Motorsport

Lettenbichler auf den Spuren des Papas

von Redaktion

Ganz knapp am Sieg vorbei schrammte Manuel Lettenbichler aus Kiefersfelden bei der 15. Ausgabe der „Red Bull Romaniacs“, einer der härtesten Hard-Enduro-Rallyes der Welt, die sein Vater Andreas vor neun Jahren schon einmal für sich entscheiden konnte.


Sibiu
– Die „Red Bull Romaniacs“, der vierte von acht Läufen zur heurigen „World Enduro Super Series“, wurde in Sibiu (Rumänien) ausgetragen. Nach seinen Podestplätzen zum Saisonauftakt beim „Extreme XL Lagare“ in Portugal und dem „Erzberg-Rodeo“ (wir berichteten), rechnete sich Manuel Lettenbichler auch diesmal wieder gute Chancen auf eine weitere Spitzenplatzierung aus. Dazu hieß es für ihn aber erst einmal, sein Motorrad fünf Tage lang voll konzentriert auf höchsten Niveau zu bewegen. Nach einem spektakulären Innenstadt-Prolog vor tausenden von Zuschauern folgten in den Karpaten vier bis zu 260 Kilometer lange Tagesetappen, welche die Fahrer an ihre körperlichen Grenzen brachten.

Der lockere Auftakt beim Prolog sollte eigentlich nur als Einstimmung auf die nachfolgenden, alles entscheidenden Offroad-Tage dienen, doch, wie sich später herausstellte, fiel dabei aber schon die Entscheidung über den Gesamtsieg. William Bolt aus Großbritannien fuhr die schnellste Zeit. Wade Young aus Südafrika wurde Zweiter, Taddy Blazusiak aus Polen Dritter und Manuel Lettenbichler Vierter, jeweils nur zwei beziehungsweise eine Sekunde voneinander getrennt. Gemäß Reglement gab es für jeden Fahrer hinter dem Prolog-Ersten eine zusätzliche Minute Additionszeit zur späteren Gesamtzeit, das bedeutete für Young eine und für Lettenbichler drei Minuten – und genau diese zwei Minuten Unterschied sollte später der Abstand zwischen den beiden im Ziel sein.

Der erste Offroad-Tag war mit über acht Stunden Fahrzeit der längste. Lettenbichler gewann die Tageswertung mit einer Minute Vorsprung vor Young. Der Brite Jonny Walker wurde Dritter mit zehn Minuten Rückstand. Knapp sechs Stunden waren die Piloten dann am zweiten Tag im Gelände unterwegs, wobei Young knapp eine Minute vor Walker und deren drei vor Lettenbichler ins Ziel kam. Auch Tag drei brachte noch keine endgültige Entscheidung, als Young und Lettenbichler nach knapp sechs Stunden Fahrzeit nahezu zeitgleich ins Ziel kamen, während Walker als Dritter erneut mehr als 17 Minuten verlor.

Als die Spitzenfahrer am Morgen des finalen Offroad-Tages auf die Strecke gingen, war die Stimmung angespannt. Young und Lettenbichler lagen in der Gesamtwertung nur vier Minuten auseinander und Walker lag mit 30 Minuten Abstand auf der Lauer. Manuel Lettenbichler fuhr das Rennen seines Lebens, wofür er dann auch mit dem Tagessieg vor Young und Walker belohnt wurde. Allerdings fehlten ihm am Ende, nach vier brutalen Offroad-Tagen und dem Prolog, in der Gesamtzeit dann doch genau diese zwei Minuten Additionszeit aus dem Prolog, um den Führenden Young noch vom ersten Platz verdrängen zu können. Walker blieb Dritter vor dem Prologsieger Bolt.sc

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