Eishockey

Sigi Harrer: Der Torhüter-Entwickler

von Redaktion

Mit dem Gewinn des Stanley Cups durch Philipp Grubauer ist auch die erstklassige Ausbildung junger Torhüter der Starbulls Rosenheim in den Vordergrund gerückt. Grubauer reiht sich dabei ein in eine lange Historie erfolgreicher Eishockey-Torhüter, die ihr Handwerk im Rosenheimer Nachwuchs unter Trainer Siegfried Harrer erlernten.

Rosenheim – Harrer war früher selbst Profi und ist seit der Saison 1984/85 verantwortlich für die Ausbildung und Entwicklung junger Torwarttalente. Neben der Tätigkeit bei den Starbulls ist Harrer auch für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) tätig und übernimmt dort fest die Betreuung der U18-Torhüter.

Welche Gründe gab es, eine Laufbahn als Torhütertrainer einzuschlagen?

Da gibt es einen einzigen Namen: Hans Zach. Der Hans hat mich damals, als er die Junioren in Rosenheim trainierte, animiert, als Torwarttrainer hier anzufangen.

Welche Besonderheiten bestehen in der Arbeit mit Torhütern im Vergleich zu Feldspielern?

Ganz kurz, damit das auch für die Allgemeinheit verständlich wird. Der Torhüter hat sehr große Ähnlichkeiten in den athletischen Anforderungen mit einem Tennisspieler. Da sieht man bereits, dass im Bereich der Athletik ganz andere Anforderungen als bei Feldspielern bestehen, die ja alle 30 bis 60 Sekunden wechseln können. Ein Torhüter kann das nicht. Dann bestehen mittlerweile sehr viele Techniken im Torwartbereich, die mit einem Feldspieler nichts zu tun haben, genauso wenig, wie der Torhüter mit den spezifischen Techniken der Feldspieler etwas zu tun hat. Da muss man sagen, da rentiert sich der Torwarttrainer, weil er in diesem Bereich konstruktiv und gezielt arbeiten kann.

Gibt es Unterschiede beim Training in den unterschiedlichen Altersklassen?

Das ist im Prinzip genauso wie bei den Spielern. Man beginnt mit Basistechniken und dann geht das, je älter die Jungs werden, immer stärker in die Taktiken rein.

Was waren persönlich Ihre bisher schönsten Momente?

Als Spieler, das liegt natürlich schon irre lang zurück, habe ich mit meinem Heimatverein SC Reichersbeuern die deutsche Schülermeisterschaft gewonnen. So etwas bleibt als Highlight immer irgendwo mit hängen. Und dann natürlich der Aufstieg mit dem EV Rosenheim in die 1. Bundesliga. Ich war auch mal drei Jahre in Wolfsburg und wir haben dort das Finale erreicht, das war damals ein Riesenerfolg. Und wenn die Jungs jetzt die Schülermeisterschaft nach Rosenheim holen, ist das schon ein Highlight. Dann könnte man überleiten auf Philipp Grubauer, der ja lange Jahre unter meinen Fittichen war. Das ist schon etwas ganz Besonderes, wenn so ein Bursch das höchste im Eishockey erreicht, was es zu erreichen gibt.dbu

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