Am Donnerstag starten die WM-Wettkämpfe im Eisschnelllauf in der Max-Aicher-Arena in Inzell. Als Stadionsprecher hat der Organisationschef Hubert Kreutz mit BR-Reporter Karlheinz Kas und Alexander Klammer, alias DJ Lumpi, zwei Profis für die Stadionatmosphäre verpflichtet. Die OVB-Sportredaktion sprach mit Karlheinz Kas.
Man kennt Sie als Stadionsprecher vom Biathlon, wo Sie seit 16 Jahren für Stimmung sorgen. Ist Eisschnelllauf Neuland für Sie?
Neuland als Stadionsprecher ja, aber ich bin seit fast 40 Jahren ganz nah am Eisschnelllauf-Sport dran. Ich habe 20 Jahre für die ARD-Hörfunk vom „Goldenen Schlittschuh“ in Inzell berichtet. Zu Zeiten, als die deutschen Athleten, vor allem die Damen, die Podestplätze belegten. Unvergessen sind für mich die Auftritte von Gunda Niemann-Stirnemann, Claudia Pechstein, Anni Friesinger und Franziska Schenk.
Beim Biathlon führen Sie bis zu 25 000 Zuschauer aus Ihrer Sprecherkabine, jetzt sind es maximal 6000.
Man kann die beiden Sportarten nicht miteinander vergleichen. Eisschnelllauf ist in Inzell seit 2011 eine Indoor-Veranstaltung, Biathlon in der Chiemgau-Arena ein Freiluftspektakel. Außerdem müssen wir auf Anweisung des Internationalen Verbandes ISU in Inzell jetzt absolute Disziplin an den Tag legen. Das gilt auch für meinen Kollegen, DJ Lumpi.
Wie ist das zu verstehen?
Wir hatten eine Ablaufbesprechung und da wurde uns deutlich gesagt, wann wir reden dürfen, beziehungsweise wann Musik laut oder leise eingespielt werden darf. Für mich völlig neu ist, dass Englisch vor Deutsch kommt.
Wie bitte?
Beim Biathlon liegt mein Sprechanteil bei 75 Prozent, der meiner englisch sprechenden Kollegin dementsprechend bei 25 Prozent. Weil beim Eisschnelllauf die meisten Fans aus den Niederlanden, Norwegen, den USA und Kanada kommen, gilt hier „english first“. Ich werde also einen deutlich geringeren Sprechanteil haben. Aber seien Sie versichert: Wenn deutsche, österreichische und italienische Eisschnellläufer am Start sind, werde ich am Mikrofon Gas geben, und zwar unabhängig von den Vorschriften, die ich zu beachten habe.
Interview Theresa Lang