Zwei Tor-Premieren

von Redaktion

Alle sprechen vom „historischen Tiefpunkt der CSU“, doch dabei geht die Tatsache ganz unter, dass auch die Starbulls Rosenheim seit ihrem Abstieg 2017 noch nie so weit unten in der Tabelle rangierten wie derzeit, nämlich auf Rang fünf. In der kompletten vorigen Saison hatte man immer auf dem Meister- oder Vizemeisterrang gestanden.

Verteidiger Max Vollmayer am Freitag und Kapitän Dominik Daxlberger am Sonntag schossen am letzten Wochenende ihre ersten Saisontore; beide waren in den Spielen davor hauptsächlich als Vorbereiter in Erscheinung getreten (Vollmayer fünf, Daxlberger acht Assists). Noch mehr Treffer eingeleitet hat Dusan Frosch (zehn), der aber immer noch auf seinen ersten Punktspieltreffer im Rosenheimer Dress wartet.

Problem: Tore schießen

Aber Spaß beiseite: Es läuft definitiv zur Zeit nicht rund bei den Grün-Weißen. Ein Null-Punkte-Wochenende hatten sie in der Spielzeit 2017/18 nur ein einziges Mal erlitten; das war Mitte Dezember beim 4:8 in Selb, gefolgt vom 1:4 zu Hause gegen Sonthofen. Aber damals hütete der 16-jährige Lennard Brunnert das Tor, und es fehlten mehrere verletzte Stammspieler. Später dann im Play-off gab es gegen die Hannover Scorpions noch einmal zwei Niederlagen in Folge, diesmal allerdings im Mittwoch/Freitag-Rhythmus. Sonst aber konnten die Starbulls immer irgendwie punkten. Ironischerweise gab es diesmal die erste Niederlage genau wie letzte Saison in der sechsten Partie. Damals verlor man 1:4 in Landshut, zeigte sich aber mit Siegen in den nächsten vier Spielen ziemlich unbeeindruckt. Diesmal aber folgte auf die erste Niederlage gleich eine weitere.

Nur wären drei Gegentore in eigener und zwei in fremder Halle eigentlich durchaus kein Grund, zu verlieren. Aber nach vorne geht derzeit halt kaum etwas. Erst mussten die Fans spielübergreifend über 50 Minuten auf den Treffer durch Max Vollmayer warten, dann vergingen bis zum Daxlberger-Tor in Selb gut 39 torlose Spielminuten, und seither ist der gegnerische Kasten schon wieder 52 Minuten lang unberührt geblieben! Und man kann halt nicht immer darauf hoffen, ein Spiel mit Rückstand noch irgendwie zu drehen, was zuvor meistens im Schlussabschnitt gelungen war.

Die Ergebnisse gegen die Werdenfelser sind eine komische Sache. Das 1:3 am Freitag erscheint fast noch harmlos, denn in den letzten beiden Spielen, in denen die Garmischer an der Mangfall zu Gast waren, schossen die Starbulls, damals noch mit Scofield, McNeely & Co., kein einziges Tor! 0:2 und 0:1 hieß es in der Saison 2016/17, der letzten der Rosenheimer in der DEL2. Umgekehrt hatten die Starbulls in Garmisch von 2012 bis 2014 viermal hintereinander (!) keinen einzigen Treffer zugelassen. 2:0, 6:0, 7:0 und 1:0 gewannen sie damals nacheinander. Und in drei Jahren Oberliga von 2004 bis 2006 konnte der SCR vier von sechs Partien in Rosenheim gewinnen. Wahrlich keine gewöhnliche Konstellation!

Ebenfalls ungewöhnlich: Erstmals in dieser Saison kassierten die Starbulls am Freitag bei personellem Gleichstand mehr Tore als sie selbst schossen (0:2). In allen anderen Begegnungen waren sie in dieser Hinsicht überlegen (insgesamt 16:3). Sitzen dagegen Rosenheimer auf der Strafbank, sieht es wesentlich ungemütlicher aus. Durch Vollmayers Powerplaytor gab es erstmals in dieser Saison mehr Rosenheimer Überzahltreffer in einem Spiel als gegnerische, doch hier ist die Gesamtbilanz erschreckend: 7:12. In den drei Auswärtsspielen ließen die Starbulls bereits sechs Überzahltore zu, ihnen selbst gelang noch kein einziges!

Keine Probleme mit dem Toreschießen gegen Rosenheim hat der Selber Lanny Gare: Sein Ausgleich am Sonntag war sein 12 Tor gegen die Starbulls in der Zweiten oder Dritten Liga.

Vertrag aufgelöst

Nach dem 7. Spieltag haben die Starbulls im beidseitigen Einverständnis den Try-out-Vertrag mit Verteidiger Christoph Gottwald aufgelöst und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

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