Mit neuem Fahrstil zur WM

von Redaktion

Eisspeedway-Pilot Pletschacher freut sich über „bestes Trainingslager aller Zeiten“

Ruhpolding – Der Aufenthalt in Russland ist um mehrere Tage verlängert worden, und Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher zeigt sich begeistert: „Das war das beste Trainingslager, das wir je hatten“, freut sich der 39-Jährige. Denn auch die Eisbedingungen in beiden Trainingsorten waren gut, und so sammelte der Ruhpoldinger so viel „Eiszeit“ wie nie in einem einzelnen Trainingslager. Dadurch gelang etwas, was in der vergangenen Saison mangels Zeit noch nicht klappte: Pletschacher stellte seinen Fahrstil nun wie gewünscht um.

Sein Trainer Anatoli Bondarenko plante dies schon länger. Dessen Schützling hält nun auch beim Fahren den Fuß nach vorne – so, wie es der Großteil der Konkurrenten tut. „Den Stil nach 22 Jahren umzustellen, war schon brutal schwierig. Aber jetzt passt es, und ich merke schon, dass ich dadurch schneller werde“, so Pletschacher.

Zunächst verbrachte er in Kamensk-Uralsky unter Anleitung des Ex-Weltmeisters acht Trainingstage. Bondarenko fungierte dabei zugleich als Mechaniker. Dann ergab sich auch noch dank Sergej Makarow die Chance, in Neftekamsk sechs weitere Tage auf dem Eis zu verbringen. Unter anderem waren auch Martin Haarahiltunen (Schweden) sowie der Niederländer Jasper Iwema und die beiden Österreicher Charly Eber und Josef Kreuzberger vor Ort. „Mit denen machten wir zwischenzeitlich ein Testrennen Europa gegen Russland“, berichtet der Ruhpoldinger. Auch wenn sich die Piloten aus der dominierenden Eisspeedway-Nation letztlich klar durchsetzten: „Ich habe gesehen, dass ich vom Tempo her mithalten kann, das war eine wichtige Erkenntnis.“ Allerdings: Auch seine europäischen Konkurrenten hätten sich „da klar verbessert“, weiß Pletschacher.

Dadurch, dass er so viel Zeit in Russland verbrachte, „habe ich auch erstmals richtig viel mit dem Reifenluftdruck getestet. Da hat mir Makarow viel geholfen“.

Nun gilt es für ihn, bis zur WM-Qualifikation in Kaujahoki (Finnland) am Samstag, 12. Januar, Details zu verbessern. Denn obwohl er neben gemeinsamen Trainingsfahrten auch viel individuelle Fahrzeit hatte, bei der Anatoli Bondarenko ihn gezielt üben ließ, „ist noch ein bisschen mehr Schräglage nötig, vor allem am Kurvenausgang fehlt es noch etwas. Sonst aber passt der Fahrstil schon hervorragend“, freut sich der 39-Jährige, der zudem auch sein konditionelles Aufbautraining noch intensivieren will.

Fest steht: „Auch der neue Motor von Manfred Knappe passt gut zu meiner Linie, das Fahrwerk von Zupin ebenfalls. Das Material ist also gut“, stellt er fest.

Dass die QM-Qualifikation eine schwere Aufgabe wird, ist ihm bewusst. Bei der Runde in Finnland kommen – ebenso wie bei der Qualifikation am gleichen Tag in Örnsköldsvik (Schweden) nur sechs Fahrer direkt in den Grand Prix. Da neben zwei gesetzten Russen voraussichtlich auch noch ein starker junger Russe mit kasachischer Lizenz antreten wird, wären schon drei Plätze weg – und auch das restliche Feld ist stark besetzt.

„Da muss man sehen, was die Saison bringt“, wartet Pletschacher noch ab. Neben der GP-Teilnahme hofft der Ruhpoldinger auch auf einen Platz bei der Team-WM (16./17. Februar in Togliatti/Russland) sowie bei der deutschen Meisterschaft in Berlin (Donnerstag, 28. Februar) auf „einen Platz unter den Top Drei“.

Sollte es der Ruhpoldinger in den GP schaffen, ärgert ihn allerdings die Anreise zum ersten WM-Rennen nach Almaty (Kasachstan/2. und 3. Februar): „Das müssen wir Fahrer diesmal selbst organisieren, obwohl das für mich zum Beispiel 8000 Kilometer Fahrt bedeutet.“

Für die Vorbereitung in Russland war Pletschacher sogar insgesamt 11000 Kilometer unterwegs. Und da sein Transporter ausgerechnet bei der Fahrt im Ural-Gebirge keine Leistung mehr brachte, brauchte er Hilfe: Vor allem Ex-WM-Fahrer Witali Khomisewitsch und dessen Vater halfen hier, „die haben alles mit der Werkstatt geregelt, das war super“, lobt Pletschacher.

Sollte er die GP-Qualifikation verpassen, kann er übrigens dennoch auf seinen „Heim-Grand-Prix“ in der Inzeller Max-Aicher-Arena (16./17. März) hoffen: Denn da gibt es ja auch noch die Möglichkeit, per Veranstalter-Wildcard ins Feld aufzurücken. who

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