Perfekte Doppelschläge und Antworten

von Redaktion

Starbulls-Statistik Eishockeyspieler haben von den letzten 15 Dritteln 14 gewonnen

Rosenheim – Das hat man bei den Starbulls Rosenheim schon fast nicht mehr gekannt: Zwei Sechs-Punkte-Wochenenden nacheinander. Mitte Oktober war dies einmal gelungen, und im November blieb man gar drei Wochenenden am Stück ohne Minuspunkt. Seither aber kam immer das eine oder andere Negativ-Erlebnis dazwischen, seit Weihnachten sogar in geballter Form. Und nun also vier Siege in regulärer Spielzeit nacheinander, eine Ausbeute, für die Manuel Koflers Jungs zuvor immerhin 17 Partien gebraucht hatten!

Im Gegensatz zum Wochenende davor, als es gegen die hochfavorisierten Peitinger und die nach wie vor ambitionierten Memminger (Sieg gegen Regensburg) ging, konnte man die volle Punktausbeute gegen die „Kellerkinder“ Sonthofen und Lindau fast erwarten. Aber nicht zu vergessen: Gerade mit zwei Niederlagen gegen Lindau hatte Mitte Dezember die anhaltende Durststrecke begonnen!

13 und 12 Spieler an den Toren beteiligt

Grundverschieden waren die beiden Gegner des Wochenendes: Während gegen Sonthofen heuer bereits dreimal eine Menge Tore fielen (8:5, 7:2, 8:4 aus Rosenheimer Sicht), gelangen den Starbulls in den sieben Partien gemeinsamer Oberliga-Zugehörigkeit gegen Lindau nie mehr als fünf, den Jungs vom Bodensee allerdings noch nie mehr als drei.

Anders als während der „schwarzen Wochen“, als außer Michael Baindl kaum ein Rosenheimer konstant zur Offensive beitragen konnte, sind die Starbulls derzeit wieder vom Gegner in der Breite kaum zu neutralisieren. Auch wenn es nicht so extrem war wie vor einer Woche in Landshut, als beim 12:2-Sieg des EVL gegen Sonthofen alle Feldspieler plus der Torwart (!) mindestens einen Scorerpunkt machten, waren diesmal auch 13 Starbulls an der Offensive beteiligt. Und sogar in Lindau, wo nur vier Tore geschossen wurden, waren es deren zwölf. Und dass es kaum Durchhänger gibt, beweist folgende Rechnung: Von den 15 Spieldritteln der letzten sechs Matches haben die Starbulls nur ein einziges verloren und zwar das letzte in Peiting, aber selbst da blieb die Aufholjagd des ECP erfolglos.

Echtler-Tor nach 13 Spielen ohne Treffer

Was besonders auffiel an diesem Wochenende, war, dass die Waffe, mit denen Witala & Co. schon zu Saisonbeginn öfters auftrumpften, diesmal fast schon perfektioniert wurde: eigene Doppelschläge oder blitzartige Comebacks nach Gegentoren. So fielen gegen Sonthofen jeweils zwei Rosenheimer Treffer binnen 39 bzw. 30 Sekunden, in Lindau lagen zwischen den ersten beiden Toren 32 Sekunden. Und fast noch wichtiger: Am Freitag konterte man zwei Gegentreffer nach 44 bzw. 28 Sekunden, in Lindau erstickte Christoph Echtler die zwischenzeitlich aufkeimenden Hoffnungen des Gegners mit seinem Tor nur 21 Sekunden nach dem Anschlusstreffer. Echtlers Torflaute endete übrigens nach 13 torlosen Auftritten, und er tritt damit in die Fußstapfen von Vollmayer, Daxlberger und Pauker, die eine Woche zuvor ebenfalls zweistellige „Nullphasen“ beenden konnten.

Höller in Unterzahl

Alexander Höller traf gegen Sonthofen in Unterzahl, was bisher bei den Starbulls ausschließlich Daniel Bucheli (mit vier Shorthandern Spitze in der Liga gleichauf mit dem Regensburger Nikola Gajowski) vorbehalten war.

Interessant: Wenn Rosenheim auswärts das erste Tor schießt, ist das meist schon ein großer Schritt Richtung Punktgewinn. Nur in zwei von elf Fällen gingen sie dabei leer aus, zweimal verloren sie in der Overtime, siebenmal holten sie die volle Punktzahl. Noch positiver sieht es aus, wenn Baindl & Co. (egal ob zuhause oder auswärts) mit zwei Toren Abstand führen. Von 22 solchen Begegnungen gewannen sie 19 und punkten in zwei weiteren. Und bei einem Drei-Tore-Vorsprung ist die Bilanz sogar noch makellos: Alle 15 Partien, in denen sie irgendwann mit drei Treffern Abstand führten, brachten auch die volle Punktzahl.

Selber Einbruch nach Sieg in Rosenheim

Und noch ein Blick über den Tellerrand: Letztes Wochenende relativierte sich ein bisschen der Eindruck, den man beim 2:10-Desaster in Regensburg gewonnen hatte, wenn man sah, wie die Eisbären die Selber Wölfe mit 11:1 förmlich aus der Halle schossen. Und gerade Selb ist ein Beispiel, wie verrückt es manchmal in dieser Liga zugehen kann: Nach 13 Siegen in Folge, zuletzt mit einer Klasseleistung 6:1 in Rosenheim, vergeigten die Wölfe ihre nächsten Auswärtsfahrten auf ganzer Linie (1:11 in Regensburg, 0:9 in Landshut). Und Memmingen, in Rosenheim beim 0:7 völlig überfordert, schlägt fünf Tage später Tabellenführer Regensburg. Langweilig wird es jedenfalls nicht!

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