„Jedes Finale hat seine eigene Geschichte“

von Redaktion

Peter Holzapfel ist in der Hallenfußballszene ein bekanntes Gesicht und eine noch bekanntere Stimme. Bereits seit den 70er-Jahren ist er als Hallensprecher in der Rosenheimer Gegend tätig. Außerdem agiert der 66-Jährige seit mehr als drei Jahrzehnten als Jugendtrainer beim SB/DJK Rosenheim.

Rosenheim – In seiner mehr als 40-jährigen Tätigkeit als Hallensprecher bei Hallenturnieren in und um Rosenheim hat Peter Holzapfel so einiges erlebt: Heiße Duelle zwischen höher- und niederklassigen Mannschaften, sehenswerte Tore, hartumkämpfte Spiele und nicht zuletzt die Entwicklung des Sports vom Rumpelfußball in den früheren Jahren, mit in der Halle heutzutage verpönten Grätschen, hin zu technisch sehenswerten Begegnungen.

„Der Fallrückzieher von Danijel Majdancevic vom TSV 1860 Rosenheim im letzten Jahr war schon etwas Besonderes“ – das Tor, ist einer der Ersten, wenn man Holzapfel auf besondere Momente in seiner langjährigen Tätigkeit anspricht. Ansonsten erinnert er sich nicht an spezielle Spiele oder Tore, da für ihn jedes Spiel seinen ganz besonderen Charakter hat. Wenn er von den zahlreichen Turnieren erzählt, ist der 66-Jährige ganz in seinem Element und kommt regelrecht ins Schwärmen. „Jedes Finale hat seine ganz eigene Geschichte und ist so ein toller Moment. Aber auch die Vorrundenspiele, wenn wieder einmal eine unterklassige Mannschaft einen vermeintlichen Favoriten bezwingt, da gab es schon viele ganz spezielle Ereignisse. Zum Beispiel, als Emmering vor ein paar Jahren ganz nahe an der Sensation dran war und im Finale nur knapp an den Sechzigern scheiterte“, schwärmt er.

Bereits seit Ende der 70er-Jahre ist Holzapfels Stimme, anfangs nur bei Jugendturnieren für den SV Westerndorf, den Sportbund Rosenheim und die Freie Turnerschaft, später bei vielen weiteren Turnieren in den Hallen rund um Rosenheim, zu hören. „Irgendwann hat dann der damalige Spielleiter Horst Winkler gesagt, wenn du das schon für die drei Vereine machst, dann kannst‘ es auch beim Sparkassenpokal machen – und dann bin ich da in die Turnierleitung mit eingebunden worden“, erinnert sich Holzapfel, der in den vergangenen beiden Jahren zusätzlich die Organisation des allseits beliebten Turniers übernahm. Da es ihm viel Spaß bereitet und sich nicht „unbedingt jemand darum reißt“, wie der Hallensprecher erzählt, macht er es einfach weiter.

Aber auch überregional machte er sich durch seine Auftritte als Hallensprecher bereits einen Namen. So fragte ihn Dr. Rainer Koch – aktueller Präsident des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) – ob er die Tätigkeit als Hallensprecher auch bei der bayerischen Meisterschaft im Futsal übernehmen könne. „So kam ich als Hallensprecher sogar bis nach Bad Kissingen und Neusäß bei Augsburg“, erzählt Holzapfel stolz.

In Erinnerung bleibt ihm neben den hart umkämpften Turnieren in der früheren Luitpoldhalle mit nicht immer sehenswertem Fußball, aber toller Stimmung und hitzigen Partien, besonders das Finale vor zwei Jahren. „Da waren 1200 bis 1300 Zuschauer in der Gabor-Halle in Rosenheim, das war schon wirklich beeindruckend“, erzählt Holzapfel, der über die stetige Weiterentwicklung des Sports insbesondere in technischer und athletischer Hinsicht geradezu begeistert ist: „Selbst die B- oder C-Klassisten bieten heute nicht mehr nur den klassischen Rumpelfußball, mit Grätschen und weiten Bällen.“

Trotz der stetigen Weiterentwicklung konnte sich das Futsal bislang nicht durchsetzen, dafür hat der Hallensprecher eine einfache Erklärung: „Da fehlen die spektakulären Szenen.“ Außerdem ist beim Futsal das Regelwerk schwieriger und es wird auf wesentlich kleinere Tore gespielt. „Je größer die Tore, je mehr Tore fallen, ist ja klar“, so Holzapfel, der aber durchaus Hoffnung hat, dass sich Futsal in den nächsten zehn Jahren etabliert: „Wenn die heutigen Junioren im Seniorenbereich spielen, wird sich das auch ändern.“ Da sich der Sport immer weiterentwickelt, wird es dann auch im Futsal heiße Duelle, sehenswerte Tore und spannende Partien in gut gefüllten Hallen mit guter Stimmung wie beim Sparkassenpokal geben – und natürlich weiter mit der bekannten Stimme von Peter Holzapfel.

Sechziger kämpfen um Titelverteidigung

Der TSV 1860 Rosenheim kämpft um die Titelverteidigung: Wenn am morgigen Freitag in der Rosenheimer Gabor-Halle die Endrunde des Sparkassenpokals ausgetragen wird, können die Sechziger beim prestigeträchtigen Turnier zum vierten Mal in Folge den Titel gewinnen. Beginn der Endrunde ist um 18 Uhr mit dem Gruppenspiel TSV Bad Endorf – TSV 1860 Rosenheim. Neben den beiden Mannschaften befindet sich noch der SV Westerndorf in der Gruppe A. In der Gruppe B spielen der TSV Emmering, der TuS Raubling und der SV Ostermünchen um den Einzug ins Halbfinale, das morgen ab circa 20 Uhr ausgetragen wird. Direkt im Anschluss finden das Spiel um Platz drei und das Finale statt.

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