligenporten (beim Rückrunden-Primus FC Bayern II) und Memmingen (gegen Schalding) ist die Relegation dagegen schon das Höchste der Gefühle. Doch die Entscheidung, wer wirklich in die Abstiegsrunde geht, fällt erst morgen knapp hinter der Landesgrenze – in Heidenheim. Denn wenn die SpVgg Greuther Fürth dort in die 3. Liga abstürzt, müsste auch die zweite Mannschaft der Fürther absteigen. Der Regionalliga-15. wäre dann gerettet, der Vorletzte würde in die Relegation nachrücken.

Dort warten die Bayernliga-Vizemeister aus dem Norden (TSV Aubstadt/66 Punkte oder Würzburger FV/63 – sie duellieren sich heute) und Süden (dem TSV Rain/Lech fehlt nur noch ein Punkt). Für das Quartett ist nur ein Platz in der Regionalliga reserviert – es sei denn, 1860 München steigt in die 3. Liga auf, dann sind es zwei. Wer gegen wen spielt, wird am 18. Mai ausgelost. Viktoria Aschaffenburg, zuletzt zweimal in Folge in der Relegation gescheitert, wollte es diesmal nicht darauf ankommen lassen und kehrt nach zwei Jahren als Meister zurück. Der SV Heimstetten musste darauf sogar drei Jahre warten.

Bayernliga Süd: In der Tabelle ist Platz 14 zwar noch rot eingefärbt, würde aber fast sicher reichen zum direkten Klassenerhalt. Denn der 14. aus der Bayernliga Nord (zurzeit SpVgg SV Weiden) müsste noch vier Punkte aus zwei Spielen holen, um in der Endabrechnung besser zu sein als der 14. aus dem Süden. Drei Punkte müsste also der SV Kirchanschöring (37 Punkte, gegen Pullach und beim Abstiegsrivalen Wolfratshausen) auf die SpVgg Hankofen-Hailing aufholen, fünf der SB Chiemgau Traunstein (35, gegen Holzkirchen und in Vilzing). Dabei müssen beide sogar aufpassen, vom derzeitigen Relegationsrang nicht noch auf den direkten Abstiegsplatz zu rutschen, den zurzeit der TSV Landsberg (33) belegt. Immerhin: Der direkte Vergleich spräche gegen alle (!) direkten Konkurrenten für die Traunsteiner. Fix abgestiegen ist der TSV Kornburg, als Aufsteiger stehen die Landesligameister SSV Jahn Regensburg II (Mitte) und TSV Nördlingen (Südwest) fest.

Landesliga Südost: An der Tabellenspitze empfängt SE Freising heute Spitzenreiter TürkGücü-Ataspor München zum vorgezogenen Endspiel um die Meisterschaft. Zugleich kämpft noch fast die halbe Liga um den Klassenerhalt. Als Absteiger steht nur der TV Aiglsbach fest, ein weiterer Abstiegsplatz und drei in der Relegation sind noch zu vergeben. Denn auch der 14. kommt um die ungeliebte Extratour wohl nicht herum – zu groß scheint im Fernduell der fünf Ligen der Vorsprung der Landesliga Mitte (40 Punkte aus 32 Spielen).

Dem SV Manching (31) fehlen vier Punkte auf einen Relegationsplatz, er kann aber heute gegen den ESV Freilassing (35) und zum Saisonfinale beim SB/DJK Rosenheim (35) zumindest das Zünglein an der Waage spielen. Den TSV Moosach bei Grafing (37) haben die Querelen und die Nichtantretung in Landshut mehr gekostet als drei Punkte. Denn nach der Spielordnung würde die De-Prato-Elf damit am Saisonende hinter allen punktgleichen Mannschaften eingereiht. Doch gegen die direkten Rivalen Grünwald (39) und Freilassing hat es Moosach selbst in der Hand, dieses Szenario zu verhindern. Die Rosenheimer haben einen Trumpf in der Hand: Entscheidet der direkte Vergleich, hat das Team von Klaus Seidel gegen die drei schärfsten Rivalen die Nase vorn. Die drei oberbayerischen Bezirksligameister stehen schon fest: Neben dem TSV Wasserburg hat auch der 1. FC Garmisch-Partenkirchen (Süd) den Durchmarsch geschafft und der TSV Eintracht Karlsfeld (Nord) die direkte Rückkehr in die Landesliga.

Bezirksliga Ost: Die einzigen heimischen Klubs, bei denen es überregional noch um den Aufstieg geht, sind der VfL Waldkraiburg (52 Punkte) und der SV Saaldorf (51). Heute kommt es im Jahnstadion zum vorentscheidenden Duell um Platz zwei. Oder wird der SC Baldham-Vaterstetten (50) zum lachenden Vierten? Das will der ASV Au verhindern, der sich am Vatertag zum ersten Mal in diesem Jahr aus der Abstiegszone herausgearbeitet hat. Doch die Liga rückt immer enger zusammen: Nur noch ein Punkt trennt die SG Reichertsheim-Ramsau vom Lokalrivalen TSV Dorfen auf dem ersten Direkt-Abstiegsplatz. Der Liga-Neuling hat es heute bei Absteiger Kolbermoor und an Pfingsten gegen Haidhausen aber noch selbst in der Hand, zumal Dorfen (heute in Haidhausen, nächste Woche gegen Ebersberg) gegen zwei direkte Rivalen antritt.

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