1860 Rosenheim startet mit dem neuen Trainer Ogi Zaric in die Saison

Harte Arbeiter im Formel-1-Rennen

von Redaktion

Er ist 29 Jahre jung, ehrgeizig und weiß genau, was er von seiner Mannschaft will: Der Kufsteiner Ogi Zaric ist der neue Trainer von 1860 Rosenheim und startet mit seinem Team am Samstag, 13 Uhr, gegen Garching in die neue Saison. Im Interview mit der OVB-Sportredaktion sagt er: „Wir wollen den Fans mutigen, modernen und attraktiven Fußball bieten“.

Herr Zaric, vier Wochen Vorbereitung sind vorbei, wie ist Ihr Eindruck von Ihrem Team?

Sehr positiv – das ist eine sehr wissbegierige Mannschaft, genauso wie ich sie am Anfang kennengelernt habe. Die Spieler wollen ständig dazulernen und die Mannschaft gibt mir das Gefühl, dass sie hungrig ist. Und deshalb bin ich auch gewillt, dass ich alles gebe und ich versuche, jeden Spieler besser zu machen. Das soll nicht nur eine Floskel sein.

Wer hat sich in den Vordergrund gespielt?

Ich möchte hier niemand herausheben. Es war eine typische Vorbereitung mit vielen positiven Teilzielen, die wir erreicht haben und mit einem guten Gesamteindruck. Es ist aber noch nicht vorbei, sondern es ist ein ständiger Lernprozess.

Zwei, drei Sätze zu Ihren Neuzugängen?

Ich bin mit ihnen sehr zufrieden. Was uns wieder gelungen ist und das zeichnet uns als Mannschaft aus, dass die neuen Spieler sofort bestmöglich ins Team integriert wurden. Das hat nicht lange gedauert. Sportlich haben sie sowieso alle mehr als 100 Prozent gegeben, um sich aufzudrängen. Die neuen Spieler werden sicher noch ein bisschen Zeit brauchen, um sich an das Regionalliga-Niveau zu gewöhnen, aber sie sind auf einem sehr guten Weg.

Wer ist Ihr verlängerter Arm auf dem Spielfeld? Wer ist Kapitän?

Leider fällt Matthias Heiß wegen einer Sperre aus der letzten Saison zum Auftakt aus. Seine Position in der Mannschaft übernehmen mehrere Spieler, die sich durch eine enorme Präsenz auf dem Platz auszeichnen, wie zum Beispiel Danijel Majdancevic, Wiggerl Räuber und ein Georg Lenz. Die Kapitänsrolle im ersten Spiel übernimmt Wiggerl Räuber, der für mich auch einer der großen Gewinner der Vorbereitung ist. Er hat unheimlich viel Potenzial, ist in jedem Training ein Vorbild, obwohl er selbst noch so jung ist und er geht über die Schmerzgrenze. Er hat eine Siegermentalität, die nur wenige so ausstrahlen wie er.

Was sind die entscheidenden Punkte, dass 1860 Rosenheim eine gute Saison spielt?

In allererster Linie brauchen wir Konstanz. Das hat man letzte Saison gesehen. Wir hatten eine sehr intensive Vorbereitung und jetzt gilt es, das Wesentliche auf dem Platz zu bringen. Ich vergleiche es mal mit einem Formel-1-Rennen: Die Vorbereitung war das Qualifying, in dem man sich den Startplatz für die Mannschaft holt und jetzt geht es ins Rennen. Natürlich wäre es gut über 34 Runden ab und zu mal eine Bestzeit zu haben und gute Runden zu fahren. Nach 34 Runden muss dann die maximal beste Platzierung, die für uns möglich ist, rausspringen und da spielt in die Konstanz eine ganz wichtige Rolle.

Sie haben bei Ihrem Start von zwei Gesichtern der Mannschaft in der letzten Saison gesprochen. Eins in der Vorrunde, eins in der Rückrunde. Wie sieht die ungeschminkte Wahrheit aus?

Die Mannschaft ist im Stande Großes zu leisten und ich habe das Gefühl gewonnen, dass hier bei 1860 Rosenheim etwas entstehen kann. Ich möchte den Verantwortlichen im Verein und vor allem Hans Kroneck zurückzahlen, dass sie mir das Vertrauen gegeben haben, in so jungen Jahren Trainer einer so geilen Mannschaft sein zu dürfen. Wie gesagt, das Wichtigste ist die Konstanz: Wenn wir jetzt dreimal gewinnen, ist nicht gleich alles gut, aber wenn wir dreimal verlieren, ist auch nicht alles schlecht.

Was erwarten Sie vom Auftakt zu Hause und vom ersten Gegner Garching?

In der Analyse der Garchinger Mannschaft ist herausgekommen, dass sie zu Recht im letzten Jahr Tabellenvierter geworden ist. Und entsprechend groß ist auch der Respekt vor diesem Team, das ein sehr starker und unangenehmer Gegner zum Auftakt ist. Aber wir haben ein Heimspiel und wir wollen einfach das Gen entwickeln, dass wir in jedes Spiel reingehen um eine gute Partie abzuliefern. Wir wollen den Fans ein extrem mutiges 1860 Rosenheim zeigen.

Ihr Saisonziel? Ihr Meisterschaftsfavorit? Ihr ganz persönlicher Wunsch?

Meisterschaftsfavorit ist Bayern München II. Unser Saisonziel ist, dass wir alles, was wir Tag für Tag besprechen, bestmöglich auf den Platz bringen und natürlich wollen wir so früh wie möglich in die Planungen für die Regionalliga-Saison 2019/2020 gehen. Mein persönlicher Wunsch ist, dass die Fußballfans aus Rosenheim und der Umgebung der Mannschaft eine Chance geben, ins Stadion kommen und dann auch sehen, wie viel die Jungs investieren. Ich habe bei meiner Antrittsrede gesagt, dass ich harte Arbeiter sehen will und dieses Gefühl habe ich zu 100 Prozent. Ich weiß, dass ich viel fordere, aber ich will nicht nur der größte Forderer, sondern auch der größte Förderer der Spieler sein. Und ich will sehen, dass 1860 Rosenheim mutigen, modernen und attraktiven Fußball zeigt. Interview: Hans-Jürgen Ziegler

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