Martin Tomczyk vor dem rennen in Le mans

„Das ist atemberaubend“

von Redaktion

Der Rosenheimer Martin Tomczyk gibt heute sein Debüt auf dem legendären Kurs an der Sarthe, auf dem Circuit Bugatti in Le Mans. Bei der 86. Auflage der 24 Stunden von Le Mans (Rennstart heute, Samstag, 15 Uhr) erlebt Tomczyk erstmals die einzigartige Atmosphäre des Rennens, zu dem am Wochenende über 250000 Zuschauer vor Ort erwartet werden.


Im Interview mit der OVB-Sportredaktion spricht er über seine ersten Eindrücke, die Erwartungen für das Rennen und warum man als Fahrer unbedingt an diesem Rennen teilgenommen haben muss.

Herr Tomczyk, wie ist es auf diesem besonderen Kurs als Fahrer, mit so viel Erfahrung, zu fahren?

Es ist einfach das weltgrößte Motorsportevent, das eine wahnsinnig glamouröse Vergangenheit hat. Jetzt Teil davon zu sein, ist sensationell. Allein das Stadion mit der Boxengasse und den riesigen Tribünen ist beeindruckend. Sobald man als Fahrer durch den Dunlop-Bogen ,abgetaucht‘ ist, geht es auf die langen Geraden, auf denen du auf dich allein gestellt bist. Das ist der Abschnitt, auf dem sonst der normale Verkehr unterwegs ist und wir mit über 300 km/h fahren.

Spürt man mit Ihrer Erfahrung noch diese besondere Stimmung und bekommt Gänsehaut, wenn man die Atmosphäre vor Ort sieht?

Absolut. Das war schon beim Test der Fall. Vor zwei Wochen war bereits alles so aufgebaut, wie wir es als Fahrer in dieser Rennwoche wieder vorgefunden haben. Wir hätten damals schon direkt starten können, obwohl es „nur“ ein offizieller Test war.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Rennen?

Schon beim Test war ich mit unserem BMW M8 GTE sehr zufrieden und das gilt auch für meine Teamkollegen. Das ist natürlich wichtig und sehr schön, wenn alle drei Fahrer einstimmig der Meinung sind, dass die Performance gut war. Von unserer Seite sind wir bereit für dieses legendäre Rennen.

Wie bringen Sie mit den bisherigen Eindrücken den Mythos Le Mans auf den Punkt?

Das ist ganz schwierig in Worte zu fassen. In Le Mans werden Legenden geboren, nicht nur bei den Autos, sondern auch bei den Fahrern. Das sieht man beispielsweise an Jackie Ickx und Tom Kristensen. Anderes Beispiel: Fernando Alonso und Jensen Button. Die haben im Motorsport alles erreicht und dennoch kommen sie nun nach Le Mans, weil das eben etwas ganz anderes und eine extreme Bereicherung für jeden Rennfahrer ist. Dass ich nun auch die Chance habe, meinen eigenen Fußabdruck zu hinterlassen, ist natürlich atemberaubend. Und letztlich kommt diese beeindruckende Atmosphäre mit über 250000 Zuschauern um die Strecke und im kesselförmigen Stadion hinzu. All das zusammen sind Gründe, warum man an Le Mans teilgenommen haben muss. Das Rennen wird übrigens live bei Eurosport 1 heute von 14.45 bis morgen 15.35 Uhr übertragen. Interview: re

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