Regensburg revanchiert sich kräftig

von Redaktion

AUS DER STARBULLS-STATISTIK Höchste Niederlage in der Oberliga – Manko Overtime

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Die Starbulls-Bank mit Trainer Manuel Kofler (rechts) nach dem 4:0.

Rosenheim – Kann man am Rosenheimer Eishockey-Desaster in Regensburg etwas Positives finden? Vielleicht die tröstende Tatsache, dass eine zweistellige Niederlage in der Tabelle auch nicht mehr negativen Niederschlag findet als eine hart umkämpfte hauchdünne. Dies gilt aber nur für die Punkte; der Schaden, den die Starbulls-Spieler am Sonntag angerichtet haben, sowohl für das eigene Selbstvertrauen als auch in ihrem Auftreten den eigenen Fans und den Kontrahenten in der Liga gegenüber, ist enorm. Mit einem mulmigen Gefühl dürfte in den nächsten Wochen wohl kaum ein Gegner die Starbulls empfangen oder zu ihnen reisen!

Dabei hatte in Rosenheim nach den Niederlagen um den Jahreswechsel herum durchaus ein Pflänzchen Hoffnung gekeimt. Da war der klare Sieg gegen Memmingen, gefolgt vom Derby-Sieg gegen Landshut, wobei man Letzteren allerdings auch nicht überschätzen sollte. Denn das Spiel am Freitag war eins, das der EVL eigentlich nicht verlieren durfte. 90 Prozent der Bullys gewannen die Niederbayern, dazu gefühlt 80 Prozent der Zweikämpfe an der Bande, das Powerplay war auch tatsächlich eins (im Gegensatz zu dem der Starbulls), man war schneller und kombinierte sicherer. Und trotzdem stand es am Schluss remis, und das Penaltyschießen ging an Rosenheim. Zuvor überstand man auch die Overtime, und das trotz eines üblichen Mankos. In acht Overtimes in dieser Saison leisteten sich die Starbulls fünfmal den „Luxus“ einer Strafzeit bei drei gegen drei, beim ersten Derby gegen Landshut sogar den einer doppelten! In Garmisch fiel dabei auch der Gamewinner des SCR, weitere dreimal überstand man zwar das drei gegen vier, um dann aber doch noch zu verlieren, lediglich diesmal gegen Landshut gab es das Happy End durch Viteszlav Bileks Penalty. Trotzdem ist die Overtime-Bilanz mit zwei von möglichen acht Zusatzpunkten eher bescheiden.

Aber auch gegen Landshut deutete sich schon an, woran es dem Kofler-Team heuer strukturell fehlt. Die Torhüter (beide sehr gut) neutralisierten sich gegenseitig, ebenso wie die Legionäre (1:1 nach Treffern durch Bilek beziehungsweise Plihal), aber die „Jungen Wilden“ stecken zurzeit eher im Dress des Gegners. Spielstarken Youngsters wie Baßler, Ehl, Zitterbart oder Zimmermann, um nur ein paar zu nennen, haben die Starbulls nur Henriquez, Nowak und den diesmal verletzten Krumpe entgegenzusetzen. Hier fällt ins Gewicht, dass Teams wie Regensburg oder Landshut in der DNL eben erst- und Rosenheim nur zweitklassig ist. Extrem trat dies dann in Regensburg zutage, wo sechs Eisbären-Treffer durch Spieler Anfang 20 oder noch jünger erzielt wurden! Dass dabei 16 der 19 Skater, davon acht als Torschützen, Anteil am Scoren hatten, vervollständigt das Bild.

Die Regensburger haben damit eine Rechnung aus dem Vorjahr teilweise beglichen, als sie im Gegensatz zu heuer am „Satte-Stars-Syndrom“ litten, an der Mangfall gleich zweimal zweistellig (2:10 und 1:10) baden gingen. Bleibt zu hoffen, dass sie kommenden Sonntag nicht die zweite Hälfte der Rechnung präsentieren! Damit haben die den Starbulls, die in der laufenden Spielzeit noch nie mehr als fünf Treffer zugelassen hatten, auch deren höchste Auswärtsschlappe in mehr als sieben Jahren Oberliga zugefügt. Zuvor hatten die Rosenheimer seit 2004 in dieser Spielklasse zwar fünfmal auswärts mit sechs Toren Differenz verloren (davon einmal – 5:11 in Füssen – zweistellig), aber noch nie so extrem hoch. Lediglich auf eigenem Eis gab es bereits einmal ein 2:10, nämlich am 14. März 2006 gegen Ravensburg. Seltsamerweise kamen nach dieser Schlappe zu den nächsten beiden Heimspielen damals 300 Zuschauer mehr (1500 statt 1200); ob dies auch am Sonntag zur Revanche gegen die Eisbären der Fall sein wird, darf man wegen des immensen Image-Schadens wohl bezweifeln…

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