Rosenheim/Weiden – Die Starbulls Rosenheim kommen auch in der Meisterrunde einfach nicht in Schwung. Nach einem erneuten Tiefpunkt am Freitag verbuchten sie zwei Tage später in Weiden aber wenigstens einen Teilerfolg. Trotzdem zählen sie bisher – man muss es tatsächlich so ausdrücken – zu den Prügelknaben in den Top Ten. Zu Hause ein Penalty-Sieg und zwei Niederlagen, auswärts ein Sieg und zwei Niederlagen, davon eine in Overtime – das ist nicht der Stoff, aus dem das Heimrecht in den in einigen Wochen anstehenden Play-off-Runde gemacht ist.
Schwach in
eigener Halle
Zählt man nur die bisher absolvierten sechs Spieltage der Meisterrunde, so stünde das Kofler-Team gerade mal auf Platz acht! Nur Weiden und Höchstadt haben eine noch geringere Punktzahl als die sechs der Starbulls, und während man auswärts immerhin das viertbeste Team ist (hinter Peiting, Regensburg und den mächtig aufkommenden Selber Wölfen), war in den ersten drei Heimspielen bisher kein einziges Team in eigener Halle schwächer! Dazu kommt, dass neben Selb (elf Punkte hinter den Starbulls bei einer noch ausstehenden Partie) ausgerechnet die Memminger, mit aktuell zehn Punkten Rückstand nächster Verfolger, bisher all ihre Heimspiele gewinnen konnten. Vor gar nicht so langer Zeit schien Rang vier festzementiert, doch bei den zuletzt gezeigten Leistungen, ist der nicht mehr sicher.
Gegen Selb eine weitere Negativmarke
Nach der höchsten Auswärts-Schlappe der Oberliga-Historie und der höchsten Heimniederlage der laufenden Spielzeit, beide gegen Regensburg erlitten, setzten die Starbulls mit dem blamablen 1:6 gegen Selb eine weitere Negativ-Marke: Nur ein einziges Mal hatten sie zuvor zu Hause höher verloren (2:10 gegen Ravensburg 2006), und nun gestattete man dem Gegner (nach einem 0:5 gegen München 2005 und 1:6-Schlappen gegen Rostock und Weiden zwei Jahre später) zum vierten Mal einen Sieg mit fünf Treffern Differenz. Drei Tore schossen die Wölfe dabei in viereinhalb Minuten, bereits der fünfte Dreierpack in weniger als acht Minuten. Und zehnmal schon ließen die Starbulls zwei Gegentreffer in weniger als zwei Minuten zu! Ehe – natürlich – Michael Baindl endlich traf, fehlten nur noch vier Sekunden auf 105 torlose Minuten am Stück, natürlich Negativ-Rekord für die laufende Saison. Auch die bisher längste Flaute von gut 96 Minuten hatte Baindl vor einigen Wochen gebrochen.
Aber: Es geschehen auch noch Wunder! 30 Powerplays in Folge von insgesamt 64 Minuten Dauer hatten die Starbulls in den vergangenen acht Partien zum Teil durch Pech, zum Großteil aber auch durch haarsträubende Leistungen versemmelt. In Weiden war es dann gleich im ersten Powerplay von 41 Sekunden Dauer endlich so weit: Vitezslav Bilek konnte die Überzahl nutzen! Allerdings folgten die restlichen zwei Powerplays dann wieder dem gewohnten Muster, ebenso unvermeidlich (und vorhersehbar) war auch das Ende: Schon wieder kassierten die Starbulls (diesmal Dusan Frosch) in der Overtime eine Strafzeit, und wieder resultierte daraus der gegnerische Siegtreffer.
Gab es schon einmal acht Spiele in Folge ohne Überzahltor? Die Antwort: Nein. Letztes Jahr blieben Draxinger & Co. zweimal je drei Spiele hintereinander ohne Erfolg im Powerplay. In den sieben Zweitliga-Jahren vergingen dreimal fünf Spiele in Folge „powerlos“ (je einmal in den Spielzeiten 2016/17, 2014/15 und 2012/14), die übrigens von den Verteidigern Joonas Valkonen und Tim Kunes sowie Stürmer Stephan Gottwald beendet wurden. Kurios endete die bis dato längste Oberliga-Serie aus der Saison 2008/09. Damals vergeigten Dylan Stanley, Ron Newhook & Co. in fünf Spielen 19 Powerplays in Folge, ehe dann beim 8:3 gegen Passau alle Dämme brachen und gleich fünf von zehn Gelegenheiten verwertet werden konnten. Am Sonntag in Weiden hätte vielleicht ein zweites Überzahltörchen schon zum Sieg reichen können…
13 Tore gegen Rosenheim erzielt
Wie schon vor einer Woche (Leopold Tausch für Regensburg), traf mit Herbert Geisberger auch diesmal ein Ex-Rosenheimer gegen sein früheres Team. Für Selb war zwar kein solcher am Torreigen beteiligt, dafür genügte eine einzige Sturmreihe, um das halbe Dutzend vollzumachen. Neben Neuzugang Erik Gollenbeck stürzten zwei Spieler die Starbulls nicht zum ersten Mal in Verzweiflung: Ian McDonald war bereits im Vorjahr mit sechs Treffern der Rosenheimer Albtraum Nummer eins, und der dritte Mann, Landon „Lanny“ Gare, ist ein Gewohnheitstäter: 13 Tore (davon je drei heuer und vergangene Saison) erzielte er in der Oberliga gegen Rosenheim (außer für Selb auch für Nauheim), und in der DEL2 traf er auch schon einmal für Weißwasser.