Inzell – „Zuletzt in Heerenveen bin ich sehr zufrieden gewesen, mit allen vier Weltcups zusammen bin ich etwas unzufrieden“, sagt Leger und betont, man sei trotzdem auf einen guten Weg zur Weltmeisterschaft im Februar in Inzell. „Wir haben das Training so gesteuert, um gleich ansprechende Leistungen zu zeigen. Das ist uns nicht perfekt gelungen.“
Zufrieden ist Leger mit den jüngsten Ergebnissen von Roxanne Dufter. Die 26-Jährige hat sich in dieser Saison auf den langen Strecken überraschend profilieren können. In Heerenveen erreichte sie über die 3000 Meter eine Fabelzeit von 4:05,38 Minuten. Ihre europäische Bestzeit lag bisher um fünf Sekunden höher. „Ich bin selber überrascht gewesen, als ich die Zeit auf der Anzeigetafel gesehen habe und beinahe ausgeflippt“, erzählt Dufter. Nachdem sie sich vor dem Start gut gefühlt hatte, wollte sie um die 4:09 Minuten laufen. Diese Entwicklung auf den längeren Strecken (3000/ 5000) hatte sich bereits zum Saisonstart abgezeichnet. „Ich fühle mich da momentan viel besser“, sagt sie. Darunter leidet aber ihre Spezialstrecke über die 1500 Meter. Leger: „Wir wollen bei ihr den Fokus auf die Dinge legen, wo sie realistische Chancen hat, irgendwann eine Medaille zu gewinnen. Das ist eher auf den langen Strecken möglich.“ Deswegen hat Leger das Training auch so angelegt. So reicht über 3000 und 5000 Meter auch ihr Startvermögen aus, um mit den Schnellsten dabei zu sein. „Das Rennen zuletzt in Holland ist ein Ausrufezeichen gewesen. Jetzt braucht sie mehr Konstanz, sie ist ja auf diesen Strecken erst am Anfang. Entscheidend ist ihr weiterer Weg und wo sie dann in drei Jahren bei Olympia steht.“ Roxanne Dufter hat aber auch die 1500 Meter noch nicht abgeschrieben. „Im Training arbeite ich daran, leider habe ich bisher noch keinen optimalen Lauf gehabt“, deswegen belegt sie bei der WM über diese Distanz den ersten Reserveplatz. Über 3000 Meter hat sie hingegen einen fixen Startplatz.
Gute Läufe hat auch ihr Bruder Joel zuletzt über die 1000 Meter hinbekommen. Der 23-Jährige ist in Heerenveen in 1:08,65 Minuten Sechster geworden. Diesen Platz hat er auch beim ersten Weltcup in Japan belegt. „Das ist zuletzt eine überragende Leistung vom Joel gewesen. Hätte er vorher nicht die Probleme mit dem Jetlag und seiner Gesundheit gehabt, wäre er ums Podium mitgelaufen“, attestiert ihm sein Trainer. „Unser Plan war aber auch, dass er ab dem vierten Weltcup vorne mitlaufen soll.“ Dabei sind die letzten zwei Wochen für Dufter alles andere als einfach und entspannt gewesen. Nach Japan hat er zehn Tage unter dem Jetlag gelitten und nicht richtig schlafen können, danach hat ihn noch ein Magen-Darm-Virus erwischt. „Dass er es trotzdem hinbekommen hat, zeigt seine mentale Stärke. Er hat alles aus sich herausgeholt.“ Für die WM in Inzell traut ihm sein Coach einen Platz zwischen vier und acht zu. „Gefühlt ist das möglich und die ersten drei müssen auch erst einmal ins Ziel kommen. Ich möchte jetzt von keiner Medaille sprechen, aber er wird international konkurrenzfähig sein.“
Nach einer kurzen Weihnachtspause wird sich Dufter nun zusammen mit seiner Schwester und Gabi Hirschbichler auf die Europameisterschaft in Südtirol vorbereiten. Ende Januar steht der fünfte Weltcup in Hamar/Norwegen auf dem Programm und dann ist schon die WM in Inzell. „Das ist ein Heimspiel und ein Vorteil. Wir kennen jeden Zentimeter Eis und haben ein tolles Publikum. Am entscheidenden Tag musst du aber liefern können“, sagt er.
Keine gute Stimmung hat Gabi Hirschbichler aus Holland nach Inzell mitgenommen. Sie hat eine dicke Erkältung bekommen. Trotzdem ist sie in Heerenveen an den Start gegangen. „Ich wollte meinen Startplatz in Inzell absichern“, erklärt sie. Nur die 24 Zeitbesten haben über die kurzen Strecken einen Startplatz. „Wir wollen versuchen, der Gabi einen tollen Auftritt zu verschaffen“, wünscht sich Danny Leger für sie. Wahrscheinlich wird die 35-Jährige nach dieser Saison die Schlittschuhe an den Nagel hängen. „Sie ist vor ihrer Erkrankung gut in Form gewesen. Aber wir bekommen das schon wieder hin“, ist sich der Trainer sicher. „Ich freue mich jetzt auf meine Weltmeisterschaft in meinem Wohnzimmer“, so Hirschbichler. shu