„Das könnte man doch mal probieren“

von Redaktion

Fussball-Kreisliga 1 Westerndorfs Torben Gartzen über seinen Sensationstreffer

Hannes Schenk (Torwart SV Ostermünchen): „So ein Tor habe ich noch nie kassiert und hoffe, dass das auch nicht mehr passiert. Wir hatten kurz zuvor Blickkontakt. Ich hatte das Gefühl, dass ich eigentlich richtig gestanden bin, habe aber zu spät realisiert, dass er schießt. Ich war zwar noch dran, konnte das Tor aber nicht mehr verhindern. Wenn er sich so etwas aber zutraut, dann hat er so ein Tor auch verdient.“

„Er hat sich das Tor verdient“

Rosenheim – Es war das „Tor des Jahres“ in der heimischen Amateurfußballszene – da war kein Besseres da und wird sicherlich auch kein Besseres mehr kommen. Die Rede ist vom 1:0-Siegtreffer des SV Westerndorf am Samstag im Punktspiel der Fußball-Kreisliga 1 beim SV Ostermünchen. Und natürlich vom Torschützen Torben Gartzen. Der wurde am Tag darauf 33 Jahre alt und beschenkte sich mit dem Seitfallzieher aus dem Mittelkreis quasi selbst. Im exklusiven Interview mit der Sportredaktion spricht Gartzen über den Geniestreich, der seinem Verein auch noch den Herbstmeistertitel bescherte.

Wie kommt man darauf, in so einer Situation so etwas zu wagen?

Gute Frage. Vielleicht war es eine Eingebung? Ich habe zehn Sekunden zuvor gesehen, dass der Hannes (Ostermünchens Torwart Schenk, d. Red.) ein bisschen weiter vor seinem Tor steht und gedacht: „Das könnte man doch mal probieren.“ Ich habe dann gehofft, dass der Ball zu mir kommt, habe aber gar nicht gewusst, ob er noch immer so steht. Es war auf Verdacht und blind geschossen.

Dass es von Ihnen so gewollt war, hat man Ihrem Torjubel schon entnehmen können.

Es war gewollt, dass ich aufs Tor schieße. In dem Moment, wo ich den Ball getroffen habe, habe ich gewusst: „Der geht in die Richtung, das könnte was werden.“ Es hat alles gepasst.

Was waren Ihre ersten Gedanken, nachdem der Ball drin war?

Ich konnte es erst gar nicht fassen. Ich habe gar nicht gewusst, wohin ich zum Jubeln sollte.

Was haben die Mitspieler denn so gesagt?

Ach, viele schöne Dinge. Die haben mich dann auch in der Kabine ein bisschen gefeiert, das war schon cool. Schön war, dass mir auch viele Ostermünchner nach dem Spiel zu diesem Tor gratuliert haben.

Sie haben in Ihrer Laufbahn etliche Treffer erzielt. Wo würden Sie dieses Tor einordnen?

Das war schon das schönste und spektakulärste Tor, was ich bislang geschossen habe. In den letzten Jahren sind mir auch schon zwei Fallrückzieher-Tore gelungen, die kommen aber nicht an dieses heran.

Schade, dass das Tor nicht gefilmt wurde. Dann käme es wohl bald in der „Sportschau“.

Es ist schade, weil ich es selbst nicht gesehen habe. Ich stand ja mit dem Rücken zum Tor, war dann in der Luft und am Boden. Als ich mich umgedreht habe, habe ich wenigstens noch gesehen, wie der Ball reingeflogen ist. Ich habe das Tor nur gefühlt, auch, weil die Zuschauer immer lauter geworden sind. Unser Henner Voß hat noch die letzte Phase des Treffers auf der Kamera, das ganze Tor leider nicht. Aber in dem Moment, als der Ball zu mir gekommen ist, konnte ja keiner damit rechnen, was dann passieren wird.Interview: Thomas Neumeier

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