Am Tiefpunkt angekommen

von Redaktion

Fussball-Regionalliga 1860 Rosenheim ist nach 0:2 gegen Pipinsried Tabellenletzter

Nachdenklich: Das Rosenheimer Trainergespann Ogi Zaric (rechts) und Thomas Kasparetti.

Rosenheim – Noch vor zwei Wochen fügte der Fußball-Regionalligist 1860 Rosenheim Spitzenreiter Bayern München II die erste Saisonniederlage bei, bot eine begeisternde Leistung, doch am Samstag war davon nichts mehr zu sehen. Nach der 0:2-Heimniederlage rutschten die Sechziger auf den letzten Tabellenplatz ab und wurden von Pipinsried überholt.

Was hilft ein Sieg gegen Bayern, wenn man danach gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt verliert – nichts. Bedenklich ist nicht, dass man einmal ein Heimspiel verliert, sondern das Wie. Der Sieg von Pipinsried war total verdient und hätte aufgrund der zweiten Halbzeit sogar noch höher ausfallen können. 1860 Rosenheim bot seine bisher schlechteste Heimleistung: Viele Fehlpässe, kein Selbstvertrauen, kaum Torchancen, individuelle Fehler – so kann man nicht einmal gegen den Tabellendrittletzten gewinnen. Zwar hatten die Rosenheimer die erste gute Torchance durch Leopold Krügers Direktabnahme nach Vorarbeit von Michael Neumeier, doch Pipinsried kämpfte sich von Minute zu Minute besser ins Spiel und ging kurz vor der Halbzeit durch einen Klasse-Kopfball von Luis Grassow in Führung. Max Mayerl verursachte vorher eine unnötige Ecke, aus der die Führung resultierte.

In der zweiten Halbzeit verhinderte nur die schwache Chancenauswertung der Gäste die frühere Vorentscheidung und eine klarere Führung, wobei die Rosenheimer eine gute Chance zum 1:1-Ausgleich hatten. Danijel Majdancevic zog ab, doch seinen Schuss parierte Pipinsrieds Keeper Reichlmayr mit einer starken Fußabwehr und den Nachschuss setzte der kurz vorher eingewechselte Omer Jahic weit über das Tor. Pipinsried hätte danach bei Großchancen des Ex-Rosenheimers Michi Denz (50.), Fabian Hürzeler (58./Pfostenschuss) oder Marian Knecht (60.), der knapp am langen Eck vorbei zielte, das 2:0 erzielen müssen.

Das fiel dann in der 72. Minute, als Kasim Rabihic frei vor Stockenreiter den Ball ins Tor schob – 0:2. Rosenheim war geschlagen und hatte nur noch in der Nachspielzeit durch einen Kopfball des besten Sechzigers Markus Einsiedler eine Chance, aber der Ball landete am Pfosten. Den Rosenheimern merkte man das Fehlen von Kapitän und Abwehrchef Mathias Heiß und von Mittelfeldspieler Philipp Maier deutlich an. Beide waren gesperrt.

TSV 1860: Stockenreiter – Köhler, C. Wallner, Lenz, Mayerl (77. Tobias) – Räuber, Krätschmer – Neumeier (62. Linner), Einsiedler, Krüger (54. Jahic) – Majdancevic.

Schiedsrichter: Treiber (Neuburg/Donau). – Tore: 0:1 (43.) Grassow, 0:2 (72.) Rabihic.

Zuschauer: 350. bz

„Das 1:0 ist aus dem Nichts gefallen“

Fabian Hürzeler (Spielertrainer FC Pipinsried): „Es war zunächst ein zerfahrenes Spiel, beide Teams wirkten sehr verunsichert. Rosenheim war anfangs allerdings besser in der Partie. Das 1:0 ist dann aus dem Nichts gefallen, hat uns aber viel Selbstvertrauen gegeben. In der zweiten Hälfte haben wir 20, 25 Minuten richtig gut gespielt und hätten uns schon früher belohnen müssen. Zum Glück haben wir dann das zweite Tor erzielt.“

Ogi Zaric (Trainer TSV 1860 Rosenheim): „In der ersten Hälfte waren wir aus meiner Sicht die bessere Mannschaft und hätten in unserer Druck- und Drangphase ein Tor machen müssen. Der Eckball vor dem 0:1 darf dann so natürlich nicht entstehen. Nach der Pause hat man dann gemerkt, dass unser Spiel unsicherer wurde. Dennoch haben wir eine große Chance zum 1:1 liegen gelassen. Im Endeffekt waren wir zu uneffektiv, müssen jetzt aber in den nächsten Wochen hart weiterarbeiten und uns das Glück in den nächsten wichtigen Spielen erzwingen.“

Franz Höhensteiger, Abteilungsleiter 1860 Rosenheim: „Uns ist bewusst, dass wir momentan am Tiefpunkt angekommen sind. Der letzte Tabellenplatz ist natürlich keine schöne Situation, aber wir sind positiv, dass die Coaches mit der Mannschaft zusammen die richtigen Schlüsse aus dem Spiel ziehen, und dass ab Montag im Training wieder richtig Gas gegeben wird, damit wir aus dieser Situation gemeinsam rauskommen. Wir werden in den nächsten Spielen wieder punkten.“ mw/bz

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