München – Die bayerischen Meisterschaften auf der Olympia-Reitanlage München-Riem sind für die Priener Para-Reiterin Julia Porzelt vom PSV Fembach auf dem Programm gestanden.
Sie ging hier nicht mit ihrer bewährten Stute Lettenhofs lovely Daintiness an den Start, mit der sie bereits einen deutschen und mehrere bayerische Meistertitel erringen konnte und die an einer langwierigen Knieverletzung laboriert. Stattdessen ritt sie mit dem Oldenburger Wallach Bruno, welcher ihr von der Berliner Züchterin Anke Strohscheer zur Verfügung gestellt wird. Reiterin und Pferd hatten erst seit neun Wochen zusammen trainiert und das Pferd musste sich erst an die Reitweise der von Geburt an schwer behinderten Reiterin gewöhnen. Porzelt verfügt nur über Oberschenkelstümpfe und unvollständig ausgebildete Hände, und lenkt das Pferd maßgeblich über zwei Gerten.
Das Pflichtprogramm verlief nicht nach Wunsch. In den ersten Minuten des Programms konnten Reiterin und Pferd zwar Spitzennoten für die einzelnen Übungsteile erzielen, aber dann musste Porzelt den Ritt kurz vor Ende abbrechen, da sie von starken Krämpfen im rechten Arm geplagt wurde und das Pferd nicht mehr in Zaum halten konnte. Somit war der Traum von einem weiteren bayerischen Meistertitel ausgeträumt. Deutlich besser erging es beiden dann in der Musik-Kür am nächsten Tag, wo sie unter den kritischen Augen ihrer Trainerin Annkatrin Anselstetter und des fachkundigen Publikums hervorragende Wertungsnoten erzielten und den Ritt mit einer Gesamtwertung von 73,25 Prozent abschloss.re