Reiten

Benjamin Werndl rekordverdächtig

von Redaktion

Mit rekordverdächtigen 77,442 Prozent gewannen Benjamin Werndl und Famoso die hochklassig besetzte Qualifikation zum Finale des Louisdor-Preises in Werder bei Berlin. „Das war Harmonie pur“, kommentierte Richterin Gudrun Hofinga begeistert.

Berlin – Das Paar aus Aubenhausen bestach mit einem Gleichmaß und einer Leichtigkeit, wie sie in einem Nachwuchspferde-Grand-Prix nur selten zu sehen sind. Zu den Höhepunkten zählten die fließenden Traversalverschiebungen im Trab, die schnurgeraden Galoppwechseltouren und die ausdrucksvolle Piaffe-Passage-Tour. Ein ganz besonderes Kompliment ging an den Reiter. Für Sitz und Einwirkung erhielt er von einem Richter die so gut wie nie vergebene Höchstnote 10.

Der Louisdor-Preis gilt als bedeutendste deutsche Turnierserie für Nachwuchspferde im Spitzensport. Dalera BB mit Jessica von Bredow-Werndl (Siegerin 2017) und Faustus mit Dorothee Schneider (2017 Zweiter) wurden vor kurzem in den Olympiakader berufen. Benjamin Werndl setzte sich das Ziel, Famoso in diesem Jahr für die Endrunde des Louisdor-Preises zu qualifizieren. In Hagen und Wiesbaden verpasste er mit dem erst neunjährigen Oldenburger Farewell-III-Sohn das Ticket nur knapp. Der dritte Anlauf auf Gestüt Bonhomme in Werder hätte nicht überzeugender gelingen können. Bereits die Einlaufprüfung hatte der 33-jährige Ausbilder mit 75,553 Prozent überraschend vor Team-Olympiasiegerin Kristina Bröring-Sprehe mit ihrer Zukunftshoffnung Destiny OLD gewinnen können. Vor seinem Ritt am Abschlusstag nahm sich Werndl vor, nicht zu viel nachzudenken und möglichst ruhig zu bleiben. „Ich bin sehr froh, dass ich alles so abliefern konnte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Famoso ist ein absolutes Zukunftspferd“, erklärte er überglücklich nach seinem Sieg. Erst seit zwei Jahren hat Werndl den hochbegabten Braunen im Stall. Wie sein derzeitiges Top-Pferd Daily Mirror gehört auch Famoso der Schweizerin Flora Keller.

In der Qualifikation zum Finale des Nürnberger Burg-Pokals, der renommierten Turnierserie für die besten deutschen Dressurpferde im Alter von sieben bis neun Jahren, präsentierte Werndl mit der achtjährigen Hannoveraner San-Amour-Tochter Sagami ein weiteres hoffnungsvolles Dressurtalent. Die feine, blutgeprägte braune Stute hat sich im vergangenen Jahr enorm entwickelt und platzierte sich in dem dicht beieinanderliegenden Spitzenfeld mit 74,902 Prozent an vierter Stelle. In dieser Saison gibt es noch sechs weitere Qualifikationsmöglichkeiten. Wie das Finale des Louisdor-Preises, findet die Endrunde des Nürnberger Burg-Pokals im Dezember in Frankfurt statt.sn

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