Grenzenlose Enttäuschung

von Redaktion

Es war, vorsichtig ausgedrückt, ein gebrauchter Nachmittag für den Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim. Trotz einer ordentlichen Leistung und einer ganzen Reihe bester Möglichkeiten, verloren die Oberbayern im Augsburger Rosenaustadion gegen die zweite Garnitur des FC Augsburg mit 1:2. Durch ein Tor in der letzten Minute.

Augsburg – Als die Zuschauer in der altehrwürdigen Arena sich in dieser Regionalliga-Partie bereits mit einem Unentschieden abgefunden hatten, schlugen die Gastgeber in der 90. Minute gnadenlos zu. Bastian Kurz bekam im Gästestrafraum den Ball serviert und lupfte die Kugel unhaltbar für Keeper Mario Stockenreiter zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen. Riesenjubel bei den Gastgebern, die den ersten Sieg unter Interimstrainer Alexander Frankenberger feiern durften, grenzenlose Enttäuschung bei den Gästen, die völlig niedergeschlagen am Rasen lagen.

„An der Reaktion der Mannschaft hat man gesehen, wie wichtig der Sieg für uns war“, freute sich der Augsburger Coach und fügte an: „Heute hatten wir durch unser Tor in der Schlussphase auch das nötige Glück auf unserer Seite. Dagegen benötigte sein Rosenheimer Kollege Ognjen Zaric einige Minuten um sich zu sammeln und die richtigen Worte zu finden: „Am Ende des Tages ist das eine sehr bittere Niederlage für uns“, konstatierte der Übungsleiter „wir haben ansprechend gespielt und uns viele Torchancen erarbeitet. Aber so ist Abstiegskampf“. Man muss Zaric Recht geben. In diesem Kellerduell hielt Rosenheim die Partie offen und setzte schon nach zwei Minuten ein echtes Ausrufezeichen, doch der Schuss des agilen Bruno Ferreira Goncalves krachte nur gegen die Querlatte.

Danach war gegenseitiges Abtasten angesagt. Bis zur 26. Minute. Da spielte Georg Lenz 25 Meter vor dem eigenen Tor einen beinahe fatalen Querpass genau auf Augsburgs Angreifer Romario Rösch, doch Lenz bügelte diesen Lapsus aus und luchste Rösch die Kugel wieder ab. Doch nur zwei Minuten später gerieten die Rosenheimer in Rückstand. Der schnelle Josue M´‘bila scheiterte zwar zunächst an TSV-Schlussmann Mario Stockenreiter, doch im Nachsetzen bugsierte der Augsburger die Kugel zum 1:0 über die Linie. Zwar hatte der „kleine FCA“ bis zur Pause mehr Spielanteile, doch die Innstädter vergaben noch zwei weitere gute Möglichkeiten. Erst streifte ein Freistoß von Omer Jahic (44.) das Fuggerstädter Aluminium und Sekunden vor der Pause scheiterte Markus Einsiedler am glänzend reagierenden Flemming Niemann im Kasten der Hausherren.

Ausgleich durch

Danijel Majdancevic

Niemann stand auch nach der Pause sofort wieder im Mittelpunkt. Es war schon Extraklasse, wie er einen Schuss von Philipp Maier reaktionsschnell über die Querlatte schoss. Augsburg konnte durchatmen, doch aufatmen war noch lange nicht angesagt, zumal Schwarzholz die Kugel aus acht Metern überhastet über den Kasten jagte. Rosenheim setzte nun total auf Offensive und brachte mit dem technisch beschlagenen und torgefährlichen Danijel Majdancevic einen weiteren Stürmer.

Der 29-Jährige umkurvte seinen Gegenspieler Jürgensen, schob aber die Kugel am Pfosten vorbei (59.). Doch in der 74. Minute schlug er zu. Er setzte die Kugel aus 14 Metern herrlich ins Dreieck – 1:1. Doch die Freude der Gäste und ihres Anhangs währte nicht bis zum Schlusspfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Ostheimer. Denn in der Schlussminute schlug Bastian Kurz, wie eingangs geschildert, gnadenlos zu und verhagelte den Innstädtern kräftig die gute Laune.

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter – Wallner, Lenz, Heiß, Krätschmer – Jahric (88. Köhler), Räuber – Maier, Krueger (79. Tobias) – Ferreira Goncalves (56. Majdancevic), Einsiedler.

Tore: 1:0 M’bila (28.), 1:1 Majdancevic (74.), 2:1 Kurz (90.).

Schiedsrichter: Ostheimer (Sulzberg).

Zuschauer: 300.

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