Bei der World-Tour-Rundfahrt Critérium du Dauphine hatte der Raublinger Profi-Rennstall Bora-hansgrohe ganz besondere Unterstützung. Der Trainer und Sportlicher Leiter Dr. Christian Schrot vom Nachwuchsteam Auto Eder Bayern war mit dabei. Nach seiner Rückkehr hatte er einiges zu berichten.
„Die Reise begann gleich mit einer langen Autofahrt, um den ganzen Fuhrpark nach Frankreich zu bringen. „Allein die Logistik ist schon ganz etwas anderes, als beim Team Auto Eder Bayern: zwei Autos im Rennen, einen Mechaniker-Truck, Bus, ein Küchen-Truck, in dem die Fahrer essen, Autos, die zur Verpflegung fahren – da kommt einiges zusammen. Auch personell ist das Team Bora-hansgrohe deutlich stärker aufgestellt. Während ich bei den U19-Einsätzen nur einen Mechaniker und einen Masseur dabei habe, waren in Frankreich nun zwei Sportliche Leiter, der Team-Doktor, drei Mechaniker, Presse, Koch, Busfahrer und drei Masseure am Start. Es war beeindruckend zu sehen, wie eine so große Truppe Hand in Hand zusammenarbeitet“, meinte der promovierte Sportwissenschaftler.
Bei seinem ersten WorldTour-Einsatz als Sportlicher Leiter gab es für Schrot bei der zweiten Etappe auch gleich etwas zu feiern, als Sprinter Pascal Ackermann den Etappensieg landete. „Ich habe mich wahnsinnig mitgefreut, da ich Pascal schon aus seiner Nachwuchszeit kenne und ihn auf dem Weg zum Radprofi auch als Trainer sportwissenschaftlich betreut habe. Im Renndienstwagen, in dem ich den ersten Sportlichen Leiter Steffen Radochla unterstützt habe, erlebt man so einen Sieg noch einmal ganz anders. Über Funk haben wir erfahren, dass Pascal das hektische Finale gewonnen hat. Danach war auch bei uns im Auto der Jubel groß“, erzählt Schrot. „Im Ziel blieb nur wenig Zeit zum Feiern, denn es folgte der Cool-Down auf den Rollentrainern, die erste Nahrungsaufnahme und danach die Fahrt ins Hotel. Pascal kam nach Siegerehrung, Pressekonferenz und Dopingkontrolle verspätet am Hotel an, wo ihn das Team bereits empfing und nochmals auf den Sieg angestoßen wurde“, so Schrot weiter.
Um das Profi Team zu unterstützen wurde die Arbeit aufgeteilt, „Ich übernahm den Logistik-Part, wie die Abrechnung mit den Hotels aber auch die Verpflegung vor Ort. Bei so einem wichtigen Rennen, mit sommerlichen Temperaturen, ist es wichtig, dass die Fahrer bestmöglich betreut werden. Am Vortag wurde festgelegt, wer wo die Verpflegung macht“, erklärte Schrot.
Der in Bayern lebende Sportliche Leiter begleitete das World-Tour-Team aus Raubling die gesamte Woche über und erlebte mit, wie viele Hotelwechsel bei so einem großen Rennen stattfinden. „Wir waren beinahe jeden Tag in einem anderen Hotel, da kann man schon den Überblick verlieren, in welchem Ort man eigentlich ist.“
Nach einer Woche in Frankreich mit einem Etappensieg und dem sechsten Platz in der Gesamtwertung für Emanuel Buchmann ging es für Schrot mit vielen Erfahrungen nach Hause. „Es hat Spaß gemacht mit den ,Großen‘ mitzufahren und ein Teil davon gewesen zu sein. Ich werde einige Dinge auch in das Team Auto Eder Bayern mitnehmen.“re