Eisschnelllauf

Hubert Hirschbichler: „Ich würde es noch einmal so machen“

von Redaktion

Es hatte sich bereits Anfang des Jahres abgezeichnet, nun ist es offiziell. Inzells Eisschnellläufer Hubert Hirschbichler hat seine aktive Laufbahn beendet.

„Es hat einige ausschlaggebende Gründe dafür gegeben“, sagt der 27-Jährige. „Ich habe schon immer meinen Fokus auf das Jahr 2018 gelegt und mein Karriereende dementsprechend geplant.“ Auch die Heimweltmeisterschaft im kommenden Februar war für Hirschbichler schließlich kein Anreiz mehr. „Ein wenig habe ich schon damit geliebäugelt, die WM noch mitzunehmen. Ich habe allerdings bezweifelt, ob ich dafür die Motivation noch einmal aufbringen kann“, gibt er zu. Dazu seien viele Punkte in seinem Leben Ende des Jahres 2017 zusammengekommen. Zum Beispiel die verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele in Südkorea und ganz einschneidend, die Geburt seiner Tochter Anna im Dezember.

Jetzt will sich Hubert Hirschbichler ganz seiner Familie mit Ehefrau Kristina widmen. Dazu wird er im heimischen Betrieb anpacken. „Mein Vater hat mich beim Ausführen des Leistungssports immer unterstützt, jetzt will ich ihm dafür einiges zurückgeben“, verspricht er. Als gelernter Metzgergeselle heißt es nun um 5 Uhr früh aufstehen. Am Abend hilft er in der heimischen Gastwirtschaft. Derzeit heißt es nur in den Betrieb hineinschnuppern, bis September ist die Bundeswehr noch sein Arbeitgeber. Nächstes Ziel ist die Meisterprüfung als Metzger.

Zurück zum Eishockey

Hubert Hirschbichler ist über das Eishockey beim DEC Inzell zum Eisschnelllaufen gekommen. Die Trainer hatten schon bald sein außergewöhnliches Talent erkannt. Vor allem als Jugendlicher hat er in seinen Altersklassen viele Wettkämpfe gewonnen. Auch Stürze haben ihn nicht aus der Bahn geworfen. „Als Eishakler denkst du beim Hinfallen schon wieder ans Aufstehen“, erklärt er schmunzelnd und gibt aber auch zu, dass damals die Konkurrenz noch etwas schwächer gewesen ist. Jetzt geht es für Hirschbichler zurück zum Eishockey. Er wird beim DEC Inzell in der Bezirksliga auf die Jagd nach Toren gehen. Einige Spiele hat er bereits in der vergangenen Saison bestritten und auch eine Reihe von Tore geschossen. „Eishockey war immer meine Leidenschaft und hat mir während meiner Karriere als Eisschnellläufer gefehlt.“

Zugute kommt ihm beim Eishockey seine Schnelligkeit, die er auch beim Fußball in der Kreisliga beim SC Inzell ausspielen will. Im Rückblick auf seine Karriere als Profisportler spricht er von anfangs „Wilden Zeiten“. „Es ist alles sehr einfach gewesen und hat großen Spaß gemacht und ich bin immer besser geworden. Es war eine tolle Zeit, auch zusammen mit meiner Schwester Gabi. Ich würde alles noch einmal so machen“, betont er und fügt hinzu: „Es ist aber auch gut so, wie es jetzt ist.“ Vor allem die tollen Freundschaften, die durch den Sport entstanden sind und die vielen Reisen nimmt er als positive Erinnerung mit.

Später Trainer im Nachwuchsbereich?

„Ich habe schöne sportliche Ergebnisse erreicht, leider ist mir der große Wurf, die Teilnahme an Olympia, verwehrt geblieben“, sagt er rückblickend. „Das hat nicht sein sollen, obwohl ich alles dafür gegeben habe. Es hat nicht gereicht, mein Gott, ist halt so gelaufen.“

Auch zum Start bei einer Weltmeisterschaft hat es nicht gereicht. Einmal hatte er die Quali dafür in der Tasche, ist aber dann vom Verband nicht mitgenommen worden. Nicht missen möchte er auch die Zeiten im Team Inzell mit seiner Schwester Gabi, Roxanne und Joel Dufter sowie Moritz Geisreiter. „Das ist ein tolles Team gewesen“, gibt er zu. Derzeit will er vom Eisschnelllaufen etwas Abstand gewinnen, schließt es aber nicht aus, im Winter mit Kindern aufs Eis zu gehen und eine Trainerlaufbahn zu gewinnen. Großen Wert legt Hubert Hirschbichler darauf, sich bei vielen Weggefährten zu bedanken. Ohne Trainer, Eltern oder Physiotherapeuten wäre vieles nicht möglich gewesen. Auch die Unterstützung durch die Bundeswehr und dem Verband sei immer wichtig gewesen.

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