Eichstätt – Die Treffer vor 700 Zuschauern im Liqui-Moly-Stadion erzielten Marcel Schelle, Doppelpacker Julian Kügel und Comebacker Fabian Eberle. Der TSV 1860 Rosenheim ging in der Fremde einmal mehr leer aus; und so bleibt es bei einem mageren Treffer in sechs Auswärtsspielen. Dabei be-gannen die Rothemden gut und hatten leichte Feldvorteile, wohingegen die Eichstätter keinen Zugriff fanden. In der 19. Minute bewahrte VfB-Keeper Thomas Bauer seine Farben vor einem Rückstand, als er mit den Zehenspitzen vor dem ein-schussbereiten Danijel Majdancevic gerade noch rettete. „Wenn wir aus Eichstätt etwas mitnehmen wollen, dann müssen wir hier nach unserer guten Anfangsphase in Führung gehen“, blickte TSV-Trainer Zaric zurück. Und VfB-Trainer Markus Mattes, der Abwehrchef Benjamin Schmidramsl (Außenbandabriss) kurzfristig ersetzen musste, meinte: „Da hatten wir das Glück auf unserer Seite.“
Als Ersatz für Schmidraml stand Maximilian Eberwein neben Michael Zant in der Innenverteidigung. Und für Zant ging es bekanntlich gegen seinen Ex-Verein. „Das war schon eine besondere Partie für mich und auch ein klein wenig emotional. Denn meine Familie lebt noch immer in Rosenheim“, sagte der Abwehrhüne nach dem sechsten Eichstätter Saisonsieg und bilanzierte: „Wir haben gut gespielt und verdient gewonnen. Da freut man sich immer, auch wenn es gegen den ehemaligen Verein ist.“
In der 30. Minute fiel das zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende 1:0 für die Hausherren. Julian Kügel hatte sich auf der rechten Seite gegen Pius Krätschmer durchgesetzt, legte zurück in den Rückraum und Schelle markierte mit einem überlegten Schuss aus 15 Metern die Führung. Kurz vor der Pause drückte 1860 vehement auf den Ausgleichstreffer. Doch die Hausherren überstanden diese Drangphase mit einigen Eckbällen und langen Einwürfen schadlos.
Mit einem Doppelschlag in der 58. und 61. Minute zogen die Mattes-Schützlinge den Rosenheimern dann endgültig den Zahn. War Julian Kügel in der 48. Minute auf dem Weg zum 2:0 von Schiedsrichter Florian Böhm wegen einer angeblichen Abseits-stellung noch zurückgepfiffen worden, schraubte er das Ergebnis binnen weniger Minuten mit zwei sehenswerten Treffern auf 3:0 in die Höhe. Beide Male war Kügel mustergültig bedient worden, ließ seinen Gegenspieler Christoph Wallner mit einer einfachen Köpertäuschung stehen und vollendete gekonnt mit dem Außenrist. „Wir sind zu früh auf den Ausgleichstreffer gegangen und waren in dieser Phase zu ungeduldig. Die beiden Gegentreffer waren unser Genickbruch“, bilanzierte Zaric.
Während Schelle (71.) per Freistoß, Scintu (72.) mit einem Kopfball an die Latte und Atdhedon Lushi (78.) den vierten Treffer vergaben, gelang dieser dem in der 63. Minute eingewechselten Fabian Eberle. Der Eichstätter Torjäger sprang nach einer Freistoßflanke Zants höher wie TSV-Keeper Mario Stockenreiter, beförderte die Kugel zum 4:0-Endstand ins Tor und beendete damit seine 568 Minuten andauernde Torflaute. Zu diesem Zeitpunkt war der TSV schon nur noch zu zehnt auf dem Platz, da der erst in der 75. Minute eingewechselte Andrija Bosnjak nach zwei Foulspielen die Ampelkarte gesehen hatte.
TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Lenz, Heiß, Krätschmer (ab 46. Christoph Wallner), Köhler, Räuber, Shabani (ab 64. Jahic), Neumeier (ab 75. Bosnjak), Tobias, Majdancevic, Einsiedler.
Schiedsrichter: Böhm (BCF Wolfratshausen).
Zuschauer: 700.
Tore: 1:0 Schelle (29.), 2:0 Kügel (58.), 3:0 Kügel (61.), 4:0 Eberle (90.+1).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Bosnjak (89.).nd