Rosenheim– Die positiven Nachrichten bei den Starbulls Rosenheim nach der Länderspielpause rissen nicht ab: Am Freitag der packende Derbysieg in Riessersee nach 0:2-Rückstand und das Comeback des lange verletzten Kapitäns Tobias Draxinger, gestern Abend der 3:2-Heimsieg über die Selber Wölfe und der Sprung auf Platz zwei in der aktuellen Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd. „Eigentlich ist es nicht so wichtig, ob wir in dieser Saisonphase Erster, Zweiter oder Vierter sind, aber das ist eine schöne Momentaufnahme und freut mich schon“, so Starbulls-Trainer Manuel Kofler auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Der Heimsieg und der damit verbundene Sprung auf den zweiten Tabellenplatz waren gegen Ende der Partie schon noch in Frage gestellt, nachdem Selb mit zwei Treffern in der Schlussphase noch einmal für Spannung sorgte. „Wir sind eigentlich über die gesamten 60 Minuten nicht so in Tritt gekommen“, meinte Kofler und war dann letztlich auch nur „froh über die sechs Punkte an diesem Wochenende“.
Seine Mannen hätten es sicherlich einfacher haben können. Aber schon zu Beginn zeigte sich, dass es eine zähe Angelegenheit werden könnte. Denn bei einem frühen Fünf-gegen-Drei-Powerplay konnten die Starbulls nichts ausrichten. „Wir haben in Überzahl zu wenig Abschlüsse gemacht, das hatten wir uns eigentlich ganz anders vorgenommen“, meinte der Starbulls-Coach. Und Powerplay-Situationen gab es häufig, denn die Gäste gingen ordentlich und manchmal auch zu rustikal zu Werke. „Wir wollten physisch stark auftreten“, so der Plan von Wölfe-Trainer Henry Thom. Letztlich ließ man nicht viele Rosenheimer Torchancen zu, eine nutzte Robin Slanina zum 1:0, als er schnell schaltete, die freie Scheibe hinter dem Tor ergatterte, um den Kasten kurvte und dann per Rückhand traf. „Rosenheim hat den einen kleinen Fehler eiskalt genutzt“, beschrieb Thom das Tor.
Auch im zweiten Abschnitt schenkten sich beide Seiten nichts, zum flotten Spiel kamen auch einige Checks und eine ordentliche Raufeinlage, bei der Daniel Bucheli als Sieger hervorging. „Herr Aumüller hat sich dann mehr eingemisch, als es hätte sein müssen“, schimpfte Thom dann über die Schiri-Leistung. Als zwei Selber auf der Strafbank saßen, gelang Tom Pauker das 2:0, er traf im Nachschuss. Und kurz vor der zweiten Drittelpause setzte Vitezslav Bilek das 3:0 drauf.
Es sah eigentlich nicht mehr so aus, als sollte es noch eng werden. Fabian Zick vergab eine gute Gelegenheit und Bilek einen Penalty, nachdem Youngster Enrico Henriquez gefoult wurde. Dazwischen gelang Lenny Gare frei vor Goalie Lukas Steinhauer das erste Selber Tor. Und dann stand der Rosenheimer Schlussmann plötzlich im Blickpunkt und rettete gegen Schiener und Geigenmüller, die jeweils freie Schussbahn hatten. „Da haben wir nicht clever genug agiert“, so Kofler, der mitansehen musste, wie Selb durch Florian Ondruschka 146 Sekunden vor Schluss auf 2:3 herankam. Bei diesem Spielstand blieb es dann aber. „Ein Punkt wäre für uns schon gerecht gewesen“, bedauerte Thom, während Kofler den aktuellen Trend beider Mannschaften verglich und dabei den kleinen, aber bedeutenden Unterschied ausmachte: „Das war eine Mannschaft, die Selbstvertrauen hat, gegen eine Mannschaft, die eben momentan keines hat.“ tn