Rosenheim – Sie haben doppelt so oft auf das Tor geschossen als Kontrahent Regensburg, am Ende standen die Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim nach dem Heimspiel gegen den Spitzenreiter der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga Süd wieder mit leeren Händen da. Eine Demontage wie vor einer Woche beim 2:10 in der Oberpfalz war es wahrlich nicht, aber auch eine deutliche Leistungssteigerung konnte der Mannschaft von Trainer Manuel Kofler nicht helfen. 1:4 hieß es am Ende, weil die Gäste nicht nur spielerisch stärker waren, sondern auch die notwendige Portion Cleverness und Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten hatten.
Den Starbulls war anzumerken, dass sie die Schmach aus dem Hinspiel ausmerzen wollten. Die Hausherren waren wesentlich näher am Gegenspieler, nahmen wesentlich mehr Schüsse und gaben dem einfachen Pass anstelle des komplizierten Traumzuspiels den Vorrang. Rosenheim setzte dem Tabellenführer Kompaktheit und Kampfgeist entgegen – und das schien aufzugehen: Nachdem Alexander Höller erste Chancen hatte, erzielte Michael Baindl in der achten Minute die Führung. Er traf direkt, nachdem Chase Witala die Scheibe vors Tor gepasst hatte.
Es galt, Zeichen zu setzen. Gegen die 2:10-Blamage. Und für die beschworene Wende. So ein Zeichen sollte auch von Niki Meier kommen, der seinem Kontrahenten Schwarz im Infight bezwang. „Hier regiert der SBR“, schallte es aus der Fankurve – allerdings gerieten die Starbulls danach sogar schnell in doppelte Unterzahl und der Spitzenreiter ließ sich nicht lange bitten. Nikola Gajovsky servierte für den Ex-Rosenheimer Leopold Tausch, der zum Ausgleich traf.
Im zweiten Duchgang sammelten die Gäste zunächst Strafzeiten – und die Starbulls hatten Chancen. Doch dann leistete man sich in der Ecke einen bösen Patzer, Regensburg entschied den Zweikampf für sich, Richard Divis zog vors Tor und traf in Unterzahl zur Gäste-Führung. Diese wackelte dann bedenklich, weil Rosenheim drängte und durch Daniel Bucheli sowie Maxi Vollmayer beste Gelegenheiten hatte – Regensburg-Tormann Peter Holmgren war aber nicht zu bezwingen. Auf der anderen Seite kam Philipp Vogel gerade von der Strafbank zurück, als er ein perfektes Zuspiel von Gajovsky erhielt und zum 3:1 traf. „Wir haben blöde Fehler zu den Gegentoren gemacht“, ärgerte sich Kofler, dessen Team auch im letzten Abschnitt etliche Möglichkeiten hatte. Den einzigen Treffer markierten aber die Gäste, und zwar durch Constantin Ontl in der Schlussminute, als die Starbulls ihren Keeper Luca Endres durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt hatten.
„Die Spannung in diesem Spiel hat jeder gespürt. Das war schönes, hartes und schnelles Eishockey. Das hatte Play-off-Geschmack“, meinte Regensburgs Trainer Igor Pavlov, der von der Defensivarbeit seiner Mannschaft überwältigt war. Aufgrund der vielen Chancen waren die Starbulls auf Augenhöhe – dann entscheiden aber Kleinigkeiten, wie das Powerplay, das einmal mehr wirkungslos war, oder auch die individuelle Klasse, wie die von Nikola Gajovsky, der zu allen vier Toren der Gäste die Vorarbeit geleistet hatte.
Für Manuel Kofler („Wenn man nur ein Tor schießt, dann ist es schwierig“) war nicht nur die Niederlage bitter: Stürmer Dominik Daxlberger verletzte sich Ende des zweiten Drittels schwer und verfolgte die Schlussphase an der Bande auf Krücken und mit einer dicken Kniebandage. Eine Untersuchung heute soll eine genaue Diagnose ergeben. tn