von Redaktion

Die Starbulls-Eishockeyspieler lieben es spannend. Gestern Abend lagen die Rosenheimer inHöchstadt bis zur 54. Minute mit 1:4 im Rückstand, ehe sie innerhalb von 3:21 Minuten den Ausgleich erzielten und das Spiel kurz nach Beginn der Verlängerung für sich entschieden.

Furiose Aufholjagd mit Sieg belohnt

Höchstadt – „Für die Zuschauer mag das ganz nett sein, aber mich kostet das sehr viele Nerven,“ erklärte Starbulls-Trainer Manuel Kofler bereits letzten Mittwoch, nachdem sein Team zum zweiten Mal einen Zwei-Tore-Rückstand in einen Sieg verwandelte. Gestern Abend beim Gastspiel in Höchstadt war es noch krasser. Die Starbulls lagen 1:4 im Rückstand, starteten eine furiose Aufholjagd und gewannen schließlich in der Verlängerung durch einen Treffer von Michael Fröhlich mit 5:4 Toren.

Der Auftakt verlief eigentlich optimal für den Gastgeber. Die Gäste wollten offenbar besonders aggressiv beginnen – und übertrieben dabei etwas. Vor allem Nikolaus Meier, der nach einer frühen Zeitstrafe gegen einen Kollegen kurz danach völlig unnötig Michal Petrak von hinten gegen die Bande checkte. Der Neuling spielte die 5:3-Überzahl nicht unbedingt druckvoll, dafür aber geduldig aus. Und am Ende der Puckstafette stand dann Markus Babinsky, der aus zentraler Position mit solcher Wucht schoss, dass Lukas Steinhauer seine Fanghand gar nicht mehr in die Höhe brachte. 1:0 in der 3. Minute – das verlieh den Alligators durchaus Selbstbewusstsein.

Auf Augenhöhe ging es nun lange Zeit mit hohem Tempo hin und her. Die ganz großen Chancen blieben auf beiden Seiten aus, die Rosenheimer waren etwas schneller auf den Kufen unterwegs, der HEC machte aber die Räume clever dicht und konterte in Ansätzen gut, nennenswerte Anschlüsse konnten aber nur Lukas Lenk mit einer Direktabnahme, die übers Tor ging, und Ondrej Nedved mit einem Außennetztreffer verzeichnen.

Auf der Gegenseite wurde der in Landshut überragende Höchstadter Goalie Philipp Schnierstein auch nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt, auch wenn eine Flugeinlage nach einem verunglückten Distanzschuss der Starbulls spektakulär war.

Auch drei eigene Unterzahlsituationen überstanden die Alligators unbeschadet, sodass vieles darauf hindeutete, dass der Aufsteiger mit einer Führung in die Pause gehen könnte. Doch 29 Sekunden vor der Sirene schlug der Favorit fast aus dem Nichts zu: Aus einer unübersichtlichen Situation gelangte der Puck parallel zum Tor zu Tom Pauker, der keine Probleme hatte auszugleichen. Kein Wunder, dass beim Gang in die Kabine wenig später die Höchstadter Schläger wütend gegen die Wände geknallt wurden – das war eine Unachtsamkeit.

Nach dem ersten Seitenwechsel erhöhten die Starbulls den Druck, die Hausherren hatten Probleme, sich zu befreien. Nach knapp zehn Minuten schwammen sich die Alligators frei, zogen eine Zeitstrafe – und gleich noch eine. Wieder Fünf gegen Drei. Ein Kracher von Nedved wurde vom nach dem ersten Drittel eingewechselten Lukas Endres entschärft, wenig später zappelte die Scheibe aber im Netz. Endres hatte sie nach einem Distanzschuss von Nedved fallen lassen, Vitalij Aab staubte zum 2:1 ab.

Rosenheim zeigte sich beeindruckt und kassiert prompt den dritten Gegentreffer von Jiri Mikesz nach einem erneuten Fehler des Keepers.

Danach fand Rosenheim seine Linie zunächst nicht wieder. Auch eine Strafzeit gegen Oleg Seibel hatte keine negativen Folgen für die Alligators, Dann belohnte Hauptschiedsrichter Ruben Kapzan eine Schwalbe der Starbulls und sprach wieder eine Strafe gegen Florian Szwajda aus. Der HEC wehret sich mit aller Macht - erfolgreich. Und die Hausherren gingen sogar mit 4:1-in Führung. Die Entscheidung? Nicht gegen Rosenheim, das wieder einmal zurückkam. 2:3 durch Tom Pauker, 3:4 durch Daniel Bucheli, 4:4 durch Dusan Frosch – das alles in 3:21 Minuten. Verlänerung und da traf Micahel Fröhlich nach 66 Sekunden zum umjubelten 5:4-Siegtreffer.

Spielstatistik: Höchstadt - Starbulls Rosenheim 4:5 (1:1, 2:0, 1:3, 0:1) Tore: 1:0 Babinsky/Vorlagen Nedved/Aab (2:45), 1:1 Pauker/Meier/Gottwald (19:31), 2:1 Aab/Nedved (31:13), 3:1 Mikesz/Deske/Neugebauer(32:18), 4:1 Petrak (41:29), 4:2 Pauker (53:49), 4:3 Baindl (55:30), 4:4 Frosch (57:10), 4:5 Fröhlich (61:06)

Zuschauer: 880. Schiedsrichter: Ruben Kapzan; Strafzeiten: Höchstatd 26, Starbulls Rosenheim 10. hp/bz

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