Hundedame Sky ist die Chefin

von Redaktion

Weißbacher Andi Birkel will bei der Schlittenhunde-Weltmeisterschaft eine Medaille

Weißbach – Die Schlittenhunde-Musher des SC Weißbach machen sich diese Woche auf den Weg nach Haidmühle im Bayerischen Wald. Die Weltmeisterschaft des Welthauptverbandes WSA steht von Freitag bis Sonntag auf dem Programm, rund 250 Teams werden anreisen. Aus der Region starten Andi Birkel, aktuell deutscher Vizemeister mit sechs Hunden, Sabine Steinbacher (vier Hunde) und die Reichenhallerin
Kathi Demmelbauer mit diesmal zwei Hunden in der Skijöring-Klasse. Andi Birkel aus Weißbach sprach mit der OVB-Sportredaktion vor der WM über seine Hunde und über die Medaillenchancen.

Herr Birkel, eine Weltmeisterschaft in Bayern. Wie groß ist Ihre Vorfreude?

Jetzt freue ich mich wieder. Denn vom Frauenwald-Wochenende haben wir einen Virus mitgebracht, einige wichtige Hunde waren krank. Aber jetzt sind alle zehn, die im WM-Einsatz sein werden, wieder richtig gut drauf. Wir konnten nochmal sehr gut trainieren.

Paradox klingt es, dass dieser im Grunde sensa-tionelle Winter für Euch bislang gar nicht so gut war.

Ja, es klingt verrückt, aber viele Rennen fielen aufgrund der Schneemassen aus. Es lang einfach zu viel für uns.

Ihr Metier ist ein Sprint-Sechser-Gespann, Ihre Lebensgefährtin Sabine Steinbacher startet mit vier Hunden. Wie sehen Eure Traum-Formationen aus?

Wenn alle gesund bleiben sind das bei mir vorn die Leithunde Epo und Spirit, also „in lead“, wie wir sagen, dahinter Sky, meine einzige Hündin, und Jack, sowie „in wheel“, also direkt vor dem Schlitten, Mohito und mein Youngster, der Flow. Als Joker hätte ich noch Jack. Er ist allerdings erst zweieinhalb Jahre alt, also noch sehr jung – aber schon mega-schnell. Bei der Bine fahren Dawson und Chilly in lead und dahinter Pepper und Fun – alles ehemalige, schon etwas ältere Hunde aus meinem Gespann.

Und Ihre Dame Sky ist in dem sonst reinen Männer-Team gut angenommen…

(lacht) Sie ist die Chefin, so, wie es im richtigen Leben halt auch ist.

Beim Weltverband WSA fehlt Ihnen noch eine WM-Medaille, während Sie bei der FISTC schon mal Vize-Weltmeister waren. Ein WSA-Podestplatz ist also noch das große Ziel – wie stehen heuer die Chancen?

Also grundsätzlich ist ein Top-Fünf-Platz schon richtig klasse. In Haidmühle wird ein echtes Spitzenfeld am Start sein, allein in meiner Sechs-Hunde-Klasse mit rund 35 Startern aus 14 Nationen. Die Weltspitze ist auf jeden Fall mit dabei, der in Europa diesmal zentral gelegene Rennort – von den meisten doch gut erreichbar – sorgt für eine quantitativ wie qualitativ große Konkurrenz. Großer Favorit ist und bleibt der Tscheche Stepan Krkoska (bei der EM 2017 in Inzell Goldmedaillengewinner mit sechs und acht Hunden/Anm. d. Red.). Sehr stark ist auch Karel van der Mortel aus Holland. Ich gehe davon aus, dass rund zehn Leute um die Medaillen mitfahren werden.

Kennen Sie die Trails in Haidmühle?

Ja, wir waren schon einige Male dort, das ist aber schon eine Weile her. Es gab jedoch vor zwei Jahren einen großen Sommersturm, der dort viele Bäume entwurzelt hat. Deshalb ist der Trail womöglich ein wenig verändert worden, die Länge ist jedenfalls von 12,5 auf 13,3 Kilometer angestiegen. Das ist schon ordentlich, wir laufen ja bei einer WM drei Durchgänge auf drei Tage verteilt. Die Temperaturen sollen am Wochenende recht hoch werden, da müssen die Kräfte schon gut eingeteilt werden. Die Hunde von Sabine Steinbacher müssen je 9,1 Kilometer laufen.

Müsst Ihr mit dem Gespann des ersten Laufes die gesamte WM bestreiten oder dürftet Ihr Hunde auch austauschen?

Wir melden am Anfang das Gespann. Mit jenen sechs Hunden, mit denen ich am ersten Tag das Ziel erreiche, bestreite ich dann auch die Läufe zwei und drei. Sollte sich ein Hund verletzten oder erkranken, müsste ich mit einem weniger starten. Jeder Hund hat einen Chip, das wird von der WSA zu Beginn registriert und zudem nach jedem Lauf kontrolliert. Das ist eine faire Lösung, vor allem für Musher wie mich, die eigentlich „nur“ sechs gute Hunde haben. Denn es gibt welche, die auf 18 Hunde zurückgreifen können – könnten sie diese beliebig tauschen, würde das die ganze Sache doch arg verzerren. nterview H.-J. Bittner

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