Die Befürchtungen, die der Kolbermoorer Abteilungsleiter Michael Fuchs vor der Bundesliga-Begegnung beim hessischen Aufsteiger TSV Langstadt hatte, sind eingetroffen. Seine Tischtennis-Damen mussten den ersten Punktverlust hinnehmen.
„Ich bin leicht enttäuscht“
Langstadt – Eigentlich hatte Langstadts Trainer Thomas Hauke nur das Ziel, ein gutes Spiel abzuliefern und dem deutschen Meister aus Kolbermoor lange Zeit Paroli zu bieten. Daraus wurde dann ein Spitzenspiel, das viele spektakuläre und spannende Ballwechsel beinhaltete.
Das 1:1 nach den Eingangsdoppeln ging in Ordnung. Aber schon im ersten Einzel erlebten die Zuschauer im „Hexenkessel von Langstadt“ eine denkwürdige Begegnung zwischen Kristin Lang und Petrissa Solja, die über die volle Distanz von fünf Sätzen ging. Nachdem beide Spielerinnen jeweils zwei Sätze gewannen, lag Lang im fünften Durchgang mit 0:6 zurück und setzte sich nach einem Kraftakt mit 11:8 durch. Und dass die Taiwan-Chinesin Hsien-Tzu Cheng eine Bereicherung für die Bundesliga ist, musste Sabine Winter feststellen. Sie zog mit 1:3 Sätzen den Kürzeren, hatte aber im vierten Satz beim Stand von 10:7 drei Satzbälle, vergab diese und verlor letztlich mit 21:23. Allerdings stellte Abteilungsleiter Michael Fuchs fest: „Sabine hat fast keine Fehler gemacht. Chen spielt unglaublich gut und druckvoll.“
Die Punkteteilung im hinteren Paarkreuz führte vor dem zweiten Einzeldurchgang dann zu einem 3:3-Zwischenstand. Wenn man von einem Pechvogel sprechen wollte, dann war dies an diesem Tag Sabine Winter. Auch gegen Petrissa Solja, gegen die Winter in der Pokal-Qualifikation noch mit 3:0 Sätzen gewann, ging die 26-Jährige leer aus. Allerdings vergab sie auch einige gute Chancen. Im ersten Satz führte sie mit 6:3, hatte bei 10:9 einen Satzball und musste sich dann mit 11:13 in der Verlängerung geschlagen geben. In Durchgang Nummer zwei reichte eine anfängliche 4:0-Führung nicht, was wiederum zu einem 11:13 führte. Michael Fuchs verteidigte aber seinen Schützling. „Es will keiner gerne gegen Petrissa spielen. Sie ist taktisch gut, clever und vor allen Dingen sicher“, sagte er.
Den 3:4-Rückstand, der auf Kolbermoors Schultern lastete, konnte einmal mehr Kristin Lang ausbessern. Gegen Hsien-Tzu Cheng lag sie im ersten Satz mit 3:7 zurück und gewann 11:7. In Durchgang Nummer zwei verwandelte sie einen 3:6-Rückstand in ein 12:10 und im dritten Satz lag sie gar mit 3:9 zurück und gewann auch hier mit 12:10.
Auch im hinteren Paarkreuz teilte man sich wiederum die Punkte, wobei Svetlana Ganina gegen Alina Lemmer mit 2:1 Sätzen in Front lag. Im vierten Durchgang wehrte die 40-Jährige beim Stand von 8:10 zunächst zwei Matchbälle ab und hatte beim 15:14 selbst einen Matchball. Allerdings verlor sie in der Verlängerung mit 15:17. Im Entscheidungssatz wechselte man bei einer Kolbermoorer 5:4-Führung die Seiten. Ganina führte dann 8:6, ließ aber gleich zwei Chancen in Folge aus und verlor sie 8:11. Michael Fuchs meinte nach Spielende: „Kristin hat super gespielt. Nachdem Katharina Michajlova vor Svetlana fertig war, dachte ich an einen Sieg. Es ist ein leistungsgerechtes Unentschieden, aber ich bin leicht enttäuscht.“
Für den SV DJK Kolbermoor punkteten: Doppel: Winter/Lang (1); Einzel: Lang (2), Ganina, Michajlova (je 1).eg