Rosenheim – Wiedergutmachung wollten der TSV 1860 Rosenheim und der FC Augsburg II in der Fußball-Regionalliga Bayern nach ihren Niederlagen vom Wochenende betreiben. Das ist ihnen mit dem 1:1-Unentschieden gestern Abend im Rosenheimer Jahnstadion nicht ganz geglückt. Dennoch können beide Seiten mit dem einen Punkt leben.
Die Augsburger holten sich den ersten Punkt in der noch jungen Spielzeit. „Das war bislang das beste Spiel“, meinte Co-Trainer Janosch Landsberger. „Natürlich ärgern wir uns, dass nicht drei Punkte in Rosenheim geblieben sind. Aber wir zeigen früh in der Saison schon eine sehr gute Spielanlage, das ist guter Ballbesitzfußball. Und vier Punkte nach drei Spielen sind okay“, fasste 1860-Coach Ognjen Zaric zusammen.
Vor allem zeigte sich seine Mannschaft taktisch flexibel. Hatte Zaric gegen Garching auf eine Dreierkette und hochgestellten Außenbahnspielern gesetzt, so kam gegen Augsburg die klassische Viererkette mit zwei Sechsern davor zum Einsatz. „Wir wollen den Spielstil weiterentwickeln, wir wollen uns dem modernen Fußball anpassen und Räume bespielen, unabhängig von der Grundordnung – das war ein wesentlicher Bestandteil in der Vorbereitung und das haben die Jungs sehr gut gemacht“, lobte Zaric, der eigentlich nur etwas an der Chancenverwertung auszusetzen hatte. „In der ersten Halbzeit hatten wir 7:1 Torschüsse und liegen dann 0:1 hinten. Das war extrem ärgerlich“, so der Rosenheimer Trainer.
Die besten Chancen erarbeitete man sich durch eine forsche Spielweise. Das gut organisierte Pressing führte dazu, dass die Augsburger oftmals zum eigenen Torhüter spielten, und als auch dieser angelaufen wurde, landete der Ball zweimal bei den Sechzigern. Einmal bediente Michael Neumeier dann Omar Jahic, der freistehend in der Mitte verzog, einmal verrannte sich Philipp Maier und blieb ohne Abschluss.
Aus dem Nichts fiel dann die Führung der Gäste per Kopfball von Nicola Della Schiava nach einer Ecke. Glück dann für 1860, dass die Augsburger nicht noch vor dem Halbzeitpfiff das zweite Tor markierten, Keeper Mario Stockenreiter fing den Konter von Felix Schwarzholz mit einer starken Parade ab.
Die Sechziger waren auch nach dem Wechsel bemüht, den Ball vors Tor zu bringen. Dies klappte allerdings nicht so recht, ehe Pius Krätschmer einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum schlug. Die Gäste konnten den Ball zwar aus der unmittelbaren Gefahrenzone köpfen, im Rückraum stand aber Neumeier goldrichtig, nahm die Kugel aus über 20 Metern direkt und das Spielgerät flog in den Winkel – ein Treffer Marke „Tor des Monats“. Es war der zweite wichtige Treffer für den Neuzugang. „Ein guter Junge, der im Training wissbegierig und hungrig ist und viel früher auf Regionalliga-Niveau ist, wie viele gedacht haben“, lobt Zaric.
Nach dem Ausgleich hatten beide Teams noch jeweils eine gute Chance zum Sieg: Danijel Majdancevic war nach einer Hereingabe etwas zu überrascht, auf der anderen Seite parierte Stockenreiter gegen Sebastiano Nappo. Es blieb beim 1:1. Erfreulich für 1860: Korbinian Linner gab nach der Antibiotika-Behandlung wegen Zeckenbisse sein Comeback und war fast 25 Minuten im Einsatz.
TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Lenz, Heiß, Krätschmer (ab 69. Shabani), Tobias (ab 67. Linner), Maier, Neumeier, Mayerl, Räuber, Majdancevic, Jahic (ab 80. Goncalves).
Schiedsrichter: Hartl (Hacklberg).
Zuschauer: 390.
Tore: 0:1 Della Schiava (43.), 1:1 Neumeier (56.).tn