Inzell – Es ist manchmal wie verhext im Leben eines Leistungssportlers. Die Inzeller Skirennläuferin Marina Wallner kann davon ein Lied singen. In letzter Zeit ist sie ausnahmsweise von Verletzungen verschont geblieben, trotzdem war sie im Sommer zwei Monate außer Gefecht. Eine Lebensmittelvergiftung streckte die 24-jährige Slalomspezialistin nieder.
„Die Trainer stehen hinter mir“
„Ich bin körperlich komplett k.o. gewesen und konnte überhaupt nichts tun“, erzählt sie kurz vor dem Saisonstart im finnischen Levi. Erst Ende September hat sie wieder mit dem Training begonnen. „Aber nur ganz langsam, ich habe mich 40 Jahre älter gefühlt.“ Diese Wochen der Krankheit in der Vorbereitung fehlen Marina Wallner jetzt. Trotzdem flog sie Mitte der Woche mit dem deutschen Team nach Skandinavien. Was ihr besonders fehlt sind die Schneetage im Sommer und Herbst. Konditionell kann sie ihren Rückstand deswegen bis zum ersten Slalom nächste Woche nicht mehr aufholen. „Auf dem Schnee bin ich nur frei gefahren und musste immer wieder Pausen machen. Erst vor wenigen Wochen bin ich wieder in den normalen Trainingsalltag eingestiegen“, erklärt Wallner ihre Situation. So steht der Inzellerin und ihrem Trainerteam noch viel Arbeit bevor. „Gott sei Dank verlernt man das Skifahren nicht wirklich. Die Trainer stehen hinter mir und nehmen mir auch den Stress. Ich bin sehr ehrgeizig und übertreibe gerne, die bremsen mich dann ein.“ Rückblickend sieht Wallner aber auch auf die positiven Ereignisse in diesem Jahr zurück. Zum Beispiel auf die erste Teilnahme bei Olympischen Spielen.
„Das war eine Megaerfahrung, wenn es auch sportlich nicht wie gewünscht gelaufen ist. Die positiven Erinnerungen bleiben, mit den Negativen habe ich abgeschlossen.“ Nach den Spielen in Südkorea genoss Marina Wallner ihren Urlaub. Außerdem nahm sie eine Fortbildung bei ihrem Arbeitgeber, der Bundespolizei, wahr. Danach stieg sie zuversichtlich in die Vorbereitung ein, bevor Ende Juli das Malheur mit der Erkrankung ihren Plänen einen Strich durch die Rechnung machte.
Möglichst schnell
in die Top 15
Als Saisonziel sieht die für den SC Inzell startende Sportlerin die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Februar 2019 im schwedischen Are. „Bis dahin will ich fit sein“, hofft sie. Aber auch im Weltcup hat sie sich Ziele gesetzt. Derzeit liegt sie in der Rangliste auf Platz 17, will sich aber so schnell wie möglich in den Top 15 etablieren. „Die Plätze acht bis 15 sind ein Vorteil, weil die Startnummern da verlost werden und mit Glück ist da eine sehr gute Nummer möglich“, erklärt sie das Prozedere. In Sachen Material schlug sie im Sommer einen neuen Weg ein. Sie wechselte von Fischer-Ski zu Atomic. „Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich auf Fischer-Ski unterwegs gewesen. Nun wollte ich einfach mal was Neues unter den Füßen haben. Hinter dem Wechsel steht absolut nichts Negatives“, sagt sie. Ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Material sind sehr gut. „Ein neuer Ski ist in etwa so wie ein neuer Schuh“, erklärt sie. shu