Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen verlieren nach 4:6 die Tabellenführung
Funkstille im hinteren Paarkreuz
Bingen – Mit der ersten Niederlage dieser Saison, einem 4:6 im Rucksack, kehrten Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen vom Spitzenspiel bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim zurück.
Saisonübergreifend hat der deutsche Meister Kolbermoor seit 28 Wochen kein Spiel mehr verloren. Ausgerechnet gegen den Endspielgegner der letzten Spielzeit, gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim, ereilte ihn dieses Schicksal. Die Verteidigung der Tabellenführung gelang natürlich auch nicht. Vielmehr nimmt nun das Quartett aus Rheinland-Pfalz den Platz an der Sonne ein, während sich das oberbayerische Quartett in der Rolle des Verfolgers befindet. Wie es zur Niederlage kam versuchte Michael Fuchs, Kolbermoors Abteilungsleiter und Trainer, nach Spielende zu erklären: „Ich habe schon vermutet, dass wir bei einem Einsatz von Lily Zhang trotzdem im vorderen Paarkreuz ein Übergewicht haben können. Aber durch den Einsatz der US-Amerikanerin rutschte Yuan Wan in das hintere Paarkreuz und das machte schon etwas aus. Hinzu kam auch, dass Svetlana Ganina krankheitsbedingt nach dem Doppel passen musste. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber sie war in der vergangenen Woche im Krankenhaus. Und da haben wir entschieden, dass sie pausieren und sich auf die nächsten Spiele konzentrieren sollte“. Die von Fuchs angesprochenen Doppel endeten noch unentschieden, wobei die Gastgeberinnen hier beim Duell gegen Sabine Winter und Kristin Lang neben Lily Zhang auch Giorgia Piccolin einsetzten. Trotzdem hatten hier die Kolbermoorerinnen mit einem 3:1-Sieg die Nase vorne. Als dann auch noch das erste Paarkreuz für zwei Punkte – Kristin Lang schlug sogar Lily Zhang klar in drei Sätzen (11:4/11:3/11:7) – sorgte, schien zunächst alles seinen gewohnten Gang zu gehen.
Im hinteren Paarkreuz herrschte allerdings Funkstille. Einmal abgesehen von Svetlana Ganinas kampfloser 0:3-Niederlage gegen Marie Migot, musste sich auch Katharina Michajlova etwas überraschend Yuan Wan geschlagen geben. Nachdem der sicher scheinende Vorsprung aufgebraucht war, wurde es für das heimische Quartett kritisch. Sabine Winter verlor gegen Lily Zhang. Konnte sie den ersten Satz noch ausgeglichen gestalten und am Ende mit 11:8 die Oberhand behalten, lag sie in den folgenden drei Durchgängen besonders in der Anfangsphase deutlich zurück. Einen 2:7 Rückstand im zweiten Satz, ein 0:7 im dritten Durchgang und ein 2:5 im vierten Satz konnte sie – auch wenn sie jeweils den Abstand verkürzte konnte – letztendlich nicht mehr aufholen. Zumindest Kristin Lang gelang dann noch die Ergebniskosmetik, als sie die Ex-Kolbermoorerin Chantal Mantz in einem sehr abwechslungsreichen Duell in vier Sätzen schlug. Allerdings blieben nach dem Ausgleich zum 4:4 die beiden folgenden Punkte bei den Rheinland-Pfälzerinnen. Dabei war Katharina Michajlova gegen die Französin Marie Migot ohne Chance.
Großes Lob hatte Michael Fuchs für Kristin Lang: „Sie hat sehr variabel gespielt und besonders gegen Chantal Mantz, die sehr aggressiv spielte, überzeugt“, erklärte er.
Für den SV DJK Kolbermoor punkteten: Doppel: Winter/Lang (1); Einzel: Lang (2), Winter (1). eg