Portimão – Motorradrennfahrer Markus Reiterberger hat weiterhin die besten Chancen, sich den Titel in der Superstock-1000-Europameisterschaft zu holen. Beim vorletzten Rennen der Serie in Portimão (Portugal) holte der 24-jährige Obinger als Dritter mit seiner BMW S 1000 RR wertvolle Punkte.
Vor dem Saisonfinale in Magny-Cours (Frankreich/28. bis 30 September) führt der alpha Racing-Van Zon-BMW-Pilot mit 140 Punkten vor seinem Markenkollegen Roberto Tamburini (122) und Maximilian Scheib (121) auf Aprilia. Scheib war bislang sein härtester Verfolger gewesen, fiel aber durch Rang fünf in Portugal zurück, während Tamburini das Rennen auf dem Kurs in Portimão gewann.
Nach der langen Rennpause hatte sich Reiterberger sehr auf die Veranstaltung in Portugal gefreut. Da er neben den Tests mit der EM-Maschine auch viel mit anderen Motorrädern trainiert habe und die Strecke sehr möge, „dürfte ich genug Fahrpraxis haben, das wird höchstens auf den ersten zwei, drei Runden schwierig werden“, hatte er gemutmaßt.
Der Lauf begann gut für den Piloten des Teams alpha Racing-Van Zon-BMW. Er startete von der zweiten Position und übernahm bereits vor der ersten Kurve die Führung. Es gelang ihm aber nicht, einen Abstand zu seinen Verfolgern herauszufahren. Federico Sandi (Italien/Ducati) blieb ihm dicht auf den Fersen und überholte aus dem Windschatten heraus. Der Obinger wurde anschließend auch von Roberto Tamburini unter Druck gesetzt. Der Italiener zog in der dritten Runde an Reiterberger vorbei.
Bereits in dieser frühen Phase konnte der 24-Jährige seine gewünschte Ideallinie nicht halten. Er verlor besonders im Kurvenausgang wertvolle Zeit auf seine Konkurrenten. Auch Yamaha-Werkspilot Florian Marino schloss die Lücke zu Reiterberger und ging vorbei. Mit hohem Risiko kämpfte sich der Meisterschaftsführende zurück und konnte Marino zwei Runden vor Ende des Rennens erfolgreich aus dem Windschatten attackieren. Er verteidigte diese Position bis ins Ziel und erkämpfte sich somit den dritten Platz.
„Das war kein Spaziergang. In den freien Trainings hatte ich noch kein gutes Gefühl für das Motorrad, das hat sich aber im Qualifying verbessert“, berichtet er. „Wir konnten den Speed mit der technischen Anpassung aber nicht über die Renndistanz bringen. Ich musste deshalb ein kluges Rennen fahren. Vor allem ab Rennmitte habe ich die Position nur noch gerettet“, zeigt er sich dennoch zufrieden. Denn: „Wir haben wertvolle Punkte für die Meisterschaft gesammelt, und wir haben immer noch eine gute Ausgangsposition für das Saisonfinale in Magny-Cours.“
Im vorletzten Lauf der WM Supersport 300 setzte sich Scott Deroue (Niederlande) vor seinem Kawasaki-Markenkollegen Mika Perez (Spanien) sowie Manuel Gonzalez (Spanien/Yamaha) durch. Er rückte damit in der Gesamtwertung mit 80 Punkten auf Rang zwei hinter Spitzenreiterin Ana Carrasco (Spanien/Kawasaki/90) auf, die diesmal Zehnte wurde, Rang drei nimmt Perez (72) ein. Luca Grünwald (Freudenberg KTM WorldSSP Team) – im Training Zwölfter – blieb diesmal nach einem Sturz als 29. ohne Punktgewinn und fiel in der Gesamtwertung mit 68 Zählern auf Rang vier zurück.who