Tischtennis

Heimische Talente international am Start

von Redaktion

Das hat es noch nie gegeben: Wenn die Mannschaften des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am heutigen Freitag zu den 61. Jugend-Europameisterschaften, die vom 15. bis 24. Juli im rumänischen Cluj-Napoca stattfinden werden, aufbrechen, befinden sich im 18-köpfigen Aufgebot fünf Talente aus Kolbermoor.

Kolbermoor – Felix Wetzel (Buben), Laura Tiefenbrunner, Sarah Mantz (beide Mädchen), Mike Hollo (Schüler) sowie Naomi Pranjkovic (Schülerinnen) wurden von den jeweiligen Bundestrainern nominiert. Für Mantz und Pranjkovic ist es die erste EM-Teilnahme.

Erst auf der Zielgeraden löste Felix Wetzel die Fahrkarte nach Rumänien. „Natürlich bin ich froh, dabei sein zu dürfen“, erzählt der 15-Jährige. „Ein wenig überraschend kam für mich die Entscheidung aber schon.“ Während des zweiten von insgesamt drei Vorbereitungslehrgängen teilte Bundestrainer Zhu Xiaoyong mit, dass der Linkshänder, wie schon vor einem Jahr in Guimaraes (Portugal), damals aber noch bei den Schülern, mit dabei sein wird. „Ich bin gut in Form, weiß aber ganz genau, dass ich im Team-Wettbewerb wohl nicht zum Einsatz kommen werde.“

Die Zhu-Schützlinge starten als Titelverteidiger, sind jedoch diesmal an Position sechs gesetzt. Mit Cedric Meissner (TuS 92 Celle) und Fanbo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) stehen nämlich nur noch zwei „Golden Boys“ zur Verfügung. Im Einzel möchte Wetzel, der den SB/DJK Rosenheim zur neuen Saison in Richtung Bayern München verlassen wird, „die zweite oder dritte Runde erreichen“. In der Doppel-Konkurrenz geht es mit Kay Stumper (SV Salamander Kornwestheim) in die Box. Ein Debüt feiert der Linkshänder im Mixed an der Seite von Wenna Tu (NSU Neckarsulm).

Auch wenn Laura Tiefenbrunner erst 16 Jahre jung ist, so steht für den Neuzugang des Zweitligisten TSV Schwabhausen bereits zum dritten Mal die Teilnahme an einer Jugend-Europameisterschaft an. Dagegen betritt Sarah Mantz Neuland. Für die 18-Jährige ist es gleichzeitig altersbedingt auch der letzte Start. „Wenn wir uns mit dem Team für die Jugend-WM im Dezember in Australien qualifizieren könnten, wäre das ein Traum“, sind sich die beiden Eigengewächse des SV-DJK Kolbermoor einig. Allerdings ist das Mädchen-Quintett von Bundestrainerin Dana Weber lediglich an Position zwölf gesetzt. Für das Lösen des WM-Tickets muss mindestens Platz drei erreicht werden. Mit Rumänien und Frankreich warten gleich in der Vorrunde zwei ganz dicke Brocken. „Auch gegen diese beiden Teams haben wir Chancen“, sagt Tiefenbrunner und hofft, „dass wir mindestens das Viertelfinale erreichen“.

Mit konkreten Zielsetzungen für die drei Individual-Wettbewerbe hält sich das Duo zurück. Vieles sei von der Auslosung abhängig und diese findet erst am Dienstag in Cluj-Napoca statt. Im Doppel peilt Tiefenbrunner mit Franziska Schreiner (TV Busenbach) das Viertelfinale an. „Wir haben viel trainiert und wollen um eine Medaille kämpfen.“ Erstmalig startet Sarah Mantz mit der Engländerin Denise Payet. Im Mixed spielt Tiefenbrunner zusammen mit Fanbo Meng, während Mantz an der Seite von Benno Oehme (Post SV Mühlhausen) in die Box gehen wird.

Als einziges Mitglied der Schülermannschaft verfügt Mike Hollo aufgrund seines Debüts vor einem Jahr bereits über EM-Erfahrung. Der deutsche Meister wäre aufgrund seiner erst 14 Jahre auch in zwölf Monaten noch in der U15-Klasse startberechtigt. „Es spricht für Mike, dass er schon jetzt in dieser Altersklasse der beste Spieler in Deutschland ist“, sagt Bundestrainerin Eva Jeler. In der Team-Konkurrenz wurde die DTTB-Auswahl an Position acht gesetzt. Bereits in der Vorrunde kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem Topfavoriten aus Frankreich. Die weiteren Gegner sind Portugal sowie Ungarn. „Wir wollen Platz eins oder zwei belegen und uns damit direkt für das Achtelfinale qualifizieren“, sagt Hollo. „Allerdings warten schwere Partien auf uns.“ Dies gelte besonders für den Vergleich mit Frankreich.

Der Neuzugang des TuS Fürstenfeldbruck ist für den Einzel-Wettbewerb an Nummer neun eingestuft. „Deshalb möchte ich schon das Viertelfinale erreichen.“ Im Doppel mit dem kurzfristig nominierten Vincent Senkbeil (SV Bolzum) und im Mixed an der Seite von Sophia Klee (SC Niestetal) hänge viel von der Auslosung ab. „Mit Sophia ist aber schon eine Medaille möglich“, ergänzt Mike Hollo.

„Ich bin sehr aufgeregt. Die Vorfreude auf meine erste EM ist groß“, sagt Naomi Pranjkovic, die ebenfalls wie Mike Hollo noch ein weiteres U15-Jahr vor sich hat. Zwar findet sich die Schülerinnen-Auswahl in der Setzungsliste nur an Position sechs wieder, „doch wenn es gut läuft, ist schon eine Medaille möglich. Der Titel wäre natürlich perfekt.“ Doch dafür muss zunächst in der Vorrunde Litauen, an Nummer drei eingestuft, aus dem Weg geräumt werden. Bei den Slowakia und Italian Open gelang dies dem Team von Bundestrainerin Lara Broich bereits. „Wir können gegen alle Mannschaften gewinnen“, sagt die Drittligaspielerin aus Kolbermoor.

Die Konkurrenz im Einzel kann die 13-Jährige vor der Auslosung nicht einschätzen. „Zwei, drei Spiele möchte ich aber schon gewinnen.“ Im Doppel an der Seite von Annett Kaufmann (TTC Bietigheim-Bissingen) sei „durchaus das Viertelfinale machbar“. Eine Premiere feiert Pranjkovic im Mixed zusammen mit Hannes Hörmann (TV 1879 Hilpoltstein).

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