Heiße Räder und kleine weiße Bälle

von Redaktion

Feldkirchens Tischtennistrainer Benno Neumeier hat zwei große Leidenschaften

Feldkirchen – Dass die heimische Tischtennisszene, insbesondere im Nachwuchs seit Jahren einen guten Ruf hat, verdankt sie dem Engagement der vielen Trainer und Betreuer, die Tag für Tag ihre Freizeit opfern und ihr Wissen weitergeben. An einem dieser Trainer kommt man nicht vorbei: Benno Neumeier vom TV Feldkirchen, der neben dem Tischtennis noch eine zweite große Leidenschaft hat.

Wenn man sich mit Benno Neumeier unterhält, möchte man eigentlich gar nicht annehmen, dass er die 70 schon überschritten hat und sogar in nicht allzu ferner Zeit auch dieses Jahrzehnt beenden wird. Dass dies so ist, hat einen Hintergrund: Tischtennis. Diese Sportart hält ihn bis heute jung und bei diesem Thema sieht man dann auch sein Funkeln in den Augen. Man merkt dabei gleichzeitig, dass man sich mit einem Fachmann unterhält, der sich bis ins kleinste Detail auskennt. Neumeier selber ist dem Tischtennissport seit 1970 verbunden. Damals fing er eher hobbymäßig bei seinem damaligen Arbeitgeber an, wobei später zwar die ganz großen Erfolge ausblieben, aber dennoch gründete man in Helfendorf eine Mannschaft. Die musste aber nach einiger Zeit aufgelöst werden, da der heute in Feldolling Lebende vier seiner Mannschaftskollegen mit nach Feldkirchen nahm. In seinem neuen Domizil brachte er es immerhin bis in die damalige zweite Kreisliga der Herren. Hier sollte dann aber auch seine zweite Laufbahn, nämlich die des Nachwuchstrainers seinen Anfang nehmen. Anfangs lief diese parallel zum aktiven Spielbetrieb ab. Als er dann seine aktive Laufbahn beendete, widmete er sich vollständig der Jugend mit Hauptaugenmerk auf den Mädchensport. Mit zunächst einer Mannschaft hat man begonnen. Obwohl erfolgreich, musste man mit der Zeit den einen oder anderen kleinen Rückschlag hinnehmen. Besonders dann, wenn Spielerinnen nicht mehr zur Verfügung standen. „Spitz auf Knopf“ sei es auch einmal gestanden, wusste der Feldollinger. Mit der Zeit konnte man aber wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, was unter anderem durch viel Mundpropaganda zustande kam. Die größte Anzahl, die man bislang verzeichnen konnte, waren 20 Mädchen. Neumeier brachte viele gute Spielerinnen wie beispielsweise Marina Walther, Steffi Schwaiger, Christine Kremser oder Romina Riechwald – um nur einige zu nennen – heraus. Mit ihnen feierte er auch große Erfolge, zuletzt mit der Mannschaft den Titel in der Bayernliga Süd an dem die Geschwister Weidinger sowie Kathrin Seeger, Antonia Eichner oder auch schon Karina Krischke beteiligt waren. Noch länger ist die Liste der Erfolge im Einzelsport, die aber jeglichen Rahmen sprengen würde. Um diese Erfolge auch erreichen zu können, ist viel Engagement notwendig. Dies hat Neumeier allemal, hat er doch mehr oder weniger sieben Tage in der Woche mit Tischtennis zu tun. Sein Wochenprogramm sieht dabei so aus, dass er montags, dienstags (derzeit fällt das Dienstagstraining aus) und freitags die Jugend selber trainiert. Samstag und Sonntag steht er bei Punktspielen oder Turnieren an der Bande. Und auch am Mittwoch kommt er ohne den kleinen weißen Ball nicht aus. Vor einiger Zeit hat er zuhause einen Raum in eine Tischtennishalle umgebaut, um dem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb der normalen Trainingszeiten zu trainieren. Für diesen Tag wurde mit Csaba Zsappanos, der vor einigen Jahren beim SB DJK Rosenheim spielte und derzeit beim TB/ASV Regenstauf in der Oberliga aufschlägt, eigens ein Trainer engagiert. Neumeier ist hier in der Regel mit von der Partie und korrigiert mögliche Fehler des trainierten Nachwuchses. Und wenn er wirklich dann noch Zeit hat, zieht es ihn in die Turnhallen in der Region. Dabei studiert er bei diversen Meisterschaftsspielen mögliche Gegner oder schaut sich den Nachwuchs anderer Vereine an. Bislang hat er die Jugend auch zu großen Veranstaltungen oder Spielen gefahren. Diesen Part gab er vor einiger Zeit aber ab. Eigentlich wollte er auch das Jugendtraining an den berühmten Nagel hängen. Sein Fachwissen und seine Trainingsmethoden sind aber so gut, dass es nicht so weit kam. Im Gegenteil: Er bekam heuer erneut sieben Mädchen, die er versucht aufzubauen. Und das eine oder andere Talent entdeckte er dabei schon, das im kommenden Jahr von sich reden machen könnte. Dass die Nachwuchsarbeit dabei aber nicht alleine zu bewerkstelligen ist, versteht sich von selbst. Ihm stehen sehr gute Helfer, wie beispielsweise Fabian Zilken zur Verfügung, der ihm seit langer Zeit, unter die Arme greift. Man möchte gar nicht glauben, dass Neumeier auch noch Zeit für eine zweite Leidenschaft, nämlich Oldtimer-Motorräder hat. Die Exponate, die er vorführte, stammen allesamt aus früheren Jahren. „Sie sind aber allesamt noch betriebsfähig“, sagte er voller Stolz. Mit ihnen fährt er von Zeit zu Zeit auch aus. Dass er aber auch auf dem neuesten Stand ist, hat er mit einer Maschine der neueren Art bewiesen, die ebenfalls im Gebrauch steht. eg

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