Wieder in der Spur

von Redaktion

Jakob Lange nach Krankheitspause zurück

Flintsbach – Der Anruf des Bundestrainers mit der Nachnominierung für den Weltcup-Einsatz am kommenden Wochenende kam für Jakob Lange vom WSV Kiefersfelden Mitte der Woche völlig überraschend. Mit einer so frühen Rückkehr hatte der 23-Jährige nach einer fast zweijährigen krankheitsbedingten Weltcup-Abstinenz nicht gerechnet. Er freut sich deshalb sehr, an diesem Wochenende beim Heimweltcup in Klingenthal wieder im Kreis der besten Nordischen Kombinierer dabei sein zu dürfen.

Nach guten Ergebnissen im Continental Cup, wo der schon immer sehr laufstarke Inngauer bereits wieder mit Bestzeiten auf der Laufstrecke und zuletzt am vergangenen Wochenende mit einem fünften Gesamtplatz in Planica überzeugte, will Jakob Lange in Klingenthal aber locker an den Start gehen, ohne sich Druck zu machen.

Eigentlich befindet sich Lange, der in seiner noch so jungen Karriere bereits an 50 Weltcup-Rennen teilgenommen hat und im Februar 2017 mit dem vierten Platz beim Weltcup in Sapporo seinen bislang größten Einzelerfolg feiern konnte, noch in der Aufbauphase. Fast ein Dreivierteljahr war er jetzt mehr oder weniger außer Gefecht. Eine fatale Kombination aus verschlepptem Infekt und einer Nierenentzündung führten bei dem jungen Athleten, der im Vorfeld zur olympischen Saison gerade unter maximaler Trainingsbelastung stand, zu einem kompletten Stoffwechselkollaps. „Es ging körperlich gar nichts mehr bei mir und ich dachte zwischendurch schon, das war es jetzt mit dem Leistungssport für mich“, erzählt Jakob Lange. Eine auch psychisch schwierige Lebensphase für den hochtalentierten und ehrgeizigen Athleten, aus der er jetzt sehr gereift zurückzukommen scheint. „Ich war zwischendurch schon ziemlich am Boden, habe aber viel Unterstützung von meiner Familie und von Freunden bekommen und gemerkt, dass sportlicher Erfolg nicht alles ist im Leben und ich mich hier in Rosenheim und meiner Heimat im Inntal sehr wohl fühle. Ich habe mich eine Zeit lang komplett aus dem Sport ausgeklinkt, mein Studium weiter forciert und einfach mal viel mit Freunden unternommen.“

Das Reglement in der Nordischen Kombination hat sich inzwischen verändert, die Teildisziplin Skisprung wird jetzt stärker gewichtet, was sich für Jakob Lange als einen der laufstärksten Athleten eher negativ auswirkt. Er wird aber versuchen, das in Zukunft über Technik und Athletik zu kompensieren. Auf Anraten der Ärzte hat er jetzt auch ein paar wenige Kilo mehr auf den Rippen, die ihm und seiner Gesundheit guttun. Er hat gelernt, beziehungsweise sein Körper hat ihm gesagt, wo diesbezüglich seine Grenzen sind.

Jakob Lange ist bewusst, dass er eigentlich noch nicht wieder voll weltcup-tauglich ist. „Aber ich bin hochmotiviert und mir macht mein Sport wieder richtig Spaß. Mein Körper gibt mir nach meinen diversen Verletzungen und der Krankheit jetzt noch einmal eine Chance zum Leistungssport, die will ich nutzen.“ Jakob Lange ist auf dem richtigen Weg. Wohin er führt, wird sich zeigen.rap

Artikel 1 von 11