Wollen sie nicht, oder können sie es nicht besser oder wo liegen die Gründe für so eine miserable Leistung der Starbulls-Eishockeyspieler wie gestern Abend bei der 2:10-Klatsche in Regensburg? Die Rosenheimer wurden an die Wand gespielt, nach allen Regeln der Kunst vorgeführt und das Schlimmste: Das Starbulls-Team, wenn man die vielen Einzelspieler als solches bezeichnen will, ließ sich praktisch ohne Gegenwehr lächerlich machen. Halbseidene Zweikampfführung, zwei Mann Überzahl auf dem Eis und plötzlich standen sechs Rosenheimer Spieler auf dem Eis, Fehlpässe von Routiniers im eigenen Drittel, die zu Riesenchancen oder Toren der Gegner führen – das Portfolio, das Rosenheims „Puckjäger“ anboten, war breit gefächert. Da wird immer von einer Mannschaft mit unglaublich viel Qualität gesprochen, nur – die Rosenheimer zeigen das nicht.
Vielleicht muss man auch einmal Spieler, die ohne die richtige Einstellung antreten, auf die Tribüne schicken, zur Not auch mal nur mit drei Sturmreihen spielen. Oder Eigengewächse wie Simon Heidenreich und Andreas Nowak einsetzen, denn mit diesen Spielern wäre man wahrscheinlich nach 43 Minuten nicht mit 1:9 zurückgelegen. Mit Leistungen wie gestern haben es einige Akteure nicht verdient, das Rosenheimer Trikot zu tragen. Da spielen Leistungsträger, die keine sind, und da ist ein Trainer Manuel Kofler, der sich öffentlich immer vor seine Spieler stellt, dann aber von ihnen im Stich gelassen wird.
Es stellt sich die Frage, ob das Starbulls-Team nicht weiß, dass es jetzt langsam ernst wird, dass man sich jetzt die Play-off-Form holen muss. Und Play-off-Eishockey heißt nicht Geleitschutz von gegnerischen Stürmern auf dem Weg zum Torerfolg, so wie in Regensburg mehrfach gesehen, sondern da sind Wille, Einsatz und Körperspiel gefragt, und das ohne unnötige Strafzeiten. Nicht umsonst wurden die Rosenheimer Spieler gestern in der Sprade-TV-Übertragung als „Pylonen“ bezeichnet. Ausgesehen hat es mehrfach so.
Das letzte Mal, dass die Starbulls Rosenheim so vorgeführt wurden, war bei der 1:7-Niederlage beim Oberliga-Play-offViertelfinale 2010 in Bad Nauheim: Danach stieg Rosenheim doch noch in die DEL2 auf, aber auf Eishockey-Wunder zu hoffen, ist etwas für Träumer und nicht für Eishockeyspieler!