Rosenheim – Dieses Spiel ist das große Ziel, das sich die Sechziger gesetzt haben. „Wir wollen so lange wie möglich ganz vorne dabei sein, am besten bis zum letzten Spiel in Großhesselohe. Das ist zwar der klare Favorit, den wir aber ein bisschen ärgern wollen“, sagt Wolf-Dieter Dörfler, Vorstand und Sportwart. Großhesselohe muss rauf, ist die einhellige Meinung, mit Florian Mayer, dem Ex-Sechziger Sebastian Ofner und Matthias Bachinger hat man exzellente Spieler im Team. „Gegen die sind wir 20:80-Außenseiter, das ist eigentlich ein Erstliga-Team“, sagt Dörfler.
Ein Inder für 1860
Allerdings ist er von seiner Mannschaft auch überzeugt: „Unsere Mannschaft hat sich gut entwickelt und wir haben uns auch verstärkt“, so der Sportwart. Mit Mohamed Safwat (nach Essen), Pascal Brunner (nach Amberg), Ofner (Großhesselohe) und Krstin Pedja sind vier Spieler aus dem Vorjahr nicht mehr mit dabei. Der Stamm des letztjährigen Teams ist aber weiter an Bord: Die Österreicher Lukas Jastraunig, Max Neuchrist, Lenny Hampel, Sam Weissborn und Yannick Weihs sowie Thomas Statzberger und Rainer Eitzinger, der Italiener Ricardo Bellotti und die beiden heimischen Nachwuchsspieler Florian Haslbeck und Bastian Rapp. Neu hinzugekommen sind Sumit Nagal aus Indien, Matteo Viola aus Italien, Carlos Gomez-Herrera und Miguel Semmler aus Spanien. Wie gut die Rosenheimer beisammen sind, zeigt alleine die Tatsache, dass der letztjährige Spitzenspieler Bellotti nun auf Position sechs zum Einsatz kommt. „Unser Kader ist nach Großhesselohe der zweitstärkste“, sagt Dörfler – und Zweiter Vorstand Carina Stiglauer ergänzt: „…eigentlich müssen sie Angst haben.“
Zwei weitere Neuzugänge sind aller Voraussicht nach nicht für die Sechziger im Einsatz: Der Spanier Javier Marti fällt mit einem Armbruch aus, der Argentinier Federico Coria muss eine Sperre absitzen, weil er zwar bei einem Wettmanipulationsversuch vor drei Jahren – Coria hätte einen Satz verlieren müssen – brav nicht mitgespielt, diesen Versuch aber nicht weitergemeldet hat. Coria ist ab 12. August wieder spielberechtigt – dem Tag des vielleicht entscheidenden Spiels in Großhesselohe…
An Position eins ist der 20-jährige Inder Nagal im Einsatz. „Bernie Gleißner hat uns bei der Spielersuche geholfen. Nagal ist ein junger Spieler, der sich gut entwickelt und unbedingt in Europa spielen wollte“, berichtet Dörfler. Gut möglich, dass er künftig groß aufzeigt und in die Weltspitze kommt – so wie letztes Jahr Ofner, der es in Wimbledon bis in die dritte Runde geschafft hatte und dann an Alexander Zverev gescheitert war. Dies zeigt, dass in den nächsten Wochen in Rosenheim absolutes Spitzentennis gezeigt wird. „Du bist nirgends so nah dran“, schwärmt Dörfler, „und dann siehst du halt auch, wie schnell das Ganze ist“. Nach dem Aufstieg war das Zuschauerinteresse auch in der vergangenen Saison mit rund 400 Zuschauern pro Spiel schon gut. „Wir waren zufrieden, wollen das aber noch steigern“, gibt Stiglauer vor. „Die 500er-Marke wollen wir schon mal knacken“, sagt Dörfler.
Der Auftakt ist am Sonntag, 15. Juli, ab 11 Uhr gegen den TVH Rüsselsheim, weitere Heimpartien stehen am Freitag, 20. Juli (13 Uhr), gegen den TC Amberg am Schanzl, am Sonntag, 29. Juli (11 Uhr), gegen den TC Blau-Weiß Würzburg und am Sonntag, 5. August (11 Uhr), gegen den TC Wolfsberg Pforzheim auf dem Plan. Auswärts müssen die Rosenheimer zur SpVgg Hainsacker, zum TC Blau-Weiß Oberweier, TC BASF Ludwigshafen und eben TC Großhesselohe. Rüsselsheim und Amberg sind zwei Aufsteiger, wobei die Oberpfälzer schon ein Traditionsclub in der Tennisszene sind. „Die Liga ist stärker als im Vorjahr, es wird jeder voll auffahren müssen“, sagt Dörfler. Er kann stolz verkünden: „Wir starten mit Top-Besetzung.“
Der Wunsch ist, dass auch am letzten Spieltag mit „voller Kapelle“ in Großhesselohe gespielt wird – dann soll es noch um den Aufstieg gehen. Das Budget ist zuletzt natürlich gestiegen. „Wir haben neue Sponsoren dazugewonnen und große Unterstützung erhalten. Man sieht, dass Spitzentennis in Rosenheim ankommt“, stellt Stiglauer fest. „Mittelfristig wollen wir auch rauf“, gibt Dörfler vor. Ein kontinuierlicher Aufbau wäre ihm recht. „Aber wenn die Chance kommt, dann musst du sie nutzen.“ Ob Großhesselohe schon Angst hat?