Regensburg – Eigentlich sollte es ein Spitzenspiel sein – am Ende wurde es eine Demonstration des Tabellenführers und eine Komplett-Vernichtung für die Starbulls Rosenheim. Diese wurden am zweiten Spieltag der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga Süd bei den Eisbären Regensburg mit 2:10 aus der Halle geschossen. Schon nach dem ersten Drittel waren die völlig überforderten Rosenheimer deutlich im Rückstand.
Regensburg ließ dem Gast keine Luft zum Atmen. Entsprechend fielen die Tore binnen exakt acht Minuten wie reife Früchte. Das 1:0: Ein Hammer unter die Latte von Nikola Gajovsky, nachdem die Scheibe so mustergültig lief, wie sie in Überzahl laufen soll (4.). Das 2:0: Constantin Ontl eroberte den Puck und behielt die Übersicht, Nutznießer war Reihenpartner Erik Keresztury (9.). Das 3:0: Wenn’s läuft, dann läuft’s – das zeigte der Ontl-Schlenzer von der blauen Linie, der abgefälscht den Weg in die Maschen fand (12.). Das 4:0 fiel nur 18 Sekunden später: Benedikt Böhm fiel ins Starbulls-Drittel ein, spielte Lukas Steinhauer aus und vollendete. Der Starbulls-Keeper stürmte danach regelrecht vom Eis und machte Luca Endres Platz.
Endres blieb immerhin 13:11 Minuten ohne Gegentor, dann verbuchte auch Eisbären-Reihe vier in Person von Matteo Stöhr mit dem 5:0 ihr erstes Tor. Zwar antwortete Rosenheim, das bis dahin bis auf einen Powerplay-Pfostentreffer kaum ein Bein auf den Boden gebracht hatte, 16 Sekunden später mit Manuel Neumanns Tor, aber es war weiter eine Machtdemonstration der Eisbären. Mit einer schönen Einzelaktion machte Kapitän Peter Flache das halbe Dutzend zum 6:1 voll (29.) und Stöhr setzte noch das 7:1 drauf. Ein Pfostenschuss von Regensburgs Korbinian Schütz stand noch zu Buche (39.), nachdem Ontl ebenfalls schon den Außenpfosten getroffen hatte (33.).
Es blieb ein traumhafter Auftritt der Eisbären, denn Ontl sorgte für das 8:1 (42.) und in Überzahl packte Divis 85 Sekunden später den neunten Treffer drauf. Matthias Bergmanns 2:9 fiel schon deswegen nicht ins Gewicht, weil es Ontl erstmals in dieser Saison sogar zweistellig machte (53.).
Für die Starbulls war dieser Auftritt kein Rückfall in alte Zeiten, nachdem man zwischenzeitlich gegen Memmingen und Landshut gewonnen hatte – nein, es war noch viel schlimmer! Rosenheims Trainer Manuel Kofler sprach nach der äußerst blamablen Vorstellung vom „absoluten Tiefpunkt“. Man sei über 60 Minuten absolut chancenlos gewesen und habe keinen Fuß aufs Eis gebracht. „Weiter, wie wir heute unten waren, geht‘s nicht mehr“, meinte Kofler. Ein knapper Derbysieg reicht halt noch nicht für eine Wende!wot/tn