von Redaktion

Harald Funk wird beim Ironman auf Hawaii Zweiter in seiner Altersklasse M50

„Frieden mit der Insel gefunden“

Kona – Harald Funk hat beim Ironman auf Hawaii gefinisht und stand beim härtesten Rennen der Welt in seiner Altersklasse M50 auf dem starken zweiten Platz. „Überglücklich mit meinem Rennen habe ich nach 9:15 Stunden das Ziel auf dem Alii Drive erreicht“, berichtete der 50-Jährige stolz.

Mit diesem Spitzenergebnis konnte der Unterwössner Triathlet wahrlich nicht rechnen. Denn seine Vorbereitung auf den Ironman verlief äußerst holprig, diverse Verletzungen warfen ihn immer wieder weit zurück. Doch Funk kämpfte sich zurück. „Zumindest das Training in den sechs Wochen vor dem Wettkampf lief absolut perfekt.“

Und so wuchs auch die Zuversicht von Tag zu Tag. „Natürlich hatte ich innerlich gehofft, den Sprung aufs Podium zu schaffen. Mir war aber auch klar, dass beim Wettkampf unendlich viel schief gehen kann und ich auch die nötige Portion Rennglück brauche, um so ein Ziel tatsächlich zu realisieren.“ Doch der Wettbewerb über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen lief für den Arzt wie am Schnürchen.

Die Freude im Ziel war grenzenlos. „Ich glaube, mit zwei sehr guten und zwei eher schlechten Rennen bei insgesamt vier Starts habe ich jetzt meinen Frieden mit der Insel gefunden“, hob der Unterwössner hervor.

Seine Leistung ist umso bemerkenswerter, da ihm Hitze-Rennen eigentlich gar nicht so liegen. Als Maßnahme gegen die Hitze trug er einen besonders hellen Wettkampfanzug, der das Sonnenlicht besser reflektiert als dunkler Stoff. „Zusätzlich hatte ich in den Anzug noch Eiswürfeltaschen in der Leistengegend eingenäht, um den Körper beim Laufen mit Eiswürfeln kühl zu halten.“ Funk ergänzte: „Kühlung durch Schwitzen funktioniert in Kona wegen der nahezu 100-prozentigen Luftfeuchtigkeit nur eingeschränkt. Deshalb sind derartige Kühlmaßnahmen wichtig, um eine Leistungsminderung, durch einen Anstieg der Körperkerntemperatur vorzubeugen.“

Der Schwimmstart verlangte den Teilnehmern einmal mehr alles ab. „Es war eine der schwierigsten Situationen im Rennen“, fand Funk. „Die ersten 400 m waren mehr Geprügel und Drängelei als Schwimmen.“ Er hob hervor: „Ich musste mehrfach ein paar Züge Brust einlegen, weil ich beim Kraulschwimmen kaum Luft bekommen habe.“ Mit seiner Schwimmzeit war der Triathlet hinterher auch nicht ganz zufrieden. „Ich wäre gern ein bis zwei Minuten schneller geschwommen. Aber das Wichtigste beim Schwimmen innerhalb einer Langdistanz ist, dass man dabei nicht zu viel Kraft verliert und möglichst wenig von den Energiereserven anzapft, die man dann später noch benötigt.“

Dafür lief das Radfahren für ihn perfekt. „Das war meine Trumpfkarte“, betonte er. Funk war nach dem Schwimmen 600. in der Gesamtwertung und 29. seiner Altersklasse. Auf dem Rad machte er kontinuierlich Plätze gut. „Am Ende der Radstrecke hatte ich fast 500 Athleten überholt, lag auf Gesamtrang 100 und hatte mit rund drei Minuten Vorsprung die Führung in meiner Altersklasse übernommen“, sagte er stolz.

Bei der letzten Disziplin, dem Laufen, ließ es Funk etwas defensiver angehen. „Für meine Verhältnisse war ich aber zufrieden damit.“ Er trat auch deshalb etwas auf die Bremse, weil es nun immer heißer wurde und das Thermometer bis auf 32 Grad Celsius anstieg. Zudem wusste er auch nicht, ob sein operiertes Kniegelenk der Belastung standhält. „Aber das hat super gehalten“, freute er sich. Funk legte sich auch hier eine Taktik zurecht. Er machte an fast jeder der Verpflegungsstationen eine Pause von zehn bis 20 Sekunden, „um mir Eiswürfel reichen zu lassen und Wasser über Kopf und Anzug zu gießen“.

Funks Verfolger, der Schwede Carl Brummer, lief an diesem Tag allerdings etwas schneller als der Unterwössner und hatte nach etwa 16 km seinen Rückstand aufgeholt. Die Angst weitere Plätze zu verlieren wurde ihm durch Infos vom Streckenrand genommen. „Meine beiden Kinder Frederic und Anna-Marie, die online meine weiteren Konkurrenten verfolgten, gaben mir die Infos, dass auch meine Verfolger kaum schneller unterwegs waren als ich. Einige mussten sogar zwischendurch auf der Strecke Gehpausen einlegen..“

Und so kam Harald Funk überglücklich ins Ziel. „Es war eines der seltenen Rennen, bei denen das meiste so läuft, wie erhofft“, jubelte er. Sein Blick ging dann aber auch gleich voraus. Ob er nochmals auf Hawaii starten wird, ließ er erst einmal offen. „Ich weiß nicht, ob ich das Glück nochmals herausfordern soll.“

Auf Kona zurückkehren, wird er aber auf jeden Fall wieder – dann als Betreuer seines Sohns Frederic Funk, der in der Triathlonszene schon jetzt für großes Aufsehen sorgt. „Dann kann ich auch die einzigartige Kona-Atmosphäre genießen, kann mir aber den Stress des Schwimmstarts und die regelrecht Schmerzen verursachende Hitze beim Marathon ersparen“, betonte Harald Funk. bst

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