Kolbermoor – Die Vorbereitungen für dieses wohl einzigartige Ereignis gegen die TTG Bingen-Münster/Sarmsheim haben spätestens nach den Halbfinalsiegen gegen den ttc berlin eastside begonnen. Für den morgigen Freitag hat man eigens einen Fanbus nach Rheinland-Pfalz organisiert und wird mit einer großen Abordnung beim Sieger der Meisterschaftsrunde aufkreuzen. Dies ist auch unbedingt notwendig, denn Abteilungsleiter Michael Fuchs kennt die Halle bestens. „Sie ist klein und bei diesem ersten Finale werden sicherlich über 200 Zuschauer vor Ort sein. Durch ihre Größe gleicht sie einem Hexenkessel“, sagte er. Man hofft also, dass sich die mitgereisten Fans ordentlich ins Zeug legen.
Hilfe wird das heimische Quartett auf alle Fälle benötigen. Denn die Statistik spricht nicht unbedingt für den SV-DJK Kolbermoor. Auf Meisterschaftsebene standen sich beide Teams in den letzten sechs Jahren 14 Mal gegenüber. Während Kolbermoor nur fünf Spiele für sich entscheiden konnte, gingen acht Begegnungen verloren und einmal spielte man unentschieden. Auffällig ist auch, dass Kolbermoors Damen bei ihren Gastspielen in Bingen bislang immer ihre Punkte brav ablieferten. Auch wenn die Spiele zumeist recht knapp endeten, so kassierten sie in sieben Spielen sechs Niederlagen. Nur am 31. Oktober 2015 durften sie mit einem 6:4-Auswärtssieg ein Erfolgserlebnis feiern. Die Medaille hat aber auch eine Kehrseite: In Heimspielen haben die Kolbermoorer Damen desöfteren die Nase vorne. Immerhin vier Heimsiege – zuletzt am 10. Dezember vergangenen Jahres – stehen zu Buche.
Bingen gilt als sehr heimstark. In der abgelaufenen Saison verloren die TTG-Damen kein einziges Spiel und schossen auch den TV Busenbach im Play-off-Halbfinale in eigener Halle mit 6:2 von der Platte. Fuchs hat deswegen auch viel Respekt vor dem Finalgegner: „Wir würden natürlich morgen gerne gewinnen und am Sonntag zu Hause alles klar machen. Aber Bingen steht nicht unverdient vorne und hat in dieser Saison sehr konstant gespielt.“ Imponiert hat ihm vor allem dabei das zweite Paarkreuz mit der Französin Marie Migot und Yuan Wan, das außerordentlich gute Bilanzen aufweist. „Nur nicht vor dem Gegner kuschen, sondern gegensteuern“, so lautet die Devise des Kolbermoorer Abteilungsleiters.
Die Mannschaft hat Anfang der Woche ihr Trainingslager in Düsseldorf aufgeschlagen und gestern ist auch Spitzenspielerin Jia Liu in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt eingetroffen. „Wir haben uns so gut wie möglich auf diese Duelle vorbereitet. Die Mannschaft ist fit und auch gut drauf“, meint Fuchs.
Am Sonntag – Spielbeginn ist um 14 Uhr – soll dann der letzte Einzug der Mannschaft in die Rofa-Arena in dieser Saison zu einem Triumphzug werden. Spätestens am Abend will man den Wanderpokal, der durch die Vizepräsidentin des Deutschen Tischtennis-Bundes, Heike Ahlert, überreicht werden soll, in den Händen halten.eg