AUS DER STARBULLS-STATISTIK Fünf Gegentore in Unterzahl
Ausgeprägter Torhunger
Rosenheim – Ob wohl Ex-Starbulls-Coach Franz Steer das Geschehen um sein ehemaliges Team noch verfolgt? Wenn ja, dürfte sich der Verfechter des Defensiv-Eishockeys derzeitig verwundert die Augen reiben, was da an der Mangfall so alles abgeht: 7:0, 5:4, 7:4 und 8:5 lauteten zuletzt die Ergebnisse der Grün-Weißen. 27 Tore in vier Spielen – man muss lange suchen, dazu eine Parallele zu finden. Letzte Saison Anfang Februar gab es einmal 26 Starbulls-Treffer in aufeinander folgenden Partien gegen Regensburg, Peiting und zweimal Landshut, wobei Viteszlav Bilek und Chase Witala, beide gerade frisch in Rosenheim, mit je drei Treffern die Top-Torjäger waren. Dann muss man allerdings weit zurückblättern, und zwar bis zum März 2007! Da schlugen die Starbulls unter Trainer Markus Berwanger erst Miesbach mit 10:0, dann Klostersee 8:2 und Füssen 9:4; dazwischen gab es ein 2:4 beim EHC Klostersee. Vier der 29 Tore schoss damals der US-Amerikaner Patrick Neundorfer, mit je drei Treffern waren unter anderem auch Nachwuchsspieler Stephan Stiebinger, Mondi Hilger und ein gewisser Patrick Hager, jetzt Nationalspieler und deutscher Meister, beteiligt.
Nicht so erfreulich für den derzeitigen Coach Manuel Kofler, wenn auch vielleicht bei den klaren Führungen wie gegen Weiden und in Landshut ein bisschen verständlich, sind natürlich die neun Gegentreffer an diesem Wochenende; von denen fünf fielen, als ein Rosenheimer die Strafbank drückte. Dass es in Landshut gleich drei wurden, liegt allerdings auch daran, dass Vollmayer, Daxlberger & Co. vom „Unparteiischen“ im Gegensatz zu den Gastgebern für jedes noch so kleine Vergehen auf die Bank geschickt wurden. Insgesamt konnte sich Landshut über 15:17 Minuten Überzahl, verteilt auf elf Phasen, freuen; kein Wunder, dass diese auch dreimal genutzt werden konnte! Nicht einmal ein Drittel, so lang waren die Rosenheimer in Überzahl; trotzdem konnten sie dies zweimal ausnutzen. Ein ähnliches Missverhältnis gab es zuletzt in der zweiten Spielklasse. Im letzten Playoff-Halbfinale 2016 verloren die Starbulls 2:6 in Bietigheim und schieden damit aus. Damals waren die Steelers ebenfalls mehr als zehn Minuten länger im Powerplay und nutzten zwei von zehn Phasen aus.
Am Sonntag gegen Weiden wieder einmal perfektioniert: die „Grün-Weiße Walze“. Soll heißen, wenn die Starbulls heuer mal in Fahrt kommen, dann aber so richtig. Zur Erinnerung: Vier Tore in achteinhalb Minuten gegen Memmingen, ebenso viele in gut sieben Minuten in Höchstadt, fünf Treffer in knapp 13 Minuten letztes Wochenende in Waldkraiburg und diesmal drei in knapp vier Minuten in Landshut, gefolgt von fünf in knapp 13 Minuten gegen Weiden. Interessant auch: Noch nie in den vorangegangenen fünf Heimspielen hatten die Starbulls eine Drei-Tore-Führung inne, diesmal war es schon nach weniger als fünf Minuten der Fall!
Und während, wie letzte Woche berichtet, Rosenheimer Spiele zuvor 82 Prozent Prozent der Zeit quasi auf Messers Schneide standen, sah es dieses Wochenende ganz anders aus: Nicht nur, dass die Starbulls zu keiner Zeit in Rückstand gerieten, nein, richtig knapp war’s in den gespielten 120 Minuten keine 15 davon, ansonsten lag Rosenheim stets mit zwei bis fünf Toren Differenz bequem und souverän in Führung. Und dies, obwohl den Großteil der Zeit neben dem gesperrten Tom Pauker auch Stammgoalie Steinhauer sowie mit Bilek (in Landshut) und Baindl (gegen Weiden) zwei der besten Scorer fehlten! Aber da sind ja auch noch die „Dauerscorer“ Dominik Daxlberger und Dusan Frosch (sechs Spiele in Folge) sowie Michael Fröhlich (vier Spiele). Und nicht zu vergessen: Chase Witala mit fünf Toren in den letzten drei Partien, darunter zweimal der Auftakttreffer, „Arbeitstier“ Christoph Echtler (vier Punkte in zwei Begegnungen) und Neuzugang Robin Slanina, der sich, obwohl fast ohne gemeinsames Training, mit drei Assists, darunter einem Traumpass zu Baindls 2:0 in Landshut, ähnlich prächtig einfügte wie letzte Saison die nachverpflichteten Bilek und Witala.em