Mit blauem Auge davongekommen

von Redaktion

Knapper 6:4-Auswärtserfolg für Kolbermoor beim Tabellenletzten SV Böblingen

Böblingen – Als klarer Favorit sind Kolbermoors Bundesliga-Tischtennis-Damen zum Gastspiel beim Tabellenletzten SV Böblingen angereist. Am Ende kamen sie durch einen knappen 6:4-Auswärtserfolg mit einem blauen Auge davon.

Das Spiel brachte aus Kolbermoorer Sicht einige Höhen, aber auch viele Tiefen mit sich. Schon die Eingangsdoppel brachten nur einen Teilerfolg, wobei das Duo Winter/Lang gegen die Paarung Gotsch/Stähr zwar in vier Sätzen gewann, aber im zweiten und dritten Durchgang mit 9:10 beziehungsweise 6:10 im Rückstand lag. Kolbermoors Abteilungsleiter Michael Fuchs hatte sich das ganz anders vorgestellt: „Wir wollten eigentlich nach den Doppeln schon mit 2:0 in Führung liegen.“

Auch der erste Einzeldurchgang war nicht unbedingt das, was man sich so erwartet hatte. Besonders Katharina Michajlova sorgte dafür, dass die Nerven ihrer Mitspielerinnen angespannt blieben. Sie hätte den derzeitigen Dritten schon frühzeitig in ein ruhigeres Fahrwasser bringen können. Stattdessen gab sie gegen Theresa Kraft eine 2:0-Satzführung aus den Händen. Im Entscheidungssatz lag sie dann beim Seitenwechsel mit 3:5 im Rückstand und die Auszeit beim Stand von 4:8 half ihr auch nichts mehr. Letztlich verlor sie mit 5:11. „Ich hatte gehofft, dass sie gewinnt. Dann wäre es ein wenig gemütlicher geworden“, erklärte Fuchs.

Im zweiten Einzeldurchgang schien man für eine Vorentscheidung gesorgt zu haben, als gleich beide Punkte im ersten Paarkreuz auf die Kolbermoorer Seite fielen. Besonders Kristin Lang hatte sich dabei gefreut, brachte sie der oft unbezwingbar scheinenden Qianhong Gotsch ihre bereits zweite Rückrunden-Niederlage bei. Doch diese 5:3-Führung war überraschenderweise auch noch nicht in trockenen Tüchern. Svetlana Ganina unterlag Theresa Kraft in drei Sätzen, was Böblingen neuen Mut gab. Und im letzten Spiel sollte dann das große Zittern beginnen: Michajlova gewann zwar gegen Julia Kaim in fünf Sätzen. Aber wie dieser Punktgewinn zustande kam, daran wird nicht nur sie lange zurückdenken. In Durchgang Nummer eins führte sie mit 5:1, verlor aber mit 10:12. Nach dem 1:2-Satzrückstand schien sie den Ausgleich nach der 5:1-Führung locker zu schaffen. Nachdem ihre Gegnerin aber auf 7:9 herankam, nahm sie eine Auszeit und gewann dann knapp mit 12:10. Im fünften und entscheidenden Durchgang lag sie beim Seitenwechsel mit 0:5 im Rückstand. Tatsächlich trat nun das Unglaubliche ein und Michajlova hatte plötzlich beim Stand von 10:9 einen Matchball. Den vergab sie und lag dann auch noch mit 10:11 im Rückstand. In der Endphase setzte sie sich mit 13:11 in der Verlängerung durch und machte den Deckel auf das Spiel. „Man hofft ja immer, dass es noch gut geht. Katharina ist mental sehr stark und hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Am Ende hatten wir Glück gehabt, dass wir zwei wichtige Punkte geholt haben“, so Fuchs.

Für den SV DJK Kolbermoor punkteten: Doppel: Lang/Winter (1); Einzel: Lang (2), Winter, Ganina, Michajlova (je 1).eg

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