Zaric sauer: „Das war Schulnote sechs“

von Redaktion

Der TSV 1860 Rosenheim wäre am Samstag gerne in der Haut von Borussia Dortmund gesteckt. Die Westfalen bekamen im Bundesliga-Spitzenspiel in der 95. Minute den Ausgleichstreffer, der aber aberkannt wurde. Bei den Sechzigern wenige Stunden davor in der Fußball-Regionalliga Bayern zählte er.

Rosenheim – Schiedsrichter Thomas Berg war im Fokus der Sechziger-Kritik nach dem Spiel. Zu Beginn des zweiten Durchgangs gab es Gelb-Rot für Andrija Bosnjak wegen wiederholten Foulspiels, dann entschied er nach einer Attacke von Omer Jahic auf Strafstoß und ließ auch noch fünf Minuten nachspielen, was die Rosenheimer Bank erzürnte – und am Ende dieser Nachspielzeit gelang Viktoria Aschaffenburg dann auch noch der 2:2-Ausgleich.

„Ich bin keiner, der sonst in die Keule schlägt, ich muss aber leider den Kollegen, die sonst immer die Schiedsrichter-Leistungen kritisieren, recht geben. In Schulnoten war das eine Sechs“, echauffierte sich 1860-Trainer Ogi Zaric nach der Partie. Wobei der Rosenheimer Coach zugab, dass „man die Gelb-Rote geben kann. Da haben wir uns einfach nicht gut angestellt.“ Das war allerdings auch beim Elfmeterpfiff so, der zum Anschlusstor der Gäste führte. Berechtigter Kritikpunkt: Unmittelbar vor dem Ausgleichstreffer hätte der Referee ein Foulspiel von Aschaffenburgs Dähn an Christoph Wallner ahnden müssen. Dadurch hatte Daniele Toch dann freie Schussbahn, dass er dann die Kugel aber auch derart optimal trifft, dafür kann der Schiri nichts.

Besonders schade: Der Ärger über die strittigen Situationen verdeckt die hochkonzentriert und stark gespielte erste Hälfte der Sechziger, die zum Wechsel durch Tore von Markus Einsiedler (nach schöner Hereingabe von Bosnjak von rechts) und Leopold Krüger (nach feinem Zuspiel von Wiggerl Räuber von links) verdient mit 2:0 führten. Zaric sprach von „der besten Halbzeit, die wir in dieser Saison gespielt haben“. Auch, weil man Björn Schnitzer gut im Griff hatte. „Wir waren eng an ihm dran, das hat gut geklappt.“ Schnitzer musste immer wieder nach hinten und außen ausweichen und war somit weitgehend wirkungslos. Das änderte sich, als Aschaffenburg in Überzahl war. Da diktierte der Top-Spieler mit seinen Kollegen das Geschehen, 1860 hatte kaum mehr Entlastung. Und hatte zunächst Glück, als ein Schnitzer-Schuss an beiden Innenpfosten landete und wieder heraussprang. Glück, das man in der Nachspielzeit dann nicht mehr besaß.

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Christoph Wallner, Heiß, Lenz, Krätschmer, Krüger (ab 71. Neumeier), Tobias, Räuber, Jahic (ab 71. Mayerl), Einsiedler (ab 90. + 3 Merdan), Bosnjak.

Schiedsrichter: Berg (Landshut).

Zuschauer: 330.

Tore: 1:0 Einsiedler (31.), 2:0 Krüger (44.), 2:1 Schnitzer (62., Foulelfmeter), 2:2 Toch (90. + 5).

Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Bosnjak (50.).

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