von Redaktion

Dr. Thomas Bösl neuer Bundestrainer der Skibergsteiger

Positiv zwiegespalten

Bernau – Dr. Thomas Bösl ist der neue Bundestrainer der Skibergsteiger. Er löste Andi Biberger ab, der das Amt ein Jahr innehatte. Die Stelle war vom Deutschen Alpenverein (DAV) im Rahmen neuer Strukturen als Trainer neu geschaffen worden. Bösl wurde durch Sepp Huber, den er unter anderem bereits als Heimtrainer in Berchtesgaden unter seinen Fittichen hatte, darauf aufmerksam gemacht. Er bewarb sich und bekam die Stelle. Er wohnt aktuell in Bernau am Chiemsee und besitzt somit eine gute geografische Nähe zu den Sportlern im Berchtesgadener Land.

Kontakt zu den Skibergsteigern hatte Thomas Bösl als Leistungsdiagnostiker und Athletiktrainer schon lange. Elf Jahre war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München. Derzeit arbeitet Bösl Teilzeit als Sport- und Bewegungstherapeut an der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee. Über reichlich Erfahrung mit Athleten und ihren Belangen verfügt der 44-Jährige also. Selbst trieb Bösl ebenfalls immer Sport, lief auch ambitioniert Marathon, war aber nie leistungsorientiert unterwegs. Er wird und will ein Bundestrainer für alle sein: Herren, Frauen, Nachwuchs. Mit Susanne von Borstel vom DAV Immenstadt, der amtierenden deutschen Meisterin, hegt momentan jedoch nur eine Dame höhere Ambitionen. Sie ist bereits 37 und besitzt die entsprechende Erfahrung. Auf der anderen Seite hat Bösl mit 15-Jährigen zu tun und somit mit einem breiten sportlichen Athleten-Spektrum. Keine leichte Aufgabe, die der gebürtige Münchner also zu bewältigen hat. Gleichwohl geht er mit viel Vorfreude an die Arbeit.

Bösl möchte sein neues Team mindestens einmal im Monat zu einem Lehrgang auf Schnee um sich versammeln, demnächst beispielsweise im Zillertal: „Da werden wir unten im Tal Kondition aufbauen und oben auf dem Gletscher Technikinhalte üben“. Ist die Schneelage entsprechend, werden auch dort Konditionseinheiten durchgeführt. Für Zuhause erhalten die Sportler entsprechende Athletikprogramme und Trainingspläne, um später die nötige Energie auf ihr weißes Element zu bringen.

Bezüglich seiner neuen Aufgabe war Thomas Bösl vor dem ersten Aufeinandertreffen mit seinen „neuen“ Sportlern latent nervös, auf alle Fälle aber positiv zwiegespalten: „Ich war schon aufgeregt, was auf mich zukommt, was mich erwartet. Die Sportler nahmen mir aber rasch diese gewisse Unsicherheit zu Beginn“. Sein Team, in erster Linie die Nachwuchsathleten, bezeichnet Bösl als Rohdiamanten: „Meine Aufgabe ist es nun, diesen zu schleifen“. Der neue Coach schätzt beiderseitige Offenheit: „Probleme lieber gleich aussprechen und ausräumen, als ewig mit sich herumtragen“, lautet sein Motto. bit

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