Auch der vierte Triumph ist keine Routine

von Redaktion

HALLENFUSSBALL-SPARKASSENPOKAL Freude bei 1860 Rosenheim, Stolz beim SV Westerndorf – Spannendes Finalturnier

Rosenheim – Es ist noch lange nicht so wie beim FC Bayern: Dort hatte Thomas Müller im vergangenen Mai nach dem sechsten Meistertitel in Folge verkündet, dass man gefeiert habe, „wie bei einem Aufstieg in die Kreisklasse“. Zwar hielten sich die Spieler des TSV 1860 Rosenheim nach dem vierten Sieg in Serie beim Hallenfußball-Sparkassenpokal auch auf dem Parkett noch etwas zurück, Routine ist bei den Akteuren aber noch nicht eingekehrt: „Das war wieder eine coole Endrunde, ich habe mich darauf richtig gefreut“, meinte Philipp Maier. Der Grund: „Ganz Fußball-Rosenheim ist hier, der Sparkassenpokal hat einfach seinen eigenen Flair. Deshalb spielen bei uns auch immer viele Stammspieler mit.“

Und das ist dann auch der Grund, warum die Sechziger am Ende doch wieder den Pokal und den größten Siegerscheck entgegennehmen durften. Die beiden Gruppenspiele (0:0 gegen Bad Endorf, 2:2 gegen Westerndorf) waren noch eher dürftig, dann steigerte man sich und blieb im Halbfinale (6:0 gegen Ostermünchen) und im Endspiel (3:0 gegen Westerndorf) ohne Gegentor. „Wir haben es ernst genommen und im Verlauf des Turniers guten Hallenfußball und Siegermentalität gezeigt“, befand 1860-Coach Ogi Zaric.

Beinahe wäre der Regionalligist im Endspiel aber überrumpelt worden. Nach 15 Sekunden hatte Michael Krauss die große Chance zur Führung für Westerndorf, wurde aber im letzten Moment noch von Keeper Mario Stockenreiter gestoppt. „Normal macht er die Dinger“, meinte Westerndorfs Trainer Harald Melnik, der aber keineswegs verärgert, sondern richtig stolz auf den stark aufspielenden Krauss und seine Mannschaft war. „Wir waren verdient im Finale. Letztlich entscheidet dann natürlich die Qualität für 1860, aber wir haben ihnen schon sechs, sieben Minuten lang eingeheizt.“ Ebenso verdient wie der SVW-Finaleinzug war die Auszeichnung für Torben Gartzen, der zum besten Spieler des Endturniers gewählt wurde. Dass dann auch Simon Rott noch zum besten Torhüter gekürt wurde, machte das Westerndorfer Glück perfekt.

„Mit 1860 und Westerndorf sind die beiden besten Mannschaften ins Finale gekommen“, erkannte Bad Endorfs Trainer Stephan Thalhammer neidlos an. Das Kurort-Ensemble musste den beiden Finalisten in der Gruppenphase den Vortritt lassen. Immerhin trotzte Endorf den Sechzigern ein 0:0 ab. Gegen Westerndorf unterlag man 1:2. „Da haben Kleinigkeiten entschieden“, so Thalhammer, dessen Team im Spiel um Platz fünf den TSV Emmering mit 3:1 bezwang. Die Emmeringer hatten den lautstärksten Fan-Anhang dabei, allerdings in der Gruppenphase Pech. Beim 2:2 gegen Raubling lag man zweimal in Führung, bei der 0:1-Niederlage gegen Ostermünchen kassierte man den Gegentreffer in Unterzahl per Freistoß.

Der TuS Raubling und der SV Ostermünchen standen sich in der Gruppenphase bereits gegenüber, dort siegte der SVO mit 2:1. Im Spiel um Rang drei behielt Ostermünchen mit 1:0 erneut die Oberhand. Beim Dritten ersetzte Klaus Kunert den verhinderten Keeper Hannes Schenk und machte seine Sache richtig gut. „Wir sind zufrieden – nur schade, dass wir im Halbfinale gegen 1860 schlecht ausgeschaut haben“, befand Trainer Markus Glück. Auch Raubling-Coach Heico Kleinschmidt war nicht unzufrieden: „Es war super, dass wir nach einiger Zeit mal wieder im Finalturnier dabei waren.“ Auch die Inntaler hielten in allen Spielen – abgesehen vom Halbfinale gegen Westerndorf (1:4) – gut mit. Und so stand am Ende der Satz von Thomas Dobner, Gebietsleiter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, stellvertretend: „Bei 39 Mannschaften im Turnier sind alle Sechs in der Endrunde schon Sieger.“ Und beim ganzen Verlauf, mit dem spannenden und äußerst fairen Endturnier vor knapp 1000 Fans war der größte Gewinner einmal mehr das ganze Turnier.tn

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