Fussball

C-Klasse macht Lucky Rangers glücklich

von Redaktion

Über eine Stunde vor dem Spiel ist also schon hergerichtet: Der Platz ist abgekreidet, die Coaching-Zone aufgebaut und auch das Netz mit den Spielbällen liegt bereit. Alleine daran sieht man: Die Lucky Rangers sind heiß auf den Start in die Fußball-Saison. Das „Projekt C-Klasse“ läuft.

Kolbermoor – Begonnen hat es schon wesentlich früher. „Wir hatten seit etwa einem Jahr das ,Projekt C-Klasse‘ ins Leben gerufen“, erzählt Josef Schrank, Zweiter Vorstand bei den Lucky Rangers. Die waren Mitbegründer der Rosenheimer Fußball-Hobbyliga, seit 1981 dabei und haben gute wie auch schlechte Zeiten durchgemacht. Zuletzt wurden dort die Teilnehmer aber immer weniger. „Letztes Jahr haben wir nur noch mit sieben Mannschaften gespielt“, sagt Schrank. Und das gerade, als die Lucky Rangers wieder Fahrt aufgenommen hatten. „Wir haben vor einigen Jahren mit etlichen jungen Leuten einen Neuanfang erlebt. Deshalb mussten wir für uns überlegen, was wir machen“, erklärt Schrank. Resultat war das „Projekt C-Klasse“.

Nun also das erste Punktspiel der Lucky Rangers, genauer gesagt von LR 1981 Kolbermoor. LR ist, logisch, die Abkürzung für Lucky Rangers. Dazu kommen das Gründungsjahr und die Referenz an die neue Heimat – fertig ist der neue Vereinsname. Kolbermoor deshalb, weil man auf dem Sportgelände Am Rothbachl trainiert und spielt. „Da muss man der Stadt Kolbermoor danken, die hat uns ihre Sportanlage zur Verfügung gestellt“, sagt Schrank. Das zweite Problem war finanzieller Art: Neuanmeldung, Spielerpässe und mehr kosten Geld, ein niedriger vierstelliger Betrag muss aufgewendet werden, bevor man das erste Mal gegen die Kugel treten kann. „Es ist zwar hart, aber es ist machbar.“

Sportliche Fragen beantworten die beiden Vorstände, Manfred Ried und eben Schrank. Denn: Einen Trainer können sich die Lucky Rangers nicht leisten. „Das müsste dann schon jemand ehrenamtlich machen“, sagt Schrank. Ried und Schrank übernehmen derweil. Einer spielt, einer steht an der Seitenlinie. Zum Auftakt ist Ried im neu gesponserten Dress, während Schrank draußen coacht.

Mit knapp 30 Akteuren ist der Teamkader für die C-Klasse groß. „Es sind noch einige Leute auf den Zug aufgesprungen“, erzählt Schrank. Die Trainingsbeteiligung ist groß: „Es hat schon was, wenn du mit 16, 18 oder 20 Leuten dastehst.“ Für das erste Spiel gegen Wolga Bad Aibling haben die Vorstände elf Mann plus drei Wechselspieler nominiert. „Wir brauchen den großen Kader aber auch“, sagt Schrank, „neben den Spielern auf dem Platz brauchen wir auch noch zwei Leute für den Verkauf, zwei für den Platzaufbau, einen, der für den Schiri da ist.“ Der Spielerkader wird komplett mit eingebunden. „Nur so geht es auch.“

Auch deshalb war am Spieltag alles frühzeitig vorbereitet, Schrank kann sich ganz auf das Team konzentrieren. „Davon haben wir lange geträumt, jetzt ist es so weit“, schwört er die Mannschaft in der Kabine ein, „habt Spaß, das ist die Hauptsache“, gibt er ihr mit auf den Weg. Die Trinkflaschen sind gefüllt, Traubenzucker steht bereit. Ried klatscht an der Kabinentür noch einmal alle Teamkollegen ab. Und dann geht’s los – und wie: dritte Minute, das 1:0. Stürmer Marco hat die Hereingabe von Ronny ins Tor befördert. Weitere drei Minuten später das 2:0 durch Ronny – es läuft. Dann wird es kurz hektisch, Torwart Christian reagiert stark, der Pfosten rettet. Beim Gegentor ist er machtlos. Interne Kritik wird im Keim erstickt: „Nicht schimpfen, weitermachen.“ Das gilt auch für Vorstand Ried, der verzweifelt: „Heute geht mir nix aus.“ Kurze Zeit später leitet er einen Angriff ein, der zum nächsten Treffer führt. Die Nervosität löst sich, weil Marco und Ronny einen 4:1-Vorsprung herausschießen, Verteidiger Simon hinten mit letztem Einsatz rettet und Abwehrchef Florian gut organisiert. Am Ende bringen die Lucky Rangers ihren ersten Sieg mit 5:3 nach Hause – ein historischer Moment. „Der ein oder andere hat den wohl noch richtig gefeiert“, lacht Schrank, der selbst sagt: „Für uns war es ein gelungener Einstand.“ Aber noch zu wenig für höhere Ziele. Immerhin spielt der ehemalige Hobbyliga-Kollege Fortuna Rosenheim schon in der B-Klasse. „Wir wollen Spaß haben, nicht Letzter werden, und uns erst einmal etablieren“, sagt Schrank, der mit seiner Mannschaft morgen die nächste Bewährungsprobe hat: Dann geht es zum B-Klassen-Absteiger Heufeld II. Mit ihm als Trainer oder im Trikot? „Eher an der Linie“, sagt Schrank. „Never change a winning team“ gilt auch in der C-Klasse.

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