Kosten Lindau-Patzer den ersten Rang?

von Redaktion

EISHOCKEY-OBERLIGA SÜD 2:3 am Bodensee: Erneut Starbulls-Niederlage gegen Islanders

Lindau – Zwei Siege forderte Starbulls-Trainer Manuel Kofler vor der Doppelpartie des Eishockey-Oberligisten aus Rosenheim gegen Lindau. Nach der Penalty-Niederlage am Freitagabend vor heimischer Kulisse korrigierte der Starbulls-Coach bei der anschließenden Pressekonferenz die Zielmarke auf vier Punkte. Schlussendlich ist es, nach dem zweiten 2:3 (0:2, 1:1, 1:0) gegen die Islanders gestern Abend bei einem Pünktchen geblieben.

„16 Minuten, das ist der Wahnsinn. Auf der Strafbank kannst du einfach keine Spiele gewinnen“, bemühte Kofler nach Spielschluss eine alte Eishockey-Weisheit. Um kurz darauf klarzustellen, dass „die Liga sehr ausgeglichen“ und „der Druck sehr groß“ sei, der auf ihn und seinen Spielern laste. Nach der dritten Niederlage in Folge ist bei den Starbulls jedenfalls schon wieder mächtig Druck auf dem Kessel.

Fast nahtlos knüpften die Lindauer an ihren Auftritt in Rosenheim an, erwischten einen Sahnestart und lagen nach nur neun Minuten mit 2:0 vorne. Zunächst passte Kai Laux in den Lauf von Julian Tischendorf, der vor Starbulls-Goalie Lukas Steinhauer zu Fall kam. David Farny, der im Rückraum lauerte, fackelte nicht lange und beförderte den Puck per Schlagschuss zur Führung ins Tor. Die Rosenheimer wirkten wie versteinert – was die Islanders in der Folge auszunutzen wussten. Zwar hatte Andreas Farny zunächst Pech, als der EVL-Kapitän die Scheibe völlig freistehend vor Steinhauer nicht unter Kontrolle bekam. Wenig später jedoch gab es zum zweiten Mal für die Lindauer Eishockeyfans Grund zum Jubel: Farny passte zu Calabrese, der überlegte kurz und hielt dann einfach drauf. Abgefälscht flog der Puck unhaltbar für Steinhauer zum 2:0 ins Rosenheimer Tor (9.).

Kofler war bedient: Der Starbulls-Coach nahm die Auszeit, versuchte, seine Mannen wieder auf Linie zu bringen. Die drängten, teils ungestüm und mit der Brechstange, auf den Anschlusstreffer. So etwa nach zehn Minuten, als Tom Pauker knapp am Kasten des erneut sehr gut aufgelegten David Zabolotny vorbei traf und Tobias Draxinger im Nachschuss im EVL-Torhüter seinen Meister fand.

Je zweimal im ersten und zweiten Drittel hatte Rosenheim Überzahlspiel, doch nur einmal sprang Zählbares heraus: Als im Mittelabschnitt der Partie Laux wegen Beinstellens in die Kühlbox musste, passte Manuel Neumann im Powerplay zu Robin Slanina, der sich in aller Ruhe die Ecke aussuchen und zum 1:2 verkürzten konnte (29.). Doch fünf Minuten später stellten die Islanders den alten Zwei-Tore-Vorsprung erneut her: Als die Starbulls-Verteidigung nicht im Bilde war, vollendete Jan Hammerbauer eine Traumkombination über Santeri Ovaska und Farny aus kurzer Distanz zum 3:1. Lindau hatte sogar den nächsten Treffer auf den Schläger, als Viktor Lennartsson von der Auswechselbank aufs Eis stürmte und Florian Krumpe im Laufduell hinter sich ließ. Der Schwede zog jedoch die Scheibe am rechten Pfosten vorbei (35.).

Mit doppelter Unterzahl gingen die Rosenheimer ins Schlussdrittel, sie überstanden jedoch hier ein paar heikle Situationen und konnten in der 45. Minute auf 2:3 verkürzen. Mit fast schon brachialer Gewalt schob Chase Witala seinen Schläger in Richtung Puck und wuchtete diesen an Zabolotny vorbei. In der Schlussphase war den Starbulls das Schussglück nicht hold: Vitezslav Bilek etwa setzte die Scheibe an den Pfosten (53.), Sekunden später parierte EVL-Goalie Zabolotny gegen Neumann. Und so musste man sich zum zweiten Mal hintereinander den Mannen vom Bodensee geschlagen geben.pes

Spielstatistik

EV Lindau Islanders – Starbulls Rosenheim 3:2 (2:0, 1:1, 0:1).

Tore: 1:0 (3.) David Farny/Laux, Tischendorf, 2:0 (9.) Calabrese/Andreas Farny, Hammerbauer, 2:1 (29.) Slanina/Baindl, Neumann, 3:1 (34.) Hammerbauer/David Farny, Ovaska, 3:2 (45.) Witala/Slanina, Baindl.

Schiedsrichter: Vogl.

Strafminuten: Lindau 10, Rosenheim 16.

Zuschauer: 642.

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